Unfall mit Salzsäure: 18 Verletzte

Feuerwehrleute stehen am 10.07.2017 an einer Dekontaminationsstation auf einem Betriebsgelände in Neu-Ulm (Bayern). In einem Industriegebiet in Neu-Ulm hatte ein Gabelstaplerfahrer beim Verladen einen Kunststoffcontainer beschädigt, sodass etwa 900 Liter Salzsäure austraten. (zu dpa «Gabelstapler beschädigt Salzsäurecontainer: zwölf Verletzte» vom 10.07.2017) Foto: Ralf Zwiebler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bei einem Unfall mit einen Salzsäurecontainer auf dem Gelände einer Spedition sind 18 Menschen verletzt worden. In einem Industriegebiet in Neu-Ulm hatte ein Gabelstaplerfahrer am Montagvormittag beim Verladen den Kunststoffcontainer beschädigt, so dass fast der gesamte Inhalt freigesetzt wurde. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr traten etwa 900 Liter der ätzenden Säure aus.

Durch das Freiwerden der Säure bildete sich Chlorwasserstoffgas, das zu Atembeschwerden bei Mitarbeitern des Unternehmens führte. Auch drei Feuerwehrleute wurden verletzt.

Mitarbeiter klagen über Atembeschwerden

Nach dem Unfall verließen rund 150 Menschen die Gebäude der Spedition. Die Helfer bauten am Einsatzort Zelte auf, um die Mitarbeiter zu untersuchen. 15 Betroffene wurden ambulant behandelt, drei kamen stationär in ein Krankenhaus.

Die Mitarbeiter klagten über Atemwegsreizungen, nachdem sie das Gas eingeatmet hatten. Drei Feuerwehrkräfte bekamen Kreislaufprobleme, als sie in der Hitze mit Atemschutz arbeiten mussten.

Container mit Gabelstapler aufgespießt

Wie Feuerwehrsprecher Wilhelm Schmid erklärte, hatte der Gabelstaplerfahrer den mit einem Schutzgitter umgebenen Säurebehälter im unteren Bereich beschädigt. "Der hat wohl den Container mit der Spitze der Gabel durchstoßen." Daraufhin wurde die 37-prozentige Salzsäure freigesetzt.

Zwei Feuerwehren aus dem Kreis Neu-Ulm sowie die Feuerwehr aus dem benachbarten Ulm in Baden-Württemberg eilten zu der Unglücksstelle. Mit einem Säurebindemittel konnte der Gefahrguttrupp der Feuerwehr die Säure unschädlich machen. Rund 150 Einsatzkräfte waren mehrere Stunden im Einsatz.

Für die Mitarbeiter benachbarter Unternehmen bestand nach Angaben der Polizei keine Gefahr. Nun sollen die Gefahrgutspezialisten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die genaue Ursache des Unfalls herausfinden.

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