Umsonst und draußen: Seebühnenfestival

Das erste Bayreuther Seebühnenfestival bietet vier Tage unterschiedliche Musikrichtungen, von Rock und Soul über Country bis hin zu Electro. Das Motto: Umsonst und draußen. Mit dabei sind auch die A-cappella-Gruppe Voice Male und die Liedermacherin Fee Badenius. Entscheidend für den Erfolg des Festes wird neben der Musik sein, dass die Besucher dort essen und trinken.

Ganz ohne Instrumente: Die belgische Sechs-Mann-Gruppe Voice Male macht A-cappella-Pop der 80er, 90er und 2000er Jahre. Ihre Teilnahme am Vorentscheid des Eurovision Song Contest 1999 bedeutete für sie den Durchbruch. „Wir haben zwar nicht gewonnen, aber danach folgten sehr viele Auftritte“, sagt Jan Vannot von Voice Male. Hauptsächlich stehen englische Cover auf ihrem Programm. „Wir entwickeln ein Bühnenprogramm zu einem bestimmten Thema, zum Beispiel ausschließlich Filmmusik oder nur Lieder von Frauen.“

Zum zweiten Mal in Bayreuth

Ist das deutsche Publikum anders als das belgische oder niederländische? „In Deutschland gibt es viel mehr A-cappella-Gruppen. Die Leute sind mit der Musik vertraut“, sagt Jan Vannot. Voice Male hat am Samstag seinen zweiten Auftritt in Bayreuth, 2002 begeisterten sie die Bayreuther schon bei der A-cappella-Nacht.

„Wir freuen uns auf Deutschland. Die Franken sind ein sehr gemütliches Publikum”, sagt Vannot. Für seinen Auftritt hier hat er einen Satz gelernt: „It’s nice to be a Preiss, it’s higher to be a Bayer, but the highest in the rank is to be an Oberfränk." Oder kurz gesagt: Es geht doch nichts über Oberfranken.

Hier geht's zum Programm des Seebühnenfestivals

Fee Badenius schreibt ihre Texte selbst. „Ich spiele gerne mit Sprache und achte auf Details.“ Die Liedermacherin aus dem Ruhrgebiet singt über Themen aus dem Alltag, „von Liebe über gesellschaftliche Fragen bis hin zu Schicksalsfragen des Lebens“. Dabei bedient sie die volle Gefühlspalette. „Eine Zuhörerin meinte einmal zu mir, sie musste bei einem meiner Lieder herzlich lachen und kurz darauf weinen. Das ist mein Ziel. Oft entsteht das Traurige ja erst aus dem Komischen.“

Die Künstlerin hat erst vor kurzem den Nachwuchsförderpreis für junge Liedermacher der Hanns-Seidel-Stiftung gewonnen. „Das war natürlich ein tolles Gefühl.“ In diesem Rahmen trat sie zusammen mit anderen Künstlern auf der Open-Air-Bühne in Banz vor 8000 Menschen auf. „Bei bestem Wetter und Vollmond.“

Mehr zur Vorgeschichte des Seebühnenfestivals

Die Auszeichnung bringe auch regionale Aufmerksamkeit mit sich. „Momentan arbeite ich nebenberuflich als Lehrerin. Das mache ich jetzt noch ein Jahr, danach möchte ich mich aber voll auf die Musik konzentrieren.“ Beim Seebühnenfestival steht sie zusammen mit dem Sänger Stefan Ebert auf der Bühne: „Wir haben vorher noch nie zusammengearbeitet, das ist für uns eine Premiere. Ich freue mich schon darauf.“

Es sei eine „extrem kurze Organisationszeit für ein Festival dieser Größenordnung“ gewesen, sagt Veranstalter Cornelius Sturm. Er erwartet etwa 2000 Besucher pro Tag.

Sturm gibt alles fürs Festival

Während der Vorbereitung des Festivals hat er seinen Beruf als Rechtsanwalt ausgesetzt. In Zukunft möchte der Betreiber des Kulturkiosks an der Seebühne sich nur noch um Kultur und Veranstaltungen kümmern. Das sei vermutlich auch der Grund, warum das Festival überhaupt stattfinden kann, sagt Sturm. „Mein Herz hängt einfach daran.“

Sturm bittet darum, keine Getränke oder Lebensmittel mit auf das Gelände zu bringen. „Für die Finanzierung des Festivals ist es wichtig, dass die Besucher unser gastronomisches Angebot annehmen.“ Neben einem großen Biergarten gibt es verschiedene Foodtrucks, die unter anderem Burger, Pizza, Fisch, Würstchen, Pancakes sowie ein veganes Gericht anbieten. Auch der Kulturkiosk ist geöffnet. Das Gelände ist bis auf den Biergarten unbestuhlt. Es wird daher empfohlen, Decken, Sitzkissen oder Campingstühle mitzubringen. Das Festival wird auch bei schlechtem Wetter stattfinden.

Strahlkraft über Bayreuth hinaus erreichen

Sturm will das Seebühnenfestival als feste Veranstaltung in Bayreuth etablieren. Für nächstes Jahr ist geplant, es auf elf Tage auszuweiten. Ziel sei es, „eine Strahlkraft weit über Bayreuth hinaus zu erreichen“.

Als Vorbild nimmt er sich bekannte Festival-Größen wie das Tollwood-Festival in München oder das Umsonst & Draußen Festival in Würzburg.

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