Vor leeren Rängen Neudrossenfelder Geisterspiel in Bamberg

Symbolfoto: dpa

FUSSBALL. Zweites Topspiel für den TSV Neudrossenfeld binnen einer Woche: Nach dem mit 0:4 verlorenen Heimspiel gegen den neuen Tabellenzweiten SC Schwabach geht es für den derzeitigen Dritten am Samstag zum Klassenprimus FC Eintracht Bamberg (14 Uhr). Und es wird nicht nur wegen der Tabellensituation ein besonderes Spiel: Aufgrund des Fehlverhaltens einiger Bamberger Zuschauer hat das Verbandssportgericht Strafen gegen die Domstädter ausgesprochen. Neben dem Abzug von einem Punkt und einer Geldstrafe wird das Kräftemessen mit Neudrossenfeld als sogenanntes „Geisterspiel” unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.

Lediglich zwei Handvoll Funktionäre beider Seiten dürfen im Bamberger Fuchspark-Stadion mit dabei sein. Andere Personen, die im Besitz von sogenannten Liga-Ausweisen sind, müssen draußen bleiben.

„Es ist schade, dass wir dieses Spiel vor leeren Rängen austragen müssen“, bedauert TSV-Coach Werner Thomas, der zusammen mit seinem Co-Trainer Sebastian Brand auch noch in der nächsten Saison am Weinberg tätig sein wird, das Urteil der Sportrichter. „Jeder Spieler arbeitet doch auf solche Partien hin, freut sich auf viele Zuschauer. Aber wir müssen mit dieser Entscheidung leben.“ Dass die Fan-Unterstützung gänzlich ausbleibt, nimmt der 47-Jährige hin: „Ich hoffe aber, dass wir uns schnell darauf einstellen.“

Niederlage gegen Schwabach sitzt noch tief

Das 0:4 gegen die Schwabacher hat Thomas noch nicht so recht verwunden. „Wir haben uns in der vergangenen Woche damit eingehend befasst.“ Und der Coach nennt auch die Gründe, weswegen die Mittelfranken die volle Beute mitnehmen durften: „Wir haben einfach nicht alles abgerufen, was den Fußball ausmacht. Kämpfen, kratzen und beißen gehört eben auch dazu. Das haben wir nicht gemacht, und deshalb kam auch so ein Ergebnis heraus.“ Nach 25 Minuten habe sein Team jegliche Struktur verloren, den Schwabachern zu viele Räume überlassen, die diese dann zu ihren Treffern nutzten.

Bamberger gewinnen Hinspiel 2:0

Dass es bei den Bambergern, die das Hinspiel mit 2:0 für sich entschieden, nicht einfacher wird, ist Thomas klar. Der Spitzenreiter landete zum Neustart nach der Winterpause einen knappen 2:1-Erfolg bei der SG Quelle Fürth, drehte die Partie nach einem 0:1-Rückstand in der 77. und 88. Minute durch Treffer von Lukas Schmittschmitt (Foulelfmeter) und des ehemaligen Altstädter Kapitäns Tobias Ulbricht. FC-Trainer Michael Hutzler sagte im Anschluss: „Unter dem Strich ist der Sieg richtig verdient, denn meine Mannschaft hat in den 90 Minuten sehr viel investiert.“ Vier Zähler auf die punktgleichen Verfolger aus Schwabach und Neudrossenfeld (ein Spiel weniger) weisen die Bamberger nun auf, das Saisonziel Aufstieg bekam durch den Sieg in Fürth weitere Nahrung. Der spielende Co-Trainer Ulbricht weiß um die Schwere der heutigen Aufgabe: „Die Neudrossenfelder haben eine individuell sehr stark besetzte Mannschaft mit viel Qualität. Und gerade nach deren deutlichen Heimniederlage werden sie auf Wiedergutmachung aus sein.“

Personell können die Neudrossenfelder auf die gleiche Besetzung wie gegen Schwabach zurück greifen, die Chance, sich zu rehabilitieren, besteht also. Das spielt für Thomas aber erst einmal keine Rolle: „Ich will sehen, dass wir wieder die Grundtugenden zeigen.“

Bamberger sprechen

Der FC Eintracht Bamberg lässt sich die Entgleisungen seiner so genannten Fans, welche die Sanktionen nach sich zogen, nicht gefallen. Insgesamt sechs Stadionverbote sprach der Verein kürzlich gegen die Verursacher aus, die für die Dauer von einem bis zu drei Jahren gelten. Gegen diese werden die Domstädter zudem Regressforderungen für die durch Strafen, Gerichts- und Verfahrenskosten entstandenen Ausgaben geltend machen. Und auch den Umsatzausfall, der am Samstag durch das „Geisterspiel“ entstehen wird, will sich der Verein von den betreffenden Zuschauern ersetzen lassen.

 

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