Tödlicher Unfall Auto überrollt Lastwagenfahrer auf A9 bei Pegnitz

, aktualisiert am 12.09.2018 - 18:30 Uhr
Der Skoda eines Ehepaares aus Hof erfasste auf der A9 bei Pegnitz einen Fußgänger. Foto: News5/Merzbach

A9 / PEGNITZ. Tödliche Verletzungen erlitt am Mittwochmorgen ein 53 Jahre alter Mann, als ihn auf der Autobahn A9 in Höhe der Rastanlage „Fränkische Schweiz“ ein Auto erfasste. Nach Angaben der regionalen Nachrichtenagentur News5 soll es sich um einen Lastwagenfahrer handeln, der die Autobahn überqueren wollte.

Ein Mann läuft vor ein Auto und stirbt. Der polnische Lastwagenfahrer läuft nicht über irgendeine Straße, sondern über die Autobahn 9 bei Pegnitz. Sechs Spuren, auch nachts vielbefahren, begrenzt von Leitplanken, über die er steigen musste, um auf die Fahrbahn zu gelangen. Dort wurde er schließlich von einem Auto erfasst und war wohl sofort tot. Viele Fragen bleiben offen.

Unfallauto ist stark demoliert

Gegen 3.45 Uhr versuchte der Mann nach Polizeiangaben offenbar die sechsspurige Autobahn auf Höhe der Rastanlage „Fränkische Schweiz“ zu Fuß zu überqueren. Als er sich bereits auf dem rechten Fahrstreifen in südlicher Richtung befand, erfasste ihn in der Dunkelheit der Skoda eines Ehepaares aus dem Hofer Landkreis. Wie heftig der Aufprall gewesen sein muss, lässt der Unfallwagen erahnen. Die Motorhaube und der Kühler des Skoda sind eingedrückt. An den Seiten steht das Blech der Motorhaube nach oben. In der zerstörten Windschutzscheibe ist mittig ein großes, rundes Loch.

„Das Tragische ist, dass der bei dem Pkw-Aufprall vermutlich tödlich verletzte Lkw-Fahrer von zwei weiteren Lastern noch überrollt wurde“, sagt Günther Schönfelder, Dienststellenleiter der Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des 53-Jährigen Lastwagenfahrers feststellen. Der laut Polizeiangaben 64-jährige Fahrer des Skoda und seine 61 Jahre alte Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen und einen Schock. Bei dem Verkehrsunfall entstand ein Sachschaden von etwa 15.000 Euro.

Warum war der Mann zu Fuß auf der Autobahn?

Der überfahrene Mann stand angeblich schon länger aufgrund einer Panne mit seinem Lastwagen auf der Rastanlage in Fahrtrichtung Berlin. Warum und aus welcher Richtung er die A9 in Fahrtrichtung München zu Fuß betrat, war am Mittwochmorgen noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei holte einen Sachverständigen an den Unfallort an der A9, um die Beamten der Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth bei den Ermittlungen zu unterstützen.

Die Autobahn war in Richtung Süden zeitweise nur einspurig befahrbar, weshalb es im Berufsverkehr Am Mittwochmorgen zu leichten Verkehrsbehinderungen kam. Das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr und die Autobahnmeisterei waren zur Absicherung der Unfallstelle und Reinigung der Fahrbahn im Einsatz. „Um kurz nach vier Uhr sind wir alarmiert worden und gegen halb acht waren wir dann fertig“, sagt Christian Bickel vom Pegnitzer THW.

Mitarbeiter am Rasthof bekommen Unfall nicht mit

Am Rasthof „Fränkische Schweiz“, dem Ort des Geschehens, ist man bestürzt. Viele Mitarbeiter der Mittagsschicht des Hotels an der Raststätte hatten von dem schrecklichen Unfall noch nichts mitbekommen. „Der ist nachts über die Autobahn?“, wundert sich eine Mitarbeiterin im Hotel. Auf den Raststätten zu beiden Seiten hat man nichts bemerkt, nur eine lange Schlange an Einsatzfahrzeugen, die auf dem Weg zur Arbeit an der Straße standen.

Auch die Nachtschicht an der Raststätte selbst hat nichts mitbekommen. Man überblicke von innen ja nur den Parkplatz, heißt es auf Nachfrage. „Wenn auf der Autobahn was ist, lesen wir es eigentlich erst nachher in der Zeitung“, sagt eine Mitarbeiterin. Roland Zahn von der Pegnitzer Feuerwehr war bis etwa 6 Uhr am Mittwochmorgen vor Ort. Eine Stunde dauerte der Einsatz der Pegnitzer mit Nachbereitung. „Vor Ort waren wir nur etwa eine halbe Stunde lang“, sagt Zahn.

Polizei schließt Suizid aus

Am Mittwochnachmittag dauern die Ermittlungen der Polizei zum Unfallhergang noch an. Es gebe bis dato noch keine Erklärung, warum sich der Mann mitten in der Nacht zu Fuß auf der Autobahn aufhielt. Nur so viel steht mittlerweile fest: Er wollte die Autobahn gerade von Ost nach West überqueren, als er von dem herannahenden Wagen erfasst wurde. Einen Suizid könne man nach derzeitigem Kenntnisstand ausschließen, teilt das Polizeipräsidium Oberfranken am Mittwochmittag auf Nachfrage mit.

wok/mki/News5

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