Vor Weihnachten ging's richtig rund

Der Zustellstützpunkt der Post in Pegnitz. Foto: Ralf Münch

Für wohl keine Berufsgruppe stieg die Arbeitsbelastung in der Vorweihnachtszeit so sehr wie für Brief- und Paketzusteller. Im Zustellstützpunkt Pegnitz der Deutschen Post kamen die beiden Wochen vor Weihnachten doppelt so viele Pakete an wie üblich. Doch die Mitarbeiter blieben gelassen. Ein Besuch.

Morgens, kurz vor 7 Uhr, in Pegnitz. In Reih’ und Glied warten die gelben Postautos auf dem Gelände des Zustellstützpunktes in der Sauerbruchstraße auf ihren Einsatz. In der Halle werden Pakete geschlichtet und Briefe sortiert. Es geht hektisch zu, doch gestresst wirkt niemand. Die 19 Postboten sind routiniert. Dass die Arbeitsbelastung vor Weihnachten enorm steigt, sind sie gewohnt. Seit 4. Dezember verstärken zwei Mitarbeiter die Mannschaft.

300 Mitarbeiter an 16 Standorten

Zwischen den Zustellern steht Monika Bußinger. Sie ist Zustellstützpunktleiterin und zuständig für 300 Mitarbeiter an 16 Standorten der Deutschen Post., Pegnitz ist der nördlichste unter ihrer Regie. Sie erzählt, dass in diesem Jahr deutlich mehr Pakete verschickt werden als in den vergangenen Jahren. „Der Internethandel boomt“, sagt sie. Im Schnitt kommen im Zustellstützpunkt Pegnitz 6000 Pakete pro Woche an, macht etwa 1200 Stück am Tag. In den beiden Wochen vor Weihnachten waren es um die 2500 Pakete täglich. Hinzu kommen Großbriefe, durchschnittlich 30.000 wöchentlich, und 54.000 Standardbriefe pro Woche.

Teamleiter am Standort

Florian Mellinghoff ist Teamleiter am Standort Pegnitz. Er koordiniert die Postboten, stellt aber auch selbst zu. Sein Bezirk hat die Nummer 91257-01, die Pegnitzer Innenstadt. „Eigentlich bin ich noch entspannt“, sagt er. Viel stressiger als vor Weihnachten sei es um den Black Friday im November gewesen, als die Leute haufenweise Sonderangebote im Internet bestellten.

12 000 Haushalte

Um die 12 000 Haushalte um Pegnitz, bis Schnabelwaid, Betzenstein und Pottenstein, beliefern die Postboten des Zustellstützpunktes. Die Kunden, so Mellinghoff, seien vor Weihnachten recht locker. „Der Lieblingsspruch der Leute ist: ,Ach, Sie sind heute aber spät dran.‘ So entspannt sind manche sogar“, sagt Mellinghoff und schmunzelt. Manchmal gibt es Geschenke für die Zusteller. Wein bekommen sie am häufigsten, Geldgeschenke bis 25 Euro dürfen die Postboten annehmen. Um 7.30 Uhr kommt ein Lkw mit Briefen in Pegnitz an. Diese werden vom Briefzentrum aus Nürnberg geliefert. 15 Minuten später, als es langsam zu dämmern beginnt, trifft eine Ladung Pakete aus dem Paketzentrum in Feucht ein.

21 Briefträger

Die Briefe sortieren die 21 Briefträger – zur Hälfte Frauen, zur Hälfte Männer – an den Zustelltischen nach der Gangfolge, die sie später in ihrem Bezirk abfahren. Wenn das Auto voll ist, fahren sie los. „In der Weihnachtszeit muss man eher mal nachladen“, sagt Bußinger. 31,5 Kilogramm darf ein Paket maximal wiegen – körperliche Schwerstarbeit. Wiegt es mehr, wird es schon vom Paketzentrum aus wieder an den Absender zurückgesendet. Manchmal kommt es vor, dass ganze Fahrräder verschickt werden.

Auch ein Bierzelt war dabei

Die ungewöhnlichste Sendung, erklärt Mellinghoff, war ein Bierzelt. Verpackt in zwölf Pakete zu je 28 Kilogramm. Der 28-Jährige arbeitet seit fünf Jahren beim Pegnitzer Zustellstützpunkt. Maximal zehn Stunden und 45 Minuten dürfen die Postboten pro Tag tätig sein. 45 Minuten davon sind Pause. Mehr sind nach dem Arbeitszeitgesetz nicht erlaubt. Überstunden werden bezahlt, so Bußinger. Brückentage gibt es für Postboten nicht, von montags bis samstags werden Briefe und Pakete zugestellt. Normalerweise auch am Heiligen Abend, doch da der Tag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, haben die Zusteller frei. Wer ein Paket bis zum Donnerstagabend bei der Post abgegeben hat, der sollte Glück haben: Das Weihnachtspäckchen dürfte noch pünktlich beim Adressaten angekommen sein.

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