Wahlen Bezirkstag wird größer und bunter

BAYREUTH/KULMBACH. Der Bezirkstag von Oberfranken wächst und wird bunter, weil mehr Parteien vertreten sind. Nach Mitteilung der Regierung von Oberfranken wird das Gremium künftig 21 Mitglieder zählen, das sind wegen Überhang- und Ausgleichsmandaten fünf mehr als vorgesehen. Der vorige Bezirkstag hatte 17 Sitze. Auch AfD, FDP und Linke ziehen ein.

Die CSU verfügt mit den acht direkt gewählten Bezirksräten erneut nicht über eine absolute Mehrheit. SPD, Freie Wähler und Grüne erhalten je drei Sitze, die AfD zwei und die FDP und die Linke je einen über die Liste. Dass die Linke, die bei den Wahlen auf 2,58 Prozent der Stimmen kam, einen Sitz erhält, meldete die Regierung von Oberfranken in einer korrigierten Version des ersten Ergebnisses erst am Mittwoch. Reinhard Möller (Tröstau) konnte dank des Ausgleichsmandats seinen Sitz behaupten.

Als Bezirksrätin bestätigt sind auch die dritte Bürgermeisterin von Bayreuth, Beate Kuhn (SPD), und der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer. Neu in den Bezirkstag ein rückt der Hollfelder Manfred Neumeister (Grüne). Ebenfalls neu sind die Kulmbacherin Dagmar Kreis-Lechner (Grüne) und der Kulmbacher Thomas Nagel (FDP).

Mandat als Listenkandidat

Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner hat mit seiner Listenkandidatur mehr als 17 000 Stimmen geholt, so viele wie nie für die Freien Wähler. Er habe mithelfen wollen, das Ergebnis der Freien Wähler für den Bezirkstag durch seine Listenkandidatur zu verbessern, sagte der Kulmbacher Landrat. Ebenso wie Manfred Neumeister errang er das Mandat, ohne selbst als Direktkandidat angetreten zu sein.

Landrat Söllner ein Stimmenmagnet

Womit nicht zu rechnen war: Söllner gewann bei den Zweitstimmen für den Bezirkstag bis (ganz knapp) auf Guttenberg den gesamten Landkreis Kulmbach und holte auch aus ganz Oberfranken zahlreiche Stimmen. In seiner Heimatstadt Stadtsteinach kamen die Freien Wähler dank Söllner sogar auf ein Zweitstimmenergebnis von 48,96 Prozent. Mehr als 40 Prozent gab es auch in Ködnitz und Thurnau. Unter 30 Prozent, jeweils aber nur knapp, fiel das Wählervotum bei den Zweitstimmen für die FW lediglich in Marktschorgast, Guttenberg, Kulmbach, Harsdorf und Himmelkron.

Wie sehr sich der „Söllner-Effekt“ auswirkt, machen einige Vergleichszahlen deutlich: In Presseck gaben 10,33 Prozent ihre Erststimme den Freien Wählern, 39,63 Prozent waren es bei den Zweitstimmen. In Rugendorf votierten 13,68 mit ihrer ersten Stimme für die Freien Wähler, aber 44,19 Prozent mit ihrer Zweitstimme. Und sogar in Thurnau, dem Heimatort von Direktkandidat Klaus Förster, machte sich der „Söllner-Effekt“ deutlich bemerkbar: 27,95 Prozent der Wähler gaben Förster ihre Erststimme, 40,87 Prozent machten bei der Zweitstimme ihr Kreuz bei den Freien Wählern.

Noch nie in ihrer Geschichte haben Freie Wähler ein solches Ergebnis über einen gesamten Landkreis hinweg erzielt.

 

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