Über 300 Millionen Euro Lamilux knackt Umsatz-Schallmauer

Das Lamilux-Firmengelände in Rehau. Foto: red

REHAU. Die Lamilux-Gruppe mit Sitz in Rehau (Landkreis Hof) hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 hinter sich. Sowohl Umsatz als auch Mitarbeiterzahl und Investitionsvolumen konnten deutlich gesteigert werden. Erstmals in der Firmengeschichte knackte das Familienunternehmen beim Umsatz die 300-Millionen-Euro-Marke. Das gibt der Hersteller von Lichtkuppeln, Lichtbändern, Flachdach-Fenstern, Glasdächern und faserverstärkten Kunststoffen in einer Mitteilung bekannt. 

Mittlerweile arbeiten rund 1200 Beschäftigte im Firmenverbund, während es im vergangenen Jahr noch 980 waren. Lamilux erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 317 Millionen Euro - nach 263 Millionen Euro im Jahr 2017. Angaben zum Gewinn wollte die Unternehmensführung auf Nachfrage unserer Zeitung nicht machen. Chef Heinrich Strunz sagte lediglich, das Ergebnis sei „auskömmlich“. 

Im laufenden Jahr will Lamilux erneut seine Innovations- und Servicestärke unter Beweis stellen. Dafür präsentierte die Gruppe den Angaben zufolge auf der Weltleitmesse im Januar bereits fünf Produktneuheiten. Externe Faktoren wie den Brexit oder die „America first“-Politik von US-Präsident Trump beobachte man genau, könne diese aber nicht beeinflussen, schreibt das oberfränkische Unternehmen. „Wir tun deshalb wie immer gut daran, uns an dem zu orientieren, was wir beeinflussen können: Wir wollen unsere eigenen Ziele verfolgen und unsere Werte leben“, sagt Heinrich Strunz. Und gibt als Marschroute vor: „Wir wollen wieder mit Mut, Redlichkeit und Leidenschaft für die Zufriedenheit der Kunden und unseren Erfolg sorgen.“ 

Um weiterhin am Puls der Zeit zu sein, hat Lamilux das Projekt „Zukunftsradar“ ins Leben gerufen. Hierbei beschäftigen sich Experten aus allen Abteilungen und Bereichen mit den wirtschaftlichen, technischen und sozialen Entwicklungen, die dem Unternehmen in Zukunft begegnen werden. 

Vor diesem Hintergrund wurden erst die öffentlich bekannten, globalen Megatrends zusammengestellt, denen sich die Weltwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten gegenübersieht. Im zweiten Schritt leitete das Projektteam hieraus spezifische Trends ab – diejenigen Entwicklungen, die speziell das Unternehmen in den kommenden Jahren beeinflussen werden. „Mittlerweile beteiligen sich die Mitarbeiter mit ihren persönlichen Erfahrungen, Eindrücken und Informationen an dem Projekt“, heißt es in der Mitteilung. So entstanden bereits weiterführende und strategische Konzepte und es bildete sich eine konkrete Diskussionsplattform über die künftige Unternehmensausrichtung. 

Noch ein weiteres internes Gremium widmet sich Veränderungsprozessen: die Taskforce Digitalisierung. Ein Kompetenzteam geht hier aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen an und sucht Antworten beziehungsweise Lösungen für die gesamte Gruppe. 

Das vergangene Jahr war für die Rehauer ereignisreich. Die Firma Roda Licht- und Lufttechnik wurde Teil der Unternehmensfamilie. Eine neue Flachbahnanlage zur Produktion von faserverstärkten Kunststoffen entstand und wird bald eingeweiht. Der Stadtrat genehmigte den Bauantrag der firmeneigenen Kita. Auch personell hat Lamilux Weichen gestellt: Mit Johanna und Alexander Strunz ist Anfang 2019 die vierte Familiengeneration in die Geschäftsleitung eingetreten.

Der Geschäftsbereich Tageslichtsysteme steigerte seinen Umsatz von 109 Millionen Euro in 2017 auf 164 Millionen Euro im Vorjahr. Dies erreichte man einerseits durch organisches Wachstum, andererseits auch durch den Zukauf der Roda Licht- und Lufttechnik GmbH sowie der E.M.B. Products AG Anfang vergangenen Jahres.

Die Sparte faserverstärkte Kunststoffe (Composites) erzielte den Angaben zufolge 153 Millionen Euro. Hier konnte unter anderem bei gleichbleibend hoher Qualität die Produktionsgeschwindigkeit gesteigert werden, sodass man den Kunden nun noch schneller beliefern kann, wie es heißt. Die aktuellen Trends könne Lamilux mit seiner breiten Produktpalette optimal bedienen: Dekormaterialien für den Außeneinsatz, neue Bodenaufbauten, Zweischichtlaminate, flammgeschütztes Material und verstärkt glashaltige Produkte. Gerade die Märkte in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und China hätten sich hier gut entwickelt.

 

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