Verlieren verboten Medi Bayreuth empfängt BG Göttingen

Trotz geschwächter Besetzung leisteten die Göttinger im Hinspiel gegen Medi Bayreuth energischen Widerstand, ehe sie sich mit 80:89 geschlagen gaben. Hier bekam es Gregor Hrovat (in gelb) gleich mit drei Gegenspielern zu tun. Foto: Imago

BASKETBALL. Es könnte eine der wichtigsten Partien der gesamten Saison sein, wenn Medi Bayreuth am Samstag um 20.30 Uhr die BG Göttingen (14.) empfängt. Verliert der Tabellenelfte nach den Niederlagen gegen Frankfurt und in Bremerhaven auch noch gegen die gefährdeten Niedersachsen, hat sich die dritte Playoff-Teilnahme in Folge in der Bundesliga wohl erledigt.

Dessen ist sich auch Trainer Raoul Korner bewusst: „Es ist schwer, über die Playoffs zu sprechen, wenn man gerade gegen Frankfurt und Bremerhaven verloren hat. Das passt thematisch nicht zusammen. Auch über Ulm und Würzburg brauchen wir uns nicht unterhalten, wenn wir jetzt nicht daheim gegen Göttingen produzieren.“ Auf die beiden erwähnten direkten Konkurrenten treffen die Bayreuther im Saisonendspurt noch.

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Doch selbst gegen die mit sieben Niederlagen in Serie formschwächste Mannschaft neben Schlusslicht Jena sei die Wortwahl „Pflichtsieg“ momentan vermessen. Passender ist für den seit Dienstag 45-jährigen Österreicher die Bezeichnung „harter Kampf“. „Schließlich waren wir auch ein dankbarer Entwicklungshelfer für Crailsheim und Bremerhaven. Einen Sieg würden wir dankend annehmen.“

Das Bremerhaven-Spiel (75:83) – „die Rückfahrt war durch das Ergebnis noch länger“ – sei im Prinzip eine Kopie von Crailsheim gewesen. „Es war ein bisschen sinnbildlich für die gesamte Saison, in der wir die Konstanz nicht haben. Wir beginnen wie die Feuerwehr und haben alles unter Kontrolle“, sagt Korner. „Aber dann haben wir nicht die Qualität oder den Fokus, frühzeitig den Deckel drauf zu machen. Wir konnten sie nicht brechen, und das hat sich gerächt. Sie haben dann schwierige Würfe getroffen und gekämpft.“

Auch im Hinspiel in Göttingen (89:80) tat sich Bayreuth nach einer zwischenzeitlichen 16-Punkte-Führung schwer, obwohl die Veilchen aufgrund eines Magen-Darm-Virus nur zu acht angetreten waren und dabei mit Michael Stockton (Hüftverletzung) und Darius Carter die wichtigsten Spieler fehlten. „Das sind die zwei Schlüsselspieler, es ist aber noch nicht alles“, weiß Korner. „Sie gehen sehr aggressiv zum Offensivrebound. Da müssen wir besser arbeiten. Außerdem bewegen sie sich viel und doppeln im Post gleich beim ersten Ballkontakt.“

Bekenntnis zu Andreas Seiferth

Während die Göttinger seit dem Abgang des US-Amerikaners Tre Coggins Anfang Dezember nur noch fünf Ausländer im Kader haben, worauf Trainer Johan Roijakkers unter anderem die 70:81-Niederlage gegen Frankfurt vor vier Wochen zurückführte, stehen Korner gleich acht Mann für die sechs Kontingentstellen zur Verfügung. Den zuletzt bei den Fans in der Kritik stehenden Andreas Seiferth für ein Center-Duo Hassan Martin und Eric Mika zu opfern, hält er aber für den falschen Weg.

„In der Theorie mag das ganz toll klingen. Das wäre ein Topduo“, gibt Korner zwar zu, stellt aber gleich klar: „Andi ist sicher nicht der Grund, dass wir zuletzt Spiele verlieren. Wir waren mit ihm zweimal in den Playoffs, haben mit ihm Bamberg geschlagen und gegen München nur knapp verloren. Ich werde mich sicher nicht dem allgemeinen Bashing anschließen und einen Spieler vor den Bus werfen, nur um aus reinem Aktionismus etwas zu verändern.“ Zudem müsste dann ja noch ein ausländischer Flügelspieler pausieren. „Und da gibt es weder einen, der konstant genug wäre, um einen anderen rauszunehmen, noch einen, den wir nicht brauchen könnten.“

Und auch zur Besetzung der Point-Guard-Position hat Korner weiterhin eine klare Meinung – auch wenn das bedeutet, dass es erneut nicht zum Duell der Stockton-Brüder kommen wird. „Nur, wenn Kyan Anderson noch krank würde, aber bestimmt nicht, um es für die Medien interessanter zu machen. Kyan kann nicht alle Probleme im Alleingang lösen, er hilft uns aber weiter. Und er wird uns gegen die aggressive Göttinger Defense mehr Speed und Kreativität als im Hinspiel geben.“

 

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