Unbeständige Gegner Tigers in Freiburg und gegen Kassel

Nicht nur die Nummer 61 trägt Richard Mueller bei den Kassel Huskies ganz genau so wie zuvor beim SC Riessersee, sondern auch den Goldhelm. Fünf Tore und sechs Assists verbuchte er in den bisherigen acht Spielen. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Beflügelt durch den ersten Saisonsieg gehen die Bayreuth Tigers in den fünften Doppelspieltag der DEL2. Ob das 4:1 gegen die Dresdner Eislöwen der Ausgangspunkt für einen nachhaltigen Aufwärtstrend war, zeigen allerdings erst die Aufgaben am Freitag um 19.30 Uhr beim EHC Freiburg und am Sonntag um 18.30 Uhr gegen die Kassel Huskies.

Ähnliche Fragen beschäftigen auch die beiden Gegner, deren Formkurven bislang an Achterbahnen erinnerten. Die traditionell mit dem Saisonziel „Klassenerhalt“ ins Rennen gegangenen Freiburger hatten mit acht Punkten aus vier Spielen, in denen sie insgesamt nur drei Gegentore zuließen, bei ihren Anhängern die Hoffnung auf einen soliden Mittelplatz geweckt. Umso enttäuschender war dann jedoch am vergangenen Sonntag die 1:3-Heimniederlage gegen den Neuling Deggendorfer SC. EHC-Trainer Leos Sulak macht auf der Internetseite des Clubs deutlich, dass er gegen Bayreuth mehr erwartet: „Das war die schlechteste Partie, die wir in dieser Saison gezeigt haben. Wir sind unseren treuen Fans etwas schuldig.“

Huskies zuletzt mit drei Niederlagen in Folge

Obwohl die Breisgauer unterm Strich als Tabellenzehnter immer noch auf Kurs liegen, haben sie somit heute ebenso etwas gutzumachen wie am Sonntag die Kassel Huskies. Die Hessen sind mit so viel höheren Ambitionen ins Rennen gegangen, dass sie mit vier Punkten mehr auf Platz sechs noch weniger zufrieden sein können (auch wenn vier besser platzierte Teams ein Spiel mehr ausgetragen haben). Vor allem ihr 8:3-Kantersieg beim Meister Bietigheim Steelers schien die Ansprüche auf eine Favoritenrolle zu bestätigen, aber seither folgten drei Niederlagen innerhalb von fünf Tagen: 2:6 gegen Ravensburg und 1:2 nach Penaltyschießen gegen Freiburg auf heimischem Eis, anschließend 2:5 in Crimmitschau. Das dürfte schon genug sein, um im bekannt kritischen Umfeld der Huskies für Unruhe zu sorgen.

In Freiburg treffen die Bayreuther zwei frühere Teamkollegen. Allerdings ist nicht sicher, ob das auch auf dem Eis der Fall sein wird. Verteidiger Marvin Neher dürfte wegen der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung sogar sehr wahrscheinlich noch ausfallen. Sergej Stas, dessen Vater schon für Freiburg gespielt hat, stand zuletzt zwar wieder auf dem Spielberichtsbogen, doch zu einem Scorerpunkt reichte es für den Stürmer aus Weißrussland in der ganzen Saison noch nicht. Dabei kann die Offensive der Wölfe jede Unterstützung brauchen, denn kein Team in der DEL2 hat weniger Tore erzielt (19). Kritisiert wird dafür nicht zuletzt der Kanadier Mason Baptista, dem noch kein Treffer gelungen ist. In letzter Zeit gelang es der Abwehr um den erfahrenen Torhüter Matthias Nemec (früher Ravensburg und Riessersee) aber durchaus, diesen Mangel zu kompensieren.

Solche Probleme sollten die Kassel Huskies eigentlich nicht haben. Offensivkraft scheint mit Stürmern wie dem letztjährigen Hauptrunden-Topscorer Richard Mueller (Riessersee) ebenso garantiert wie starke Torwartleistungen von Marcel Melichercik (Heilbronn). Davon bekamen auch die Bayreuth Tigers schon einen Eindruck, als sie während der Saisonvorbereitung beim Wurmberg-Cup in Braunlage mit 2:6 gegen die Huskies unterlagen. Alle Qualitäten zusammen bringt das Team von Trainer Rico Rossi aber bisher noch nicht beständig aufs Eis.

Im Bayreuther Lager hofft Trainer Petri Kujala nach dem ersten Erfolgserlebnis seines Teams, die eine oder andere Schwachstelle der Gegner aufdecken zu können: „Nach all den Niederlagen hilft so ein Sieg natürlich für die Sicherheit und den Glauben an sich“, wird er in einer Mitteilung der Tigers zitiert. Nach vielen Umstellungen in den letzten Spielen will er seine Blöcke nun erst einmal so weiterspielen lassen: „Offensiv haben wir zuletzt immer genug Chancen kreiert und auch Tore geschossen. Defensiv gibt es zwar noch einiges zu verbessern, aber auch da sehe ich eine gewisse Stabilisierung, auf die wir aufbauen können.“

Testspieler im Kader

Wenn alle Formalitäten rechtzeitig abgeschlossen werden, kann an diesem Wochenende ein Neuzugang bei den Bayreuth Tigers debütieren. Adam Poldruhak wird zunächst testweise für vier Wochen den Kader ergänzen. Der 22-jährige Deutsch-Slowake hat diese Saison mit vier Spielen bei den Saale Bulls Halle in der Oberliga Nord eröffnet und soll zumindest für die Zeit des Ausfalls von Jozef Potac die Gelegenheit bekommen, sich zu empfehlen. Mit 1,95 m Körpergröße und 93 kg Gewicht bringt der Linksschütze Gardemaß mit.

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