Unternehmen ersetzt "das Gehirn"

Sind zuversichtlich, dass das etwas wird mit der neuen Partnerschaft (von links): Bürgermeister Uwe Raab, GMF-Geschäftsführer Rainer Pethran, Julia Rogen, Verwaltungsleiterin des Freizeitparks, Vorstand Wolfgang Hempfling, sein scheidender Vorstandskollege Walter Pflaum, sowie die GMF-Mitarbeiter Thomas Meier und Antonius Junker – letzterer wird sich in nächster Zeit federführend um die künftige Betriebsführung in Pegnitz kümmern. Foto: Ralf Münch

Jetzt macht er endgültig Schluss. Walter Pflaum, der sich nach seinem Ausscheiden als Schul- und Sportreferent aus der Stadtverwaltung noch federführend um die Geschicke des Freizeitparks kümmerte, hört zum Jahresende ganz auf. Weil ihn ein Einzelner nicht ersetzen könne, hat sich die Kommune entschieden, die Betriebsführung für das Ganzjahresbad Cabriosol und das Eisstadion an ein Unternehmen zu vergeben, so Bürgermeister Uwe Raab – an die GMF Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeiteinrichtungen. Sie ist unter anderem auch bei der Therme Obernsees aktiv.

Handeln war angesagt mit Pflaums Abschied, so Raab. Denn: „Er war das Gehirn, der Motor dieses Bades.“ Das lasse sich nicht so einfach durch eine Einzelperson ersetzen, „das zwang uns zum Nachdenken über andere Lösungen.“ Nach vielen Gesprächen sei man sich mit GMF einig geworden. Weil dort „umfangreiches Fachwissen“ vorhanden sei, weil es sich um ein Unternehmen handle, das den Betrieb und die Planung von Bädern zu seiner Kernaufgabe gemacht habe.

Großeinkauf macht's billiger

Damit seien Vorteile verbunden mit Blick auf die Erfahrungswerte dieser Firma. Etwa beim Thema effektiver Personaleinsatz. Oder beim Thema Einkauf: „Über den Verbund mehrerer Bäder lassen sich ganz andere Rabattdimensionen erreichen.“ Und, ja, unter dem Strich gehe es dabei schon auch darum, die Ausgaben zu verringern. Denn der Betrieb des Freizeitparks mit Bad und Eisstadion produziere bekanntlich Jahr für Jahr ein erhebliches Defizit. „Sparen wir da 100 000 Euro ein, so bringt das für Maßnahmen für die ganze Stadt 500 000 Euro, ergänzt durch Zuschüsse, etwa aus der Städtebauförderung.“

Sonst bleibt alles beim Alten

Völlig unberührt von der neuen Betriebsführung bleibt das selbstständige Kommunalunternehmen, das für den Freizeitpark zuständig ist, wie dessen – gemeinsam mit Walter Pflaum – Vorstand Wolfgang Hempfling gestern auf Nachfrage betonte. „Entscheidungsbefugt sind nach wie vor der Verwaltungsrat dieses Unternehmens und natürlich die kommunalen Gremien wie der Stadtrat“, ergänzte Bürgermeister Raab. Das gelte auch für das Personal, das weiterhin bei Eigenunternehmen angestellt ist. Raab hat Verständnis dafür, dass dort Befürchtungen zu hören waren, „das ist immer so, wenn sich etwas ändert“. Letztlich „wurde der neue Weg dort wohlwollend aufgenommen“, so Wolfgang Hempfling.

Vertrag erst einmal auf zwei Jahre befristet

Der Vertrag mit GMF sei nicht automatisch etwas für die Ewigkeit, betonte Bürgermeister Raab. Er gelte jetzt erst einmal für zwei Jahre, „dann sehen wir weiter“. Es könne ja zum Beispiel sein, dass die neue Betriebsleitung unter den Cabriosol-Mitarbeitern jemand finde, den sie für geeignet hält, in die großen Fußstapfen von Walter Pflaum zu treten. Raab spricht von einem Prozess, der nun anlaufe – „im engen Austausch mit dem Verwaltungsrat“. Es gehe darum, die „beste Handlungsstrategie“ für die Zukunft des Freizeitparks zu entwickeln.

Der Kampf gegen das Defizit

Und dabei eben auch herauszufinden, wie man das enorme Defizit bekämpfen kann. „Sie sind zwar nicht entscheidungsbefugt, aber Sie dürfen uns gerne anschubsen“, so Raab an die Adresse der GMF-Chefetage. Er erhofft sich von den Bädermachern angesichts ihrer Erfahrungswerte „kluge Ratschläge, denen wir gerne folgen“.

Hauptrolle: Ratgeber

Als Ratgeber verstehe sich GMF denn auch, meinte dazu Geschäftsführer Rainer Pethran. Zunächst gelte es sich, einen Eindruck zu verschaffen. Der erste sei schon einmal „sehr gut“. Mit Blick auf die Sicherheit, auf die Hygiene und Sauberkeit, auf den Zustand des Bades ganz allgemein.

Warum nicht der Idealfall?

Vier Wochen lang wird sich ein vierköpfiges Team von GMF jetzt im Cabriosol umschauen und Eindrücke sammeln – „und dann werden wir in Gesprächen mit den Menschen hier sehen, ob diese Eindrücke richtig sind“. Im Idealfall „können wir uns auf das Marketing konzentrieren und müssen gar nichts ändern, die Voraussetzungen sind auf jeden Fall gut“. Falls sich aus GMF-Sicht rascher Handlungsbedarf ergibt, werde man das eben mit dem Kommunalunternehmen zu klären haben, so Pethran, dessen Firma zurzeit in Deutschland, Österreich und Tschechien rund 20 Bäder und Hotels unter ihren Fittichen hat.

 

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