Viele Schäden im Kindergarten

Im Kindergarten St. Franziskus haben sich mehrere Schäden aneinander gereiht. Foto: Marcel Staudt

Vor über zwei Monaten gab es im Kindergarten St. Franziskus einen Wasserschaden. Deshalb ist die Kinderkrippe vorübergehend in die Turnhalle der Einrichtung gezogen. Außerdem fielen vergangene Woche Heizung und Strom aus. „Insgesamt handelt es sich um eine Aneinanderreihung mehrerer unglücklicher und unkalkulierbarer Umstände bei extrem kalten Außentemperaturen“, teilt Bürgermeister Uwe Raab schriftlich mit.

Im sozialen Netzwerk wurde der Heizungsdefekt mit der gewohnten Aufregung diskutiert. In der Gruppe „Ich bin ein echter Pegnitzer!“ sahen die Teilnehmer an der Diskussion den Träger des Kindergartens, die Katholische Kirchenstiftung Herz-Jesu, in der Pflicht. „Das muss man als Eltern nicht hinnehmen!!!! Sofortige Gespräche mit dem Träger und ansonsten Kindergartenbeiträge wieder zurückbuchen lassen“, schlug etwa eine Schreiberin vor. Ein weiteres Gruppenmitglied ergänzte: „Für diesen Kindergarten hat der Träger kein Geld übrig.“

Kirchenstiftung ist nur Mieter

Richtig ist allerdings, dass die Kirchenstiftung lediglich Mieter im Gebäude am Arzberg ist. Eigentümer ist die Stadt Pegnitz und somit für das Beheben solcher Schäden zuständig. Die defekte Heizung stehe „indirekt in Zusammenhang mit einem Wasserschaden, der kurz vor Weihnachten der Stadt gemeldet wurde“, erklärt Bürgermeister Uwe Raab. So sei der Stadt vor den Festtagen mitgeteilt worden, dass an einer Wand in der Krippengruppe Feuchtigkeit aufsteigt. Die umgehend verständigte Firma hat kurzfristig die vermeintliche Ursache repariert, eine erste Trocknung aufgebaut und ein Angebot zur Freigabe über die Stadt Pegnitz an die Versicherung geschickt.

Fußbodenheizung ist sehr träge

Der mit der Begutachtung von der Versicherung eingesetzte Sachverständige hat daraufhin eine andere Firma mit der Leckortung beauftragt. Diese Firma war wiederum am Wochenende des 17. und 18. Februars im Kindergarten, um das Leck im Heizkreis, der die Heizkörper versorgt, zu finden. Geortet wurde das Leck in der Heizleitung zwischen Küche und Flur. Für die Behebung wurde der Heizkreis außer Betrieb gesetzt. Stattdessen sollte die Fußbodenheizung für Wärme sorgen. Doch auch sie lief „an diesem Wochenende leider auf Störung“, so Raab, „was zu dem Wärmeabfall bis Montag führte“. Zu Beginn der vergangenen Woche konnte die Fußbodenheizung wieder in Betrieb gesetzt werden. „Fußbodenheizungen sind aber sehr träge und deshalb dauert es mindestens ein bis zwei Tage bis bei den derzeit extremen Temperaturen wieder die Solltemperatur erreicht wird“, so Raab. Die Firma stellte am Dienstag vergangener Woche sechs Heizlüfter auf, die „vermutlich für den Stromausfall am Mittwoch verantwortlich waren“, sagt Raab. „Die sofort gerufene Elektrofachfirma stellte fest, dass eine Panzersicherung ausgelöst hatte. Dadurch verzögerte sich die Rückkehr zum Normalzustand nochmals etwas.“ Der war dann am Freitag erreicht. „Heizung geht wieder“, meldete ein Mitglied in in der erwähnten Facebook-Gruppe.

Krippe bleibt noch in der Turnhalle

Die Sanierung des Wasserschadens dauert derweil an, die Kinderkrippe bleibt in der Turnhalle. „Es wird davon ausgegangen, dass die Räume bis Ende März getrocknet und saniert und dann wieder nutzbar sind“, so Raab weiter. Laut einer Mutter eines Kindes aus dem Kindergarten war es während des Heizungsdefekts nicht spürbar kälter. „Ich kann es aber nicht genau sagen, weil ich mit einer dicken Jacke ins Gebäude kam“, sagt sie unserer Zeitung.

Ob der Mieter mit dem Vorgehen seines Vermieters zur Schadensbehebung einverstanden ist, bleibt ein Geheimnis. Für Stellungnahmen verweist das Sekretariat im Pfarrbüro Herz-Jesu nach mehreren Anrufen auf Michael Boelter vom Erzbistum Bamberg. „Dazu möchte ich mich nicht äußern“, sagt Boelter am Telefon. Mit der Stadt habe er vereinbart, dass ausschließlich sie Stellungnahmen abgeben wird.

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