Vorstand wird weiblicher Das fränkische Bierland blüht

Die Mitgliederversammlung des Vereins Bierland Oberfranken wählte einen neuen Vorstand. Im Bild zusammen mit den Kulmbacher Büttnern die Vorstände Isabella Mareien, Gisela Hansen, Christof Pilarzyk (Brauereigasthof Grosch Rödental), Markus Raupach und Bastian Böttner von der Partner-Agentur Guidemedia Bamberg, in der Mitte von links die beiden neuen Vorstände Mike Schmitt (Nikl-Bräu Pretzfeld) und Jana Neubert (Berufsschule Kulmbach), oben von links Kassenprüfer Christian Hacker (Manns-Bräu Bayreuth), Helga Metzel (Kulmbacher Brauerei), Frank Ebert (Oberfranken Offensiv), Landrat Klaus Peter Söllner, Bernd Sauer von der Handwerkskammer und ganz rechts Kassenprüfer Johannes Hacker (Becher-Bräu Bayreuth). Foto: Bierland Oberfranken

KULMBACH. Klaus Peter Söllner, Kulmbacher Landrat und Vorsitzender des Vereins Bierland Oberfranken, macht aus seiner Freude kein Geheimnis: „Nahezu alle oberfränkischen Brauereien sind bei uns Mitglied und wir spüren, wie sehr sie sich mit unserem Verein identifizieren." Das vor 15 Jahren gegründete Bierland, sagt Söllner, sei längst zu einer Plattform für Marketing und Werbung für Bier aus Oberfranken geworden. 

Sogar bis ins „Wall Street Journal“ habe es ein Bericht über den Gerstensaft aus der Region mit der größten Brauereidichte geschafft. Wenn es um Bier geht, spielen auch Frauen eine immer größere Rolle. Das hat sich bei den Vorstandswahlen des Vereins gezeigt. Das Bierland wird künftig von einigen neuen und jüngeren und weiblichen Vorständen vertreten. Klaus Peter Söllner bleibt nach der Vorstandswahl bei der Hauptversammlung im Kulmbacher Mönchshof als Vorsitzender an der Spitze. 

174 oberfränkische und 309 fränkische Brauereien sind in dem Verein organisiert. 403 Mitglieder zählt der Verein insgesamt. Auch Privatpersonen und Unternehmen können Mitglied werden. Braumeisterin Gisela Hansen, die mit ihrer Schwester Monika die Meinel-Bräu in Hof leitet, sind schon länger im Vorstand.

Mit Braumeisterin Isabella Mareien, Chefin des Brauereigasthofs Drei Kronen Memmelsdorf, Franziska Weyermann, Assistentin der Geschäftsleitung der Weyermann Malzfabrik Bamberg und Jana Neubert, Lehrerin für das Brauer- und Mälzerhandwerk der Hans-Wilsdorf-Berufsschule Kulmbach wird die Frauenpower in Sachen Bier noch weiter verstärkt. Neu im Vorstand ist auch Mike Schmitt von der Nikl-Bräu aus Pretzfeld.

„Unser Vorstand wird damit weiblicher, aber vor allem auch jünger“, machte Vorsitzender Klaus Peter Söllner deutlich. Der Verein wolle damit dem Trend folgen, dass derzeit eine neue Generation von Braumeisterinnen und Braumeistern antritt, um die fränkische Bierkultur weiter zu entwickeln und für die Zukunft fit zu machen. Dabei will das Bierland eine Rolle spielen.

Das geht, wie Söllner sagt, bis hin zu ganz praktischen Dingen. Eine Gebrauchtwarenbörse unter den Mitgliedern werde gut angenommen. Sie helfe den kleineren Brauereien, sich auszustatten, wenn die größeren sich erneuern. Wie stark das Bierland Oberfranken aufgestellt ist, misst Söllner auch an der Tatsache, dass Deutschlands bester Brauer, der Scheßlitzer Sebastian Dippold, an der Kulmbacher Berufsfachschule ausgebildet worden ist. „Oberfränkisch durch und durch“, freut sich Landrat Söllner. 

Eines der Ziele des Vereins sei es, die Brauereichefs für die Zukunft fit machen, betonte Gisela Hansen, geschäftsführende Vorsitzende von Bierland Oberfranken. „Deswegen haben wir erstmals eine Weiterbildung für unsere Brauerei-Mitglieder entwickelt, ein dreitätiges Seminar mit dem bezeichnenden Titel „Bierfachmann/-fachfrau“, das sehr gut angenommen worden und derzeit in Hof läuft. 
Solche Seminare werden wir auch nächstes Jahr wieder für unsere Mitgliedsbrauereien anbieten“, erklärte Hansen.

Wie gut der Verein angenommen wird, zeigte sich nach Aussagen von Klaus Peter Söllner auch in der großen Resonanz bei der Jahres-Mitgliederversammlung. Mehr als 100 Mitglieder waren im Mönchshof dabei, als Gisela Hansen und Bernd Sauer von der Handwerkskammer die Tätigkeitsberichte vorstellten. Über Bier aus Oberfranken berichteten auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Zeitschriften und Magazine. Sogar der „Playboy“ fand den Gerstensaft aus der Region „sexy“ genug für einen Artikel im Heft. 

Die Nachricht aus dem vergangenen Jahr, dass das Brauereisterben in Oberfranken beendet sei und erstmals seit dem Jahr 1840 die Brauereizahlen in Franken und Oberfranken wieder steigen, sei sogar im „Wall Street Journal“ veröffentlicht. Besonders freuen sich Sauer und Hansen, dass immer mehr Kommunen den touristischen Wert der fränkischen Bierkultur entdecken.

Sie nannten als Beispiele den Walk of Beer in Forchheim, die Bierfeste in Memmelsdorf und Bad Staffelstein, den Fünf-Seidla-Steig in Gräfenberg, den Weltrekord-Brauereienweg in Aufseß, die Aktivitäten von Stadt und auch Landkreis Bamberg mit seinem Kreisla-Bier und dem geplanten Internationalen Bierkulturzentrum.

 

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