Uni-Radweg Parken mit Geschichte am Röhrensee

Am Radweg zur Uni am Röhrensee lebt die alte Bayreuther Bahn-Geschichte wieder auf. Die Mitarbeiter des Stadtgartenamts haben nicht weit vom ursprünglichen Bahn-Haltepunkt an der Pottensteiner Straße einen neuen Haltepunkt gebaut: einen für Radler, die den Röhrensee-Park besuchen wollen, wie Stadtgartenamts-Leiter Robert Pfeifer sagt. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Die älteren Bayreuther, die am Uni-Radweg entlang radeln und auf den Röhrensee zusteuern, dürften sich fühlen, als hätte da jemand die Zeit zurückgedreht: Ein Bahn-Signal steht da, eine Bank für die wartenden Fahrgäste, Fahrradständer. Ein stimmiges Spiel mit der Geschichte - nur eben ohne Zug. Denn der neue Haltepunkt, den das Stadtgartenamt geschaffen hat, ist einer für Radler und Fußgänger.

70 Jahre lang, von März 1904 bis ins Jahr 1974 rollten auf dem heutigen Uni-Radweg die Züge. Robert Pfeifer, der Leiter des Stadtgartenamts, kann sich selbst noch gut dran erinnern. 1974, als noch einmal eine Dampflok durchs Stadtgebiet schnaufen und nach Thurnau rollen durfte, war Pfeifer elf Jahre alt. "Mein Großvater war bei der Bahn. Wir sind auch gelegentlich mit dem Zug nach Thurnau zu Verwandten gefahren", sagt Pfeifer. Und er weiß noch: "Der Zug hat im Stadtgebiet zig Mal gehalten auf seinem Weg vom Hauptbahnhof zum Altstadtbahnhof." Dort ging es entweder weiter nach Hollfeld oder nach Thurnau und von dort weiter Richtung Kulmbach.

Zugang fristete ein Schattendasein

An die Bahn-Geschichte möchte das Stadtgartenamt mit dem Haltepunkt Röhrensee erinnern. Aber nicht nur: "Wir möchten auch den hinteren Eingang des Röhrensee-Parks ein bisschen aufwerten, damit er mehr Aufmerksamkeit bekommt. Der hat zuletzt ein Schattendasein gefristet", sagt Pfeifer. Man haben die Treppen umgebaut, die von der Birken hinunter zum See führen. Und man wollte erreichen, dass die Passanten am Radweg auch wahrnehmen, dass man von dort aus das Naherholungsgebiet besuchen kann.

Das alte Signal vergammelte im Gebüsch

"Unsere Mitarbeiterin Kerstin Löblich-Ille, die Eisenbahn-Fan ist, hat die Idee eingebracht, dass man hier so eine Art Haltepunkt einrichten könnte", sagt Pfeifer. "Denn nicht weit weg vom Eingang des Röhrensees war der ursprüngliche Haltepunkt Pottensteiner Straße. Den haben wir jetzt eben ein paar hundert Meter weit verschoben." Glück für die Planer: Im Gebüsch versteckt stand - reichlich mitgenommen - ein altes Signal, das einst die Lokführer auf den nahen Bahnübergang aufmerksam machen sollte, "das Blinklichtüberwachungssignal", wie Pfeifer sagt. "Das war kurz vorm Umkippen. Nachdem die Bahnlinie ins Eigentum der Stadt übergegangen war, gehörte auch das Signal der Stadt. Wir haben es abgebaut und mit unseren Handwerkern stilgerecht restauriert, bevor wir es hier wieder aufgestellt haben. Es passt ja auch wunderbar dazu."

Zuschüsse helfen bei der Umsetzung

Das Signal, die teilweise überdachten Fahrradstände, ein Wartebänkchen im Stil der Anfangszeit des Bahnbetriebs, ein schmiedeeisernes Geländer und eine steinerne Einfassung des Radler-Haltepunktes runden das Bild ab. Dazu gibt es zwei Tafeln, auf denen man viel über die Bahn-Geschichte von 1904 bis 1974 und auch über das Signal erfahren kann.

Rund ein halbes Jahr, sagt Pfeifer, habe man an der Neugestaltung gearbeitet. Nicht mit dem absoluten Zeitdruck, sondern wenn es die andere Arbeit zuließ. 45.000 Euro hat das Stadtgartenamt investiert, damit Radler und Fußgänger an der alten Bahnlinie eine Fahrkarte in die Geschichte lösen konnten.

Fast wie damals, als es die Bahn-Billets in der Pottensteiner Straße 10 in dem Backsteinhaus hinterm hölzernen Wartehäuschen lösen konnte. "Das Geld stammt zum Teil aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und zum Teil aus dem Nachlass von Hildgard Teupert, der an die Stadt gegangen war. So konnte der Eigenanteil gedeckt werden", sagt Pfeifer.

Elektro-Tankstelle kommt

Um dem stetig wachsenden Anteil von Elektro-Radlern eine Möglichkeit zu bieten, während des Besuchs des Röhrensee-Parks das Rad aufzutanken, wird in naher Zukunft eine Ladestation für Elektrofahrräder am vorderen Ende des Haltepunkts aufgestellt. "Die Leerrohre haben wir beim Bau mit eingezogen. Das läuft alles im Rahmen des Bayreuther Radwegekonzepts", sagt Pfeifer.

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