Neuer Kulturreferent Stadtrat ist in der Pflicht

Auf den neuen Kulturreferenten wartet derzeit eine große Baustelle. Foto: Andreas Harbach

KOMMENTAR. Man muss jetzt einfach mal positiv denken. Und zwar: Dass der an diesem Mittwoch vom Bayreuther Stadtrat zum Kulturreferenten und berufsmäßigen Stadtrat gewählte Benedikt Stegmayer flugs seine Stelle als Leiter des Kulturamts der Stadt Esslingen am Neckar kündigt und so schnell wie möglich nach Bayreuth kommt. Vielleicht wird ja dann doch noch alles gut mit der städtischen Referentenstelle, auf der seit vielen Jahren ein seltsamer Fluch zu liegen scheint.

Jedenfalls: Von einigen in Bayreuth wird er sehnsüchtig erwartet, von anderen überhaupt nicht. Bekanntlich haben sich einige Mitglieder des Stadtrats grundsätzlich gegen die Besetzung dieser Stelle ausgesprochen. Was ahnen lässt (und ja auch die Vergangenheit mit der hohen Fluktuation auf dieser Position zeigte): Ein Zuckerschlecken wird es für den Neuen vom Neckar nicht werden. Dazu sind allein schon die Interessen der in der hiesigen Kulturszene Aktiven zu unterschiedlich.

Im Idealfall sollte der Kulturreferent auf zwei Ebenen wirken: Zum einen, das was aus der Stadt herauswächst fördern, pflegen, vernetzen und zu voller Blüte bringen. Zum anderen, die Stadt Bayreuth überregional stärker ins Spiel bringen. Diesbezüglich wird er zunächst noch eine riesige Baustelle vorfinden. Doch die Perspektive scheint nicht schlecht und könnte großartiges Potenzial bieten. Mit einem Friedrichs-Forum, das (hoffentlich) höchsten Ansprüchen genügen wird, dem Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus und den ohnehin schon weltberühmten Richard Wagner-Festspielen sollte eigentlich ordentlich Staat zu machen sein.

In einer ersten Stellungnahme im Kurier bezeichnete Stegmayer Bayreuth als „Kulturstadt par excellence“, auf deren Angebot er „noch eins oben draufsetzen“ will. Das klingt gut. Kann aber nur funktionieren, wenn ihm sein Arbeitgeber auch die entsprechenden finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellt. Wenn man wirklich das große Rad drehen will, muss man es sich auch etwas kosten lassen. Sonst sind Frustrationen programmiert. Um zu erreichen, dass der Mann aus Esslingen auch in ein paar Jahren noch von einer „Kulturstadt par excellence“ sprechen wird, ist nun vor allem auch der sich bisweilen ein wenig kapriziös gebende Bayreuther Stadtrat in der Pflicht.

roman.kocholl@nordbayerischer-kurier.de

 

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