Unverhoffter Neuzugang Aus der Dritten Liga nach Neudrossenfeld

Durchsetzungsvermögen bewies Lukas Schelenz (vorne) schon auf internationalem Parkett: Diese Szene stammt aus dem Youth League-Spiel zwischen RB Leipzig und AS Monaco. Foto: Imago/Sven Sonntag

Fußball. Überraschender Neuzugang für den Zweiten der Landesliga Nordost, TSV Neudrossenfeld: Vom ambitionierten Tabellenvierten der Dritten Liga, KFC Uerdingen, wechselt mit sofortiger Wirkung Lukas Schelenz auf den Weinberg. Der 19-jährige Eckersdorfer gilt als eines der größten Talente der Region.

Seine fußballerische Ausbildung genoss der 1,84 Meter große Rechtsfuß beim 1. FC Nürnberg und zuletzt bei RB Leipzig, wo er als Stammspieler in der U 19-Bundesliga (35 Einsätze) und Youth League (Jugend Champions League/fünf Einsätze) am Ball war. Weil die Sachsen ihre U 23 auflösten, gab es altersbedingt keine Perspektive mehr für ihn und er unterschrieb einen Profivertrag beim KFC Uerdingen, der nun im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst worden ist. In Neudrossenfeld erhält der defensive Mittelfeldspieler, der aber auch in der Innenverteidigung und auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden kann, einen Kontrakt über zweieinhalb Jahre und ist ab sofort spielberechtigt. Seine Zeit in Leipzig beschreibt Schelenz im Kurier-Gespräch als sehr intensiv: „Leipzig war die beste Ausbildungsstation, die ich bislang hatte. Fußballerisch und persönlich habe ich da viel gelernt. In Uerdingen war es auch eine wertvolle Erfahrung mit den ganzen ehemaligen Profis wie zum Beispiel Kevin Großkreutz, aber wenn man dann nur auf der Bank sitzt und nicht eingesetzt wird...“

"Wie die Jungfer zum Kind"

TSV-Vorsitzender Gerald Weinrich freut sich über den unverhofften Neuzugang: „Wir sind zu ihm gekommen, wie die Jungfer zum Kind. Er ist auf uns zugekommen, hat sich uns angeboten. Er sagte: Ihr seid ein gut geführter Verein, dem ich mich gerne anschließen würde. Soll heißen, es ist eine gewisse Bestätigung für unsere in den letzten Jahren geleistete Arbeit.“ Und Schelenz ist, wie er versichert, die Entscheidung nicht schwer gefallen: „Ich wollte einfach wieder in meine Heimat zurück. Und in Neudrossenfeld spielen ja auch einige, die ich schon von früher kenne. Mit Jannik Hannemann hatte ich die letzten Jahre immer Kontakt. Zudem herrschen hier ja auch tolle Trainingsbedingungen.“

Stammverein TSV Donndorf

Weinrich unterstreicht: „Wir bieten Lukas die Chance, sich neu zu sortieren.“ Und nicht nur das: Der Verein bietet ihm auch eine berufliche Perspektive, sprich eine Ausbildung. „Ich möchte in Richtung Industriekaufmann gehen“, ließ Schelenz gegenüber dem Kurier durchblicken. Der TSV-Vorsitzende und sein Trainer Werner Thomas erwarten keine Wunderdinge von dem 19-Jährigen, der seine ersten fußballerischen Schritte beim TSV Donndorf, dem ASV Oberpreuschwitz und bei der SpVgg Bayreuth machte, ehe er zum 1. FC Nürnberg wechselte: „Der Junge hat fast ein halbes Jahr keine Spielpraxis mehr. Wir geben ihm die Zeit, die er braucht, um sich einzuleben und zu entwickeln“, sagt Thomas.

Lukas Schelenz: "Habe mit dem Verein noch viel vor"

Gerald Weinrich ist klar, dass das Gastspiel von Schelenz auch nur eine Zwischenstation sein kann. „Vielleicht will er ja später noch einmal durchstarten. Aber das muss man sehen. Das Profigeschäft ist hart“, weiß Weinrich aus eigener Erfahrung. Gehen die Neudrossenfelder nun das Thema Bayernliga noch offensiver an? „Nicht mehr als vorher“, sagt Weinrich. Zur Winterpause haben die Grün-Weißen lediglich einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter FC Eintracht Bamberg, haben aber eine Partie weniger bestritten. Schelenz freilich ist überzeugt, dass die Bayernliga durchaus möglich ist. „Ich habe mit dem Verein noch viel vor“, gesteht er. Unter Trainer Werner Thomas will er auf seiner gewohnten Position im zentralen Mittelfeld („als Sechser oder Achter“) spielen.

 

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