Unbequeme Aufgabe Haspo-Männer zur gefährdeten TG Landshut

Besondere Erinnerungen dürfte Haspo-Angreifer Tom Elschner (rechts) an das Hinspiel gegen die Landshuter haben: War er es doch, der in allerletzter Sekunde den 24:23-Siegtreffer markierte. Foto: Peter Kolb

HANDBALL. Nachdem Haspo Bayreuth in der Herren-Bayernliga zuletzt mit einem souveränen 27:19-Heimsieg gegen den abstiegsbedrohten TSV Rothenburg etwas verspätet in der Rückrunde angekommen ist, erwartet den Tabellenvierten am Samstag um 20 Uhr bei der ebenfalls gefährdeten TG Landshut (10.) die nächste unangenehme Aufgabe. Erneut steht den Bayreuthern lediglich ein Rumpfteam zur Verfügung.

Tim Herrmannsdörfer, Alexander Wittmann, Lukas Schalk, Nick Tornow und Yannik Meyer-Siebert. Was sich beinahe wie eine Aufstellung anhört, ist die aktuelle und vor allem noch langfristige Bayreuther Ausfallliste. Darüber hinaus sind weitere Spieler angeschlagen und konnten daher nur eingeschränkt trainieren. „Wir brauchen da nichts schön reden“, ist Trainer Michael Werner aufgrund der angespannten Personalsituation frustriert. „Ein normaler Trainingsbetrieb ist aktuell nicht möglich, aber das soll sicherlich keine Ausrede sein. Wir werden aus der Situation das Beste machen.“

Immerhin gelang in gleicher Besetzung der Erfolg gegen den TSV Rothenburg, dem man in der Vorrunde in Vollbesetzung noch unterlegen war. Auf Revanchepläne des Gegners müssen die Bayreuther nun ihrerseits gefasst sein, denn im Hinspiel besiegten sie die TG Landshut durch ein Tor von Tom Elschner erst in allerletzter Sekunde und daher auch äußerst glücklich mit 24:23.

Damit begann ein Abwärtstrend bei den Niederbayern, die in der Hinrunde nur sechs Punkte holten. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Markus Böhner bisweilen ebenfalls mit heftigem Verletzungspech zu kämpfen. So fielen unter anderem die Leistungsträger Tobias Gretsch und Enis Kabashi längere Zeit aus. Seit dem Rückrundenstart sind die beiden aber wieder fit, und prompt starteten die Landshuter perfekt mit zwei Siegen ins neue Jahr. Mit 29:26 gegen den TSV Rothenburg und 30:28 beim TSV Haunstetten (9.) holten sie Punkte gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Wie wichtig Gretsch und Kabashi für das Landshuter Spiel sind, wiesen sie mit zusammen 24 Treffern in beiden Spielen nach. Auch in Bayreuth waren der Kabashi (5 Treffer) im rechten Rückraum und der Linksaußen Gretsch (4) beste Werfer ihrer Mannschaft.

Insgesamt bester TG-Torschütze ist aber Matthias Müller im linken Rückraum, der mit 73 Treffern Rang acht der Torjägerliste einnimmt. In der Abwehr setzen die Gastgeber auf eine kompakte und groß gewachsene 6:0-Formation, hinter der oft der Ex-Bayreuther Joachim Murgg das Tor hütet. Folglich mahnt Haspo-Trainer Marc Brückner: „Wir müssen den physisch starken Landshuter Rückraum mit unserer offensiven Abwehr unter Druck setzen und daraus möglichst viele Ballgewinne generieren. Dann kommen wir auch in den Gegenstoß und umgehen zugleich die gute Landshuter Abwehr.“

Info: In der Männer-Bezirksoberliga ist Haspo II am Samstag um 17.30 Uhr Gastgeber für das Gipfeltreffen mit dem unbesiegten Spitzenreiter HSG Rödental/Neustadt. Die Bayreuther treten als Tabellenzweiter mit drei Punkten Rückstand an.

Haspo-Damen bei starkem Aufsteiger

Die Damen von Haspo Bayreuth stehen in der Bayernliga vor einem richtungsweisenden Auswärtsspiel. Beim überraschend starken Aufsteiger HSG Freising-Neufahrn (3.) kann der Tabellenfünfte am Sonntag um 14.30 Uhr nämlich einen großen Schritt in Richtung oberes Tabellendrittel machen und sich so wieder im Spitzenfeld etablieren.

„Wir haben im Hinspiel leider einen Punkt verschenkt“, erinnert Haspo-Trainer Matthias Starz an das 27:27, bei dem sein Team in den letzten Minuten den Sieg aus der Hand gab. „Bei deren Heimstärke wird es bestimmt nicht einfach dort zu punkten – wir haben aber auf jeden Fall das Zeug dazu.“

Wie gut der Aufsteiger in dieser Saison ist, zeigt schon der erste Blick auf die Tabelle. Denn mit 20 Punkten steht die Mannschaft von Trainer Peter Mesiarik aktuell auf dem dritten Tabellenplatz und reiht sich damit sogar noch vor dem Spitzenteam des HC Erlangen ein, das sie in heimischer Halle überraschend 25:22 in die Schranken wies. Ansonsten mussten sich die Oberbayern vor heimischem Publikum nur dem Tabellenzweiten HG Zirndorf geschlagen geben (25:28).

„Die Stärke der HSG liegt vor allem darin, dass die Mannschaft glänzend eingespielt ist und sich daher nur wenige technische Fehler erlaubt“, analysiert Haspo-Co-Trainer Felix Rockenmayer. Mit Sabine von Bechen haben die Freisinger außerdem eine Spielmacherin in ihren Reihen, die nicht nur Dreh- und Angelpunkt in der Freisinger Offensive ist, sondern mit 69 Einschüssen auch noch zu den gefährlichsten Torschützinnen der gesamten Liga gehört. Mit insgesamt schon 417 Saisontreffern stellt der Aufsteiger aktuell zudem die torhungrigste Mannschaft der Bayernliga.

„Ich habe größten Respekt vor der bisherigen Saisonleistung der HSG Freising-Neufahrn“, betont Starz. „Es wird nicht einfach, das gefährliche Angriffsspiel in den Griff zu bekommen. Daher gewinnen wir nur über eine bärenstarke Abwehrleistung.“

 

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