Tigers treffen auf zwei Tabellennachbarn

Der große Rückhalt des ESV Kaufbeuren: Torhüter Stefan Vajs wurde am Ende der vergangenen Saison zum Spieler des Jahres gewählt. Foto: Wolfgang Fehrmann

Wegweisende Bedeutung könnten für die Bayreuth Tigers die beiden Aufgaben am siebten Doppelspieltag der DEL2 bekommen. Schließlich trifft der Tabellenachte auf zwei unmittelbare Konkurrenten, wenn er am Freitag um 20 Uhr beim oberen Tabellennachbarn Eispiraten Crimmitschau das erste Viertel der Hauptrunde abschließt und dann am Sonntag um 18.30 Uhr den knapp hinter ihm liegenden ESV Kaufbeuren (10.) zu Gast hat.

In Crimmitschau kommt es zur Begegnung, die aus Bayreuther Perspektive noch am ehesten die Bezeichnung „Derby“ rechtfertigt. Das gilt nicht nur aufgrund der kürzesten Anreise auf der Landkarte der Liga, sondern auch wegen der Fanfreundschaft mit den Westsachsen, die seit vielen Jahren auf beiden Seiten gepflegt wird.

Wohl auch deswegen waren die Eispiraten der einzige Ligarivale, mit dem sich die Bayreuther in der Saisonvorbereitung zu einem Testspiel trafen. Dabei war ein Penaltyschießen für den 4:3-Heimsieg der Tigers nötig, und es deutete sich schon an, dass dieser Gegner wohl auch im Ernstfall stärker einzuschätzen sein würde als in der Vorsaison. Das bestätigte sich auch zu Saisonbeginn, als der nur knapp vor dem Abstieg gerettete Hauptrundenletzte der vergangenen Spielzeit nach vier Partien sogar an der Tabellenspitze lag.

Ganz so spektakulär ging es dann zwar nicht weiter, und es gab sogar ein paar deutliche Niederlagen (3:7 in Bietigheim, 1:6 in Bad Nauheim, 1:5 beim SC Riessersee, 0:4 gegen Kaufbeuren), aber trotz eines Torverhältnisses von 35:43 spricht auch der siebte Platz mit zwei Punkten vor den Bayreuth Tigers noch immer für einen nachhaltigen Aufwärtstrend im Vergleich zur vergangenen Saison.

Starke Neuzugänge im Sturm und im Tor

Als Ursache dafür gelten die personellen Veränderungen bei den Eispiraten und insbesondere ihre Neuzugänge aus Nordamerika. „Starke Offensivkräfte und ein guter Torwart“, sagt Bayreuths Trainer Sergej Waßmiller über den Deutsch-Kanadier Jordan Knackstedt (sieben Tore, elf Assists) und den Amerikaner Robbie Czarnik (sieben plus neun) im Sturm, die in der Scorerliste auf den starken Plätzen sechs beziehungsweise elf liegen, sowie den Kanadier Olivier Roy im Tor. Aber auch der finnische Stürmer Ossi Saarinen und der slowenische Abwehrchef Ales Kranjc haben alle Erwartungen erfüllt.

Frische Erinnerung an 5:1-Sieg

Noch frischer in Erinnerung sind die Bayreuther Erfahrungen mit dem Gast am Sonntag: Erst zehn Tage ist es her, dass sie das Nachholspiel beim ESV Kaufbeuren unerwartet klar mit 5:1 gewonnen haben. „Mit einem kleinen Kader haben wir dabei gut aus einer soliden Defensive heraus gespielt, uns damit Chancen erarbeitet und diese auch gut genutzt“, umschreibt Waßmiller das damalige Erfolgsrezept, das sich nun ziemlich genau auch auf das Rückspiel übertragen ließe.

Schließlich wird der Tigers-Kader auch diesmal nicht sehr groß sein, nachdem die Verträge mit Ziga Pesut und Michal Barta aufgelöst worden sind und der verletzte Sebastian Mayer weiterhin ausfallen wird. Zwar besteht Hoffnung auf die Rückkehr der zuletzt ebenfalls fehlenden Luca Gläser und Thomas Voronov, aber wie fast immer entscheidet sich der Einsatz der Förderlizenzspieler erst kurzfristig. In jedem Fall wird Waßmiller wieder neue Reihen formieren müssen. Die Erwartungen reduzieren will er deswegen aber nicht: „Wir haben noch vier Spiele bis zur Länderspielpause, die ziehen wir auch so noch voll durch.“

Ex-Bayreuther Kasten verletzt

Eine Stärke Kaufbeurens ist dagegen gerade der in großen Teilen eingespielte Kader um Eigengewächse wie Ex-Nationalspieler Sebastian Osterloh in der Verteidigung. Großer Rückhalt ist Torhüter Stefan Vajs, der nach der Vorsaison zum Spieler des Jahres gewählt worden ist. Zur Defensivstärke trägt auch die finnische Prägung der Sturmreihen mit Jere Laaksonen, Sami Blomqvist und Joona Karevaara bei. Besonderen Reiz hätte die Partie durch die Rückkehr von Christopher Kasten bekommen können, der in den letzten fünf Jahren das Trikot der Tigers getragen hat. Der Verteidiger ist jedoch durch eine Verletzung aus dem Hinspiel außer Gefecht gesetzt.

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