Vor 50 Jahren Der 3. Oktober 1968: Luxuszug in Oberfranken

Repro: Nordbayerischer Kurier

VOR 50 JAHREN. Der "Nordbayerische Kurier" feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen. An dieser Stelle blicken wir täglich auf den Tag genau 50 Jahre zurück. Lesen Sie im Artikel die Titelseite von damals und einen Rückblick der lokalen Ereignisse. In der Ausgabe vom 3. Oktober 1968 berichteten wir unter anderem von bei uns eher unbekanntem Luxus auf Schienen.

Auf der Bahnstrecke zwischen Bayreuth, Neuenmarkt und Wirsberg wurde damals ein Eisenbahntriebwagen getestet. Wie der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 3. Oktober 1968 berichtete, war der Triebwagen für die dänische Eisenbahn bestimmt. Er wurde ein halbes Jahr lang in Oberfranken getestet und stand in dieser Zeit auch den hiesigen Fahrgästen zur Verfügung.

Der Triebwagen, der in Deutschland hergestellt worden war, unterschied sich deutlich von den auf den oberfränkischen Strecken üblichen Eisenbahnen – vor allem bei der Innenausstattung: Auf dem Boden waren dicke Polsterteppiche verlegt worden und die Sitze sahen aus wie Clubsessel in der Empfangshalle eines vornehmen Hotels.

Der Triebwagen erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern. In Oberfranken durfte der Zug allerdings nur mit 90 Stundenkilometern fahren. Jeden Mittwoch musste der Triebwagen in die Überholstation am Bahnhof in Neuenmarkt, wo technische Verbesserungen vorgenommen wurden.

Hin und wieder kam eine Kommission des Auftraggebers aus Dänemark, um Veränderungswünsche anzumelden. Nach sechs Monaten würde der Triebwagen einer letzten Generalüberholung unterzogen, ehe er seine Reise nach Dänemark antrat.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von einem dreisten Exhibitionisten. Er trieb sein Unwesen schon länger in Bad Berneck und Umgebung. Meistens entblößte er sich in Gegenwart junger Frauen und Mädchen, in einigen Fällen trat er jedoch gänzlich unbekleidet auf.

Besonders dreist war sein Buhlen um Aufmerksamkeit. Um die Frauen auf sich aufmerksam zu machen, postierte er sich vor deren Wohnungsfenstern und warf kleine Steinchen gegen die Fensterscheiben. So erreichte er, dass die Frauen aus dem Fenster blickten und ihn sehen mussten.

Die Polizei konnte schließlich einen 19-jährigen Bad Bernecker festnehmen, der schon früher wegen solcher Delikte auffällig geworden war. In einer Gegenüberstellung konnte er als Täter identifiziert werden. Er gestand umgehend.

 

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