Viele Wege führen zur Landesgartenschau - Touri-Bus heute im Stadtrat Mit Tschu-Tschu-Bahn durch Bayreuth

Diese Tschu-Tschu-Bahn zuckelt durch Goslar. Eine weiße Bimmelbahn wird während der Landesgartenschau durch Bayreuth fahren. Foto: Archiv/dpa

Es ist eine Herausforderung: Bis zu 25.000 Besucher täglich sollen zur Landesgartenschau gelangen. Und auf dem Weg dorthin sollen sie sehen, was Bayreuth sonst noch zu bieten hat. Damit sie wiederkommen. Über ein Projekt soll der Stadtrat am Montag entscheiden. Was sonst noch geplant ist, zeigt unsere Karte.

 

Der Touri-Bus:Bei der Testfahrt im Oktober waren die Stadträte von dem Doppeldeckerbus begeistert. Ob er kommt, ist noch unklar. Am Montag ist der Antrag von Christoph Rabenstein (SPD), der seit Sommer vorliegt, Thema im Stadtrat. Für etwa 80.000 Euro würde der Bus, der schon bei der Deggendorfer Landesgartenschau im Einsatz war, auch in Bayreuth seine Runden drehen.

Für die Besucher soll er kostenlos sein. Der Bus soll neben den Eingängen der LGS einige Bayreuther Sehenswürdigkeiten anfahren. Die Fahrgäste könnten nach Belieben ein- und aussteigen, eine komplette Runde dauert etwa eine Stunde.

Vorteil: Ungewohnte Blicke auf Bayreuth. Nachteil: Der Doppeldecker-Bus ist zu schmal für Rollstühle, für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, könnten die Stufen zum Oberdeck schwierig sein. Dort ist die Sicht am besten. "Die LGS wird nicht vom Touri-Bus abhängen", sagt Rabenstein. "Aber die meisten Besucher werden nicht zu Fuß in die Stadt wandern, da hilft der Bus."

Noch mehr Bus: Neben den normalen Bushaltestellen wird während der LGS eine Bedarfshaltestelle am Eingang Nord eingerichtet. Die Busse der Stadtwerke fahren alle 20 Minute. "In Stoßzeiten sind sie bereit, mehr Busse einzusetzen", sagt Ulrich Meyer zu Helligen, Geschäftsführer der Landesgartenschau.

Die Tschu-Tschu-Bahn: Dieser fahrbahre Untersatz, der keine Schienen braucht, wird zwischen dem Markgräflichem Opernhaus und dem Haupteingang der Landesgartenschau verkehren. Mit der Bimmelbahn, die vorher im Münchner Olympiapark unterwegs war, fahren die Gäste sogar durch die Bayreuther Fußgängerzone. Dort in Schrittgeschwindigkeit, ansonsten ist die Bahn mit bis zu 25 Stundenkilometern unterwegs. Wie im Touri-Bus sollen sie dabei Infos über Bayreuth hören.

Die Bahn hält nur am Start- und Endpunkt. Erwachsene zahlen fünf Euro, Familien zwölf Euro. "Das Straßenverkehrsamt hat grundsätzlich sein Okay gegeben", sagt der Bayreuther Busunternehmer Marcus Losert. Wegen der genauen Route laufen die Abstimmungen mit der Stadt. Probleme bereitet zum Beispiel noch das Stück am Richard-Wagner-Museum.

Losert hat die Tschu-Tschu-Bahn für etwa 50.000 Euro gebraucht gekauft. Sie bietet Platz für 84 Fahrgäste und verfügt über eine Rollstuhlrampe. Eine Konkurrenz zum Touri-Bus sieht Losert in der Bahn nicht, weil dieser eine andere Route bedienen soll. "Wir werden sie als Teil des Innenstadtmarketings mitbewerben", sagt Manuel Becher, Geschäftsführer der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (BMTG).

Mit Zug und Shuttle-Bus: Auswärtige Besucher sollen möglichst mit dem Zug anreisen. Um das zu fördern, hat die Landesgartenschau 2016 GmbH einen Shuttle-Bus eingerichtet. Der Bus startet am Hauptbahnhof und fährt direkt zum Haupteingang der Landesgartenschau. Auf dem Rückweg zum Bahnhof macht er am Richard-Wagner-Museum und an der Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH) Halt. 30 Minuten dauert eine Runde.

Der Bus fährt täglich zwischen 9 bis 18.15 Uhr, wahrscheinlich alle halbe Stunde, in Spitzenzeiten alle Viertelstunde. Die Fahrt ist für alle Landesgartenschau-Besucher kostenlos. Landesgartenschau-Chef Meyer zu Helligen geht davon aus, dass die meisten mit dem VGN-Fahrschein oder Bayernticket anreisen. Für sie ist der gesamte Bayreuther Nahverkehr sowieso kostenlos. Ein weiterer Bonus: Wer sein Bahn-Ticket an der Kasse vorlegt, bekommt zwei Euro Rabatt auf die Eintrittskarte zur Schau.

Zu Fuß: Vom Hauptbahnhof zur Landesgartenschau werden zwei 20-minütige Fußwege ausgeschildert. Einer führt barrierefrei am Roten Main entlang, der zweite über die Brandenburger Straße, Schöne Aussicht und St. Georgen. "Wir wollen auch den Nachbarstadtteil einbinden, der für Besucher einiges zu bieten hat", sagt Meyer zu Helligen. "Spaziergänger haben vielleicht gemerkt, dass wir die Bänke und Papierkörbe an den Strecken schon erneuert haben." Als flankierende Maßnahmen sind neue Infotafeln geplant und die Spielplätze am Weg werden aufgehübscht.

Parken: Schon von der Autobahn sollen Schilder die Autofahrer zu den Parkplätzen leiten. Die gibt es nur am Haupteingang und kosten vier Euro: der gesamte Volksfestplatz wird zum Parkplatz, dazu der Hartplatz am FC-Gelände und der des Schulzentrums Ost. Die Schüler dürfen derweil den neuen Parkplatz an der Rollschuhbahn benutzen.

Ebenfalls für die LGS reserviert ist der modernisierte Parkplatz an der Grünewaldstraße, an dem jetzt auch Wohnmobile stehen dürfen. Behindertenparkplätze gibt's direkt am Haupteingang. An der Straße dort dürfen auch die Busse zum Aussteigen halten. Die Äußere Badstraße wird nämlich dort zur Einbahnstraße. Außerdem gibt es das Parkhaus am Sportzentrum.

Wo Parken tabu ist: An der Eremitagestraße. Die Anwohner dort sind seit der Bauarbeiten schon Tempo 30 gewohnt. Ab April kommt noch ein Parkverbot hinzu. "Wir haben der Polizei nahegelegt, dort vermehrt Streife zu fahren", sagt Meyer zu Helligen.

Mit dem Rad: An allen drei Eingängen werden Radparkplätze errichtet, ebenso auf den Grünflächen am Nordeingang in der Eremitagestraße. Nebeneffekt: Dann können Autofahrer diese nicht als illegale Parkplätze nutzen. Weitere Radwege sind nicht geplant, die bestehenden werden aber in einem Infoblatt für Gartenschau-Besucher beworben.

Info: Aktuell sind 5.000 Dauerkarten und 25.000 Tageskarten verkauft.

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