Wegebau im Wald Förster müssen es vielen recht machen

Thomas Kreil von den Bayerischen Staatsforsten hat mit Frank Pirner ein Konzept erarbeitet, dass die multifunktionale Nutzung der Wege im Veldensteiner Forst sowie ihre Pflege und Erhaltung erklärt. Foto: Ralf Münch

PEGNITZ. „Wir sind beim Wegebau im Veldensteiner Forst gefordert, stehen oft vor Problemen, es allen Interessensgruppen recht zu machen“, sagt Frank Pirner, Leiter des Forstbetriebs Pegnitz. Beim Abschlussabend des ADFC stellt er mit seinem Kollegen Thomas Kreil ihr Konzept zur Instandsetzung und Pflege der Wege vor.

Es gebe viele unterschiedliche Nutzergruppen wie Wanderer, Radler, Langläufer oder Reiter, die alle verschiedene Vorstellungen von der Beschaffenheit der Weg hätten, so Pirner. „Sie wollen Einfluss nehmen auf das, was im Wald passiert“, sagt er. Und der Förster sei damit konfrontiert, diese Interessen auszugleichen und Kompromisse zu finden. „Und die müssen taugen und gleichzeitig bezahlbar sein“, so Pirner weiter. Dazu kommen noch die Vorstellungen von Umweltschutzverbänden wie dem BUND, von Sägewerksbesitzern und Kommunen mit Flächenansprüchen.

Wegdecke hat eine Seitenneigung

Der Aufbau und die Pflege sind im gesamten Gebiet der Bayerischen Staatsforsten gleich, erläutert Thomas Kreil. Das Konzept gelte nicht ausschließlich für den Veldensteiner Forst. Die Wege weisen alle eine Sand-Wasser-gebundene Oberfläche aus, ein breites Profil ergibt sich, die Decke hat eine Seitenneigung, damit das Wasser abfließen kann und die Bankette gehen in die Gräben über. „Die Wege sind so ausgerichtet, dass ein Begegnungsverkehr stattfinden kann“, so Kreil.

Gesteinsmaterial wird verdichtet

Die Wege seien mit einer hohen, tragenden Schicht aufgebaut, hätten keinen betonierten Körper und das Gesteinsmaterial sei verdichtet worden. Dies sei notwendig, weil sonst Wasser eindringen könne und der Weg aufweiche, wenn beispielsweise ein Lastkraftwagen beim Holzrücken rausfährt. „Deshalb haben die Wege auch ein Querprofil, um das Wasser abzuführen. So bleiben sie stabil“, sagt Kreil.

Gegen Kritik aus den Reihen des ADFC, dass sich am Wegrand häufig der Split auftürme und wegrutsche, argumentiert Kreil, dass dies an der geringen Oberflächenrauigkeit liege. „So entstehen durch Wasser keine Risse und es läuft schneller ab. Dadurch rollt auch der Split“, erklärt er.

Fahrspuren werden beseitigt

Zu den regelmäßigen Weginstandsetzungsmaßnahmen gehören für die Staatsforsten das Bearbeiten stärkerer Verdrückungen, das heißt, wenn der Weg nachgibt und der Untergrund nicht mehr standfest ist. Es werden tiefere Fahrspuren beseitigt – schon leichte Fahrspuren veränderten das Optimum des Weges und Wasser lagere sich in den Spuren ab – , Schlaglöcher ausgeglichen und der Ursprungsquerschnitt wieder hergestellt. „In der Regel muss hier Material zugegeben werden“, so Kreil. Rund zwei bis zehn Euro pro laufendem Meter fallen hier an. Das aufgebrachte Material werde gewalzt, damit es verzahnt und kein Wasser durchdringen kann. Oft liege der Split zu dicht, was zum einen teuer, zum anderen auch Ärger verursache, so Pirner. „Das liegt meist am schlechten Personal, dem wir ausgesetzt sind beim Aufbringen“, sagt er. Für die Firmen seien die Förster nur ein Randgeschäft.

Vier Pflegegänge im Jahr

Wenn die Pflege der Waldwege im Veldensteiner Forst vernachlässigt werde, verlagere sich das Deckschichtmaterial durch den Betriebsverkehr nach außen, Vegetation wachse sich auf den Banketten aus, Wasser dringe in die Tragschicht ein und Wegebaumaterial rutsche in die Gräben ab. Rund drei bis vier Pflegegänge gebe es im Jahr, so Thomas Kreil. Zwischen 100 und 280 Euro im Jahr liegen hier die Kosten. Die Gräben werden alle fünf bis acht Jahre bearbeitet.

 

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