Treffen der Bischöfe Ökumenischer Gottesdienst in der St. Laurentiuskirche

Ein ökumenisches Zeichen: Domkapitular Josef Zerndl (links) und Erzbischof Ludwig Schick segneten Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Dekanin Martina Beck. Foto: Horst Wunner

THURNAU. Die beiden Volkskirchen in Deutschland versuchen, vermehrt aufeinander zuzugehen, die Ökumene mit Leben zu erfüllen. Dabei stoßen sie immer noch auf Hürden. In den ökumenischen Alltagsexerzitien rücken die Kirchen gegen alle Widerstände schon seit 2013 näher zusammen.

Mit einem zentralen Gottesdienst in der gut besuchten St. Laurentiuskirche wurden die diesjährigen Exerzitien eröffnet, die beiden höchsten Repräsentanten der zwei kirchlichen Institutionen in Oberfranken gaben dem Auftakt das nötige Gewicht: Erzbischof Ludwig Schick und Regionalbischöfin Dorothea Greiner. Und als die Besucher alle vorschritten in den Altarraum, egal welcher Konfession, und sich die Hände des Erzbischofs, der Regionalbischöfin, des Domkapitulars Josef Zörndl und der Thurnauer Dekanin Marita Beck zur Segnung auf die Häupter legen ließen, war das sehr feierlich.

Erneuerung und die Festigung des Glaubens in der Ökumene

In ihren Predigten beschworen die beiden hohen Würdenträger der beiden Kirchen die Kraft der Ökumene, die helfe, den anderen besser zu verstehen. Schick sagte: „Eine Gemeinschaft ist immer so stark, wie der Einzelne, der dahinter steht, wir müssen uns auf das Gemeinsame einlassen.“ Die Erneuerung und die Festigung des Glaubens in der Ökumene sei ein Ziel. Und die Regionalbischöfin schaut optimistisch in die Zukunft, weil es in diesem Bereich vorwärtsgeht.

„Manchmal denke ich nur in Pilgerschritten, zwei vorwärts und einen zurück, wir kommen jedoch voran“, sagte sie. Zuversichtlich stimme sie, dass es erstmals 2017 ein ökumenisches Reformationsjubiläum gegeben habe. Greiner: „Das war historisch“. Die Begegnungen zwischen den Glaubensrichtungen seien vertrauensvoller geworden, die Exerzitien dafür ein gutes Beispiel.

Kommt irgendwann das gemeinsame Abendmahl?

„Es war heute auch ein evangelisch-katholisches Treffen im zweijährigen Turnus“, so die Regionalbischöfin. Außerdem sehe man sich regelmäßig in einer ständigen Kontaktkommission. Was ihr besonders gefällt: Die Gemeindeglieder hüben wie drüben besuchten zunehmend im Wechsel die jeweiligen Gottesdienste. Sie wünscht sich, dass „zu meinen Lebzeiten“ die Evangelischen bei den Katholiken zum Abendmahl eingeladen werden.

Domkapitular Josef Zerndl sieht die Entwicklung grundsätzlich gut, es gebe keine Rückfälle mehr in alte Zeiten der gegenseitigen Anfeindungen. „Die Bereitschaft zum Wohlwollen und Gemeinsamen nimmt zu.“ Natürlich sollte es Fortschritte geben bezüglich eines gemeinsamen Abendmahls. Auch im Religionsunterricht gebe es Möglichkeiten der Annäherung. „Wir nähern uns in kleinen Schritten an“, so sein Fazit.

Über 150 Personen engagieren sich in der Leitung der Exerzitiengruppen

Die ökumenischen Exerzitien als Auszeit im Alltag unter dem Motto „Vernetzt und verbunden“ laden zu einer persönlichen Begegnung in den Wochen vor Ostern ein. Ein Exerzitienbuch mit Texten, Bildern und Denkanstößen hilft dabei. Alle Teilnehmenden tauschen sich einmal in der Woche in einer Gruppe aus, oder man kann das auch für sich allein ausführen. Die Exerzitien werden dezentral in vielen Gemeinden durchgeführt. Sie sind im Kirchenkreis Bayreuth und der Erzdiözese Bamberg zu einem wichtigen Bestandteil der geistlichen Gestaltung in der Fastenzeit geworden. Über 150 Personen engagieren sich in der Leitung der Exerzitiengruppen. Das Exerzitienbuch ist bei den kirchlichen Stellen in Bayreuth und Bamberg erhältlich.

Den Gottesdienst in Thurnau umrahmte ein ökumenischer Kirchenchor, die Organistin Ulrike Heubeck begleitete an der Orgel. Und Dekanin Martina Beck sprach in ihrem Prolog vom Netzwerk der Liebe in der Ökumene.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading