Verwüstungen Polizei ist Übeltätern von Bad Berneck auf der Spur

BAD BERNECK. Nach den Fällen von Verwüstungen und Zerstörungen im Kurpark und im Dendrologischen Garten Rotherspark in Bad Berneck kommt die Polizei bei den Ermittlungen offenbar voran. Im Stadtrat ist der Ruf nach Gegenmaßnahmen laut geworden.

Mitte Februar hatten Unbekannte einen Kinderspielplatz im Kurpark verwüstet und unter anderem Glasscherben auf dem Gelände verteilt, das daraufhin gesperrt wurde. Den Schaden schätzt die Stadtverwaltung auf mindestens 10.000 Euro. Zwei Wochen später wüteten Täter im Dendrologischen Garten, brachen die massive Tür zum Bergwerkstollen auf und besprühten eine Hinweistafel und einen Pavillon.

Es gibt Namen

Die Stadt und der Chef der Polizeiinspektion Bayreuth Land, Edgar Schock, hätten ihre Erkenntnisse in diesen Fällen ausgetauscht, sagte Bürgermeister Jürgen Zinnert in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Es gebe Erkenntnisse, einige Namen von Mitgliedern einer Clique, die für die Taten in Frage komme, seien bekannt. Diese Personen würden in den kommenden Wochen Vorladungen erhalten. Die Belohnung von 300 Euro für sachdienliche Hinweise im Fall des Spielplatzes sei weiterhin ausgesetzt.

Anzeige erstattet

Schock wollte auf Kurier-Nachfrage keine näheren Auskünfte über die laufenden Ermittlungen und mögliche Verdächtige geben. Die Stadt Bad Berneck habe Anzeige wegen der Sachbeschädigungen an den beiden Orten erstattet, die Ermittlungen und Befragungen würden einige Zeit in Anspruch nehmen.

In Bad Berneck gebe es aber nicht mehr Fälle mutwilliger Zerstörungen als in vergleichbaren Orten im Landkreis, betonte Schock. Sollte die Polizei die Täter ermitteln, würden die Fälle der Staatsanwaltschaft vorgelegt und gegebenenfalls dem Jugendamt. Je nach Einzelfall seien bei jugendlichen Tätern verschiedene Sanktion für Sachbeschädigungen rechtlich möglich, vom Verweis bis zum Jugendarrest, der härtesten Maßnahme.

"Wurzel des Übels"

Nach Auskunft von Florian Fraaß von der Touristinfo Bad Berneck ist es im Dendrologischen Garten bereits mehrfach zu Sachbeschädigungen gekommen. Er sieht einen Zusammenhang mit der nahen Ruine des ehemaligen Siemens-Kurheims. „Das ist die Wurzel des Übels. Dort dringen immer wieder Chaoten ein, saufen und feiern Dachpartys.“ Die Stadt könne wenig tun, die Ruine sei in Privatbesitz, ein Kauf und Abriss kämen die Stadt sehr teuer.

Nächtliche Sperre

Im Stadtrat wird bereits der Ruf nach härteren Maßnahmen laut. Man könne an eine nächtliche Sperre des Rotherspark denken, dann hätte man eine bessere rechtliche Handhabe, sagte Bürgermeister Zinnert. Stadtrat Joachim Beth (Freie Wähler) sagte, solche Fälle von Sachbeschädigung gebe es in Bad Berneck alle ein, zwei Jahre. „Wir müssen uns über massive Maßnahmen Gedanken machen, sonst haben wir das Problem immer wieder.“ Auch Zweiter Bürgermeister Alexander Popp forderte eine „harte Gangart“.

"Nur wenige machen Ärger"

Stadtrat Harald Kröhn (SPD), ein Anwohner am Dendrologischen Garten, gab zu bedenken, dass manche Jugendliche dort nur friedlich feiern wollten und keinen Schaden anrichten. „Es sind nur wenige, die Ärger machen.“ Wenn die Stadt den Garten nachts sperre, solle man Jugendlichen, die sich mit Namen anmelden, die Nutzung auch künftig erlauben. „Man kann die Jugendlichen nicht von überall vertreiben.“

 

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