Unterer Schlosshof wird zum Kinosaal

Nicht nur Theaterstücke kann man hier sehen, sondern bald auch Kinofilme. Die Gemeinde plant zusammen mit dem Cineplex Bayreuth eine Open-Air-Kino-Reihe. Foto: Andreas Harbach

Der Markt Thurnau nutzt den Unteren Schlosshof bisher kaum. Das soll sich in Zukunft ändern: Gemeinsam mit dem Cineplex in Bayreuth plant die Gemeinde, im Sommer eine Open-Air-Kino-Reihe anzubieten. Doch bis dahin gibt es noch einige Fragen zu klären.

Zwar ist der Untere Schlosshof bereits erprobt, was kulturelle Veranstaltungen anbelangt. Man denke nur an die Schlosskonzerte oder die Theaterstücke des Schlosstheaters. Doch eine Kinoleinwand hing dort noch nie. Diese wird voraussichtlich zwölf Meter breit und fünf Meter hoch sein. Hängen soll sie nicht an einem Gerüst, sondern an der Schlossmauer selbst. "Der Schlosshof ist ja ein bisschen abschüssig. Aus der Bühne könnte eine Art Loge werden. Weil der Hof nach unten hin breiter wird, sitzen die Zuschauer wie in einem Stadion", sagt Bürgermeister Martin Bernreuther. Das bedeutet: Die Stühle werden in die andere Richtung gedreht. Der Besucher guckt nicht mehr zur Kemenate, dafür aber auf den Künßbergflügel. Die Veranstalter gehen von zirka 200 Plätzen für das Publikum aus. Genau wissen sie es jedoch noch nicht.

Charmante Idee

Für Bürgermeister Martin Bernreuther hat die Idee, im Unteren Schlosshof Kinoabende zu organisieren, einen großen Charme. Zusammen mit Sandra Bali, der Leiterin des Töpfermuseums, seien bereits die ersten Pläne ausgearbeitet worden. "Die Gemeinde ist zwar Bauherr für die einzelnen Bauabschnitte der Schloss-Sanierung, aber bisher hatten wir relativ wenig davon genutzt", erklärt Bernreuther. Mit dem Open-Air-Kino könne sich die Gemeinde als Veranstalter selbst einbringen.

Weil es für eine Kommune jedoch nicht einfach sei, Filme auszuleihen, habe man sich einen professionellen Partner gesucht. "Für uns ist es wichtig, Leute in unseren Ort zu bringen. Das Kino zieht vielleicht auch eine jüngere Zielgruppe an, als wir sie bisher hatten." Das große Geld werde mit dem Open-Air-Kino vermutlich nicht verdient, sagt Bernreuther. Das Cineplex habe aber einen Namen, der wirke und Anziehungskraft habe. "Das passt einfach genau zu uns."

Kinofilme aus Thurnau

Zu Thurnau würde es ebenfalls passen, genau eine Auswahl jener Filme zu zeigen, die in jüngster Zeit im Ort gedreht wurden. Zum Beispiel der Kinofilm "The Happy Prince", dessen Filmstart am 24. Mai 2018 geplant ist. Oder der neueste Kinderfilm aus der Detektiv-Reihe "Fünf Freunde". In den Augen von Bürgermeister Bernreuther wäre dies die "optimale Lösung". Zunächst sei an vier Kinotage gedacht. Das Datum stehe noch nicht verbindlich fest, aber es würde sich die Zeit vom 16. bis 19. August anbieten. Bis zum Sommer sollten die Bauarbeiten im Schlosshof größtenteils abgeschlossen sein, hofft Bernreuther.

Großer Kinoverbund

Schon vor gut einem Jahr gab es die ersten Gespräche zwischen dem Markt und der Thomas Filmtheater GmbH, die das Cineplex Bayreuth betreibt. Unter der Marke Cineplex waren nach Unternehmensangaben 2016 bundesweit 90 Kinos vereint. Mit 25 Betreibern, 66 Standorten und über 530 Leinwänden. Cineplex ist seit 1997 ein Zusammenschluss mittelständischer Kinobetriebe - und eröffnet immer mehr Kinos. 2016 kamen sechs neue Kinos hinzu. Im Umkreis von 30 Kilometern würden die Standorte 45 Millionen Bürger erreicht, so das Unternehmen.

Vorbereitungen laufen

Bei Thomas steckt Michael Rinaldi noch mitten in den Vorbereitungen. "Das Programm steht leider noch nicht", sagt der Leiter Operatives Management, der das Open-Air-Kino in Thurnau unter dem Arbeitstitel "Schlossflimmern" mitentwickelt. "Ende Januar können wir vielleicht mehr sagen." Wichtig sei ihm, dass für die Gäste ein Kino-Erlebnis geschaffen werde. "Dafür wollen wir die Location optimal nutzen." Leinwand, Ton, Licht, Sitzplätze - alles müsse genau aufeinander abgestimmt werden. Rinaldi besitzt Erfahrung mit Kino-Events und hat im Alten Hafen von Würzburg schon eine ähnliche Reihe organisiert. "Alle Beteiligten wollen und wir sehen, was wir machen können, damit es gelingt." Entscheidend sei die Kostenplanung, die bislang noch nicht erfolgt sei. Erst danach könne definitiv der Startschuss gegeben werden.

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