Wann ist der Fichtelsee wieder der alte?

Hier passt was nicht: Am Fichtelsee ist der Wasserstand seit mehreren Wochen zu niedrig. Er musste für Reparaturarbeiten künstlich abgesenkt werden. Und bisher fehlte der Regen, dass er wieder auf alte Höhe vollläuft.⋌⋌Foto: Andreas Gewinner

Seit Monaten ist der Fichtelsee nicht mehr der alte. Wann erreicht der See wieder seinen alten Wasserstand?

Der Fichtelsee ist zur Gänze Menschenwerk, auch in seinem nördlichen Teil mit dem Fichtelseemoor, der unter Naturschutz steht. Der See entstand vor über 400 Jahren, weil die Eisenhammerwerke im heutigen Fichtelberg viel Wasser brauchten.

Doch der größte Teil des Sees ist erst 31 Jahre alt und wurde bei seiner Neuanlage mit aufwändigen technischen Anlagen zur Regulierung des Wasserstandes versehen. Im Grunde ist der Fichtelsee technisch gesehen eine riesige Badewanne, die man beliebig leeren könnte.

Zweimal abgelassen

Und das ist in den vergangenen Monaten gleich zwei Mal geschehen. Im vergangenen Winter hatte die Kommune Möglichkeiten ausgelotet, die gesperrten Brücken mit einer Behelfskonstruktion wieder begehbar zu machen. Das hatte vorübergehend zu dem seltenen Spektakel einer Eisdecke geführt, die für kurze Zeit meterhoch über dem abgesenkten Wasserstand schwebte. Dank der Schneeschmelze erreichte der See bald wieder fast seinen alten Stand.

Der Fichtelsee wurde Ende April erneut abgesenkt, weil der Hotelbetreiber eine Reparatur an einem Terrassenfundament durchführen wollte, so Bürgermeister Georg Ritter, "wenige Tage nach der Absenkung wurde der Schieber wieder geschlossen, um den See wieder auf den ursprünglichen Stand aufzustauen. Vermutlich wegen der schon länger anhaltenden Trockenheit in Verbindung mit der ohnehin geringen normalen Zulaufmenge ist der Wasserstand seit nunmehr über sieben Wochen kaum angestiegen. Wann der ursprüngliche Wasserstand wieder erreicht wird, kann ich heute nicht sagen, weil es wohl auf die Entwicklung der Niederschläge ankommen wird."

Niederschläge zu gering

Wegen des geschützten Moors im Norden des Sees lässt sich der Zulauf nicht beliebig erhöhen. Und in den vergangenen Monaten hat in der Tat der Niederschlag gefehlt für einen höheren natürlichen Zulauf. Das belegen auch die Daten von der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes im nahen Hüttstadl. Vom 1. Mai bis 25. Juni waren hier insgesamt nur 104 Millimeter Niederschlag gemessen worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 175 Millimeter gewesen. Das langjährige Mittel für die Monate Mai und Juni im Zeitraum zwischen 1961 und 1990 war in Hüttstadl 182 Millimeter Niederschlag.

Angeblich soll es ein altes Wasserdurchleitungsrecht für Fischweiher unterhalb des Sees geben, weswegen der Ablauf des Sees nicht völlig geschlossen werden könne. Dies ließ sich bei einer Umfrage in der Nachbarschaft nicht restlos klären. Ein Anlieger, der unterhalb des Sees Fischweiher hat, bekommt das Wasser jedenfalls nicht aus dem See. Gegen diese Theorie spräche auch, dass das Fichtelseewasser für die Fischzucht eigentlich nicht geeignet ist. Im Fichtelsee selbst soll es keine Fische geben, während Anlieger vereinzelt schon eine Forelle gesehen haben wollen.

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