Übergriff: Schwere Vorwürfe gegen Schule

Im mittelfränkischen Zirndorf ist es am 22. Januar offenbar zu einem Übergriff auf eine neunjährige Schülerin gekommen. Die 28-jährige Mutter des Mädchens erhebt schwere Vorwürfe gegen die Schule. Jetzt meldet sich die Schulleiterin zu Wort.

Die Schülerin war an dem Montag gegen 7.35 Uhr auf dem Weg zur Dependance-Grundschule in der Zirndorfer Mühlstraße. Nur wenige hundert Meter vor der Schule soll ein bislang Unbekannter das Mädchen angesprochen haben.

Wie die Neunjährige ihrer Mutter berichtet hat, zerrte der Mann an ihr herum und wollte sie gegen ihren Willen mitnehmen. Das Kind erlitt laut Angaben der Mutter Druckstellen an den Handgelenken und steht seitdem unter dem Eindruck des Erlebten.

Die Aussagen ihrer Tochter seien glaubhaft. Sie könne auch den Täter beschreiben. "Von Anfang an", betonte die Mutter gegenüber. Ein Zeugenaufruf der Behörden fand bislang nicht statt. 

Nachdem sich die Schülerin losreißen konnte, lief sie laut Angaben ihrer Mutter weiter zur Schule und vertraute sich dort der Religionslehrerin an. Zwar wurde sie von ihr in den Arm genommen und getröstet, unternommen habe man aber nichts. "Das war in der ersten Schulstunde", sagt die Mutter.

In der zweiten Stunde sei die Neunjährige dann auch noch zur Klassenlehrerin gegangen. Hilfe habe es nicht gegeben. Weil es außerhalb des Schulgeländes war, soll man ihr gesagt haben, dass man hier nichts tun kann. Das berichtet die Mutter des Kindes.

Schulleiterin widerspricht Mutter

Meike Wenzl, die Schulleiterin, bestätigt, von dem Vorfall auf dem Schulweg gehört zu haben. Die erwähnten Lehrkräfte hätten sich dem Kind aber angenommen und zugehört. Die Neunjährige sei danach "unaufgeregt" gewesen und habe "gelöst" gewirkt.

"Als ich über den Fall informiert wurde, habe ich sofort die Polizei und die Mutter angerufen", sagt die Schulleiterin. Auf die Frage, wann das gewesen sei, sagte die Schulleiterin, es sei zeitnah gewesen.

Die 28-jährige Mutter findet das absolut nicht zeitnah, denn sie spricht davon, erst am Dienstagmittag informiert worden zu sein. Auch sei die Schülerin überhaupt nicht "gelöst" gewesen. "Sie war kreidebleich und voller Angst", so die 28-Jährige.

Tierisch aufgeregt

"Als meine Tochter am Montag nach Hause kam, habe ich die Schule angerufen und mich tierisch aufgeregt", so die Mutter. Dabei habe sie die Konrektorin erreicht und ihrem Ärger Luft gemacht. Erst am Dienstagmittag habe Wenzl dann zurückgerufen.

Die Rektorin sei von der Polizei informiert worden, sagte sie der Mutter am Telefon. "Wir sind noch am Montagnachmittag sofort zur Polizei nach Zirndorf gefahren, als mein Kind heim kam", berichtet die Mutter weiter. Die Beamten hätten dann eine Anzeige aufgenommen, sich über das Verhalten der Schule gewundert und wollten sich dann eigenständig bei der Rektorin melden.

Wenzl gab an, von sich aus "zeitnah" die Polizei alarmiert zu haben, als sie von dem Vorfall Kenntnis bekam. Demnach wäre sie erst am Dienstag von ihrer Stellvertreterin und den Lehrkräften informiert worden.

Polizei: Verbaler Angriff

Die Polizei will sich aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht zu diesem Vorfall äußern. Polizeisprecherin Alexandra Federl bestätigte zwar die Anzeigenerstattung der Mutter, spricht aber von einem verbalen Angriff. Auch eine Täterbeschreibung wolle man derzeit nicht veröffentlichen, weil es laufende Ermittlungen gefährden könnte. Auf die Frage, ob es bereits einen Tatverdächtigen gebe, sagte sie am vergangenen Freitag: "Dazu kann ich jetzt nichts sagen."

"Es haben sich bisher keinerlei Hinweise auf einen Tatverdächtigen ergeben", so Pressesprecher Bert Rauenbusch. Eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Täter sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht angebracht. Man müsse erst noch einige Details klären und Ermittlungsansätze auswerten. Wer Angaben zu dem Vorfall machen kann, erreicht den Kriminaldauerdienst Mittelfranken aber unter der Rufnummer 0911/2112-3333.

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