Volleyball-Interview Gemeinsam den Neuanfang wagen

Die Volleyballerinnen von FSV und MTV spielen ab dieser Saison als SG Schnabelwaid/Pegnitz zusammen. Im Bild (von links): Miriam Eckert, Trainer Thomas Zapf und Anna Späth. Foto: Marcel Staudt

PEGNITZ/SCHNABELWAID. Auf beiden Seiten wäre es für diese Saison schwierig geworden, also bündeln die Volleyballerinnen des FSV Schnabelwaid und des MTV Pegnitz ihre Kräfte. Im Interview erzählen Trainer Thomas Zapf (37) sowie die Spielerinnen Miriam Eckert (19) und Anna Späth (17), wie aus zwei Mannschaften ein Team wird. Am Samstag, 14 Uhr, empfängt die SG Schnabelwaid/Pegnitz in der Christian-Sammet-Halle BSV Bayreuth IV und TSV Konnersreuth zum Heimspieltag in der Bezirksklasse Ost.

Herr Zapf, wann war für Sie als Trainer der Schnabelwaider klar, dass es alleine nicht mehr weitergehen wird?

Thomas Zapf: Das war zum Ende der vergangenen Saison. Eine unserer besten Spielerinnen verletzte sich schwer, dadurch wurde die Spielerdecke zu dünn. Wir haben sowieso gegen den Abstieg gespielt, also sind wir dann freiwillig abgestiegen. Ich wusste, dass auch die Pegnitzerinnen wenige Spielerinnen haben. Nur stand der MTV zwei Ligen unter uns kurz vor dem Aufstieg. Christoph Kiefhaber, Trainer der Pegnitzerinnen, hat dann frühzeitig zu mir Kontakt aufgenommen. Uns war schnell klar, dass wir als Trainerduo mit einer gemeinsamen Mannschaft weitermachen wollen.

Wie hat Ihre Mannschaft auf diesen Plan reagiert?

Zapf: Es war für alle deutlich, dass es alleine nicht mehr weitergehen kann, also waren sie glücklich damit. Bis auf eine Ausnahme. Eine Spielerin haben wir verloren, weil ihr die Bezirksklasse, in der wir jetzt antreten, vom Niveau her zu niedrig ist.

Welche Vorteile hat es, als Trainer zu zweit zu sein?

Zapf: Alleine wäre es sehr schwierig geworden, weil Christoph und ich ja jeweils nur die halbe Mannschaft kennen. Da hätte es auch passieren können, dass sich Spielerinnen benachteiligt fühlen. Christoph arbeitet auswärts als Lehrer, er kann nicht zu jedem Training und Spiel kommen. Aber das kann ich auch nicht. Aber in der Vorbereitung waren wir meistens zu zweit. Wir konnten beide unsere Ideen ins Training mit einfließen lassen. Vier Augen sehen mehr als zwei.

Frau Eckert, Sie haben vorher für Schnabelwaid gespielt. Und Sie, Frau Späth, für Pegnitz. Ist aus FSV und MTV bereits ein Team gewachsen?

Miriam Eckert: Noch nicht komplett. Aber der vergangene Spieltag (die SG startete mit 3:0 beim TSV Hof Vipers in die Saison, Anmerkung der Red.) hat uns schon weit gebracht. Es wird von Woche zu Woche besser, wenn alle ins Training kommen.

Anna Späth: Es ist auf jeden Fall besser als am Anfang, wir sind schon ziemlich weit.

Ihre Mannschaft trainiert freitags. Jeden Montag findet das Mixed-Training statt. Volleyballbegeisterte Männer und Frauen spielen gemeinsam. Was bringt es den Spielerinnen der Mannschaft, auch an dieser freiwilligen Einheit teilzunehmen?

Zapf: Das Netz hängt höher, es werden schnellere Bälle gespielt.

Eckert: Das Mixed-Training bringt ganz viel, weil die Männer das Läufersystem überhaupt nicht kennen. Das heißt, wir rotieren, jeder spielt auch mal auf einer für ihn völlig ungewohnten Position. Dadurch lernt man, den Ball besser einzuschätzen.

Späth: Wir profitieren montags von der Erfahrung der Älteren. Sie sehen eher, wo eine Lücke ist.

Eckert: Wir haben Männer dabei, die auf den Ball einfach draufhauen. Wenn man das vom Montag gewöhnt ist, ist das Freitagstraining, wenn wir nur Frauen sind, nicht mehr schlimm. Es härtet ab.

Sie haben gleich Ihr Auftaktspiel gewonnen. Überrascht?

Eckert: Ich habe den Sieg schon erwartet, weil wir Schnabelwaiderinnen ja jetzt eine Liga tiefer spielen als vorher. Aber für die Pegnitzer war es auf jeden Fall eine Herausforderung, weil sie nun eine Liga höher spielen. Außerdem sind sie sehr jung. Ich bin mit 19 Jahren eine der Jüngsten von der Schnabelwaider Seite. Aber die Pegnitzerinnen haben einige Spielerinnen, die nochmal zwei Jahre jünger sind.

Späth: Wir Pegnitzerinnen haben den Start wirklich nicht so gut erwartet. Die Bälle werden eine Liga weiter höher deutlich schneller gespielt.

Was haben Sie sich für diese Saison vorgenommen?

Späth: Hauptsächlich, dass die Mannschaft gut zusammenwächst, damit der Volleyball hier eine Zukunft hat.

Zapf: Wir  wollen eine sichere Platzierung in der Bezirksklasse erreichen, das haben wir als Ziel ausgegeben.

Warum lohnt es sich an diesem Wochenende als Zuschauer zumVolleyball statt zum Fußball zu gehen?

Eckert: Viele Leute kennen Volleyball nur aus ihrer Schulzeit. Sie wissen nicht, was Volleyball wirklich ausmacht. Dass es ein System gibt, dass nicht jeder alles spielt.

Zapf: Auch in unserer Liga ist Volleyball technisch sehr anspruchsvoll. Für das Publikum ist der Sport sehr interessant. Nach jedem Aufschlag wird ein Punkt erzielt, da kann man die ganze Zeit mitfiebern.

Das Gespräch führte Marcel Staudt

 

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