Tigers-Neuzugang kommt mit Verspätung

So soll er auch in Bayreuth jubeln: Neuzugang Eric Chouinard (rechts) erzielte im Trikot der Nürnberg Ice Tigers in 193 Partien 162 Scorerpunkte. Foto: dpa/Peter Steffen

Die Bayreuth Tigers haben auch ihre vierte Ausländerstelle wieder besetzt – und das mit einem ehemaligen NHL-Stürmer. Allerdings hat der mittlerweile 37-jährige Eric Chouinard seit dem 26. März keine Spielpraxis mehr und steht dem personell derzeit gebeutelten Viertletzten der DEL2 zudem erst ab Mitte Dezember zur Verfügung.

Das rührt daher, dass der in den USA geborene Franko-Kanadier im Augenblick als Scout für die Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) tätig ist. Genau in dieser kanadischen Nachwuchsliga verbrachte er auch seine Juniorenzeit und kam dabei in 180 Spielen auf 296 Scorerpunkte. Diese beeindruckende Bilanz nahmen die Montreal Canadiens zum Anlass, um den Center 1998 in der ersten Runde des Drafts auszuwählen.

Das Eishockeyspielen wurde Chouinard quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Guy war in den 1970er und 80er Jahren selbst ein sehr erfolgreicher NHL-Stürmer (612 Punkte in 624 Einsätzen) und ist seit nunmehr drei Jahrzehnten als Trainer in verschiedenen Ligen in der kanadischen Provinz Quebec unterwegs. Onkel Jean (IHL) und Cousin Marc (NHL, DEL) waren ebenfalls erfolgreiche Eishockeyspieler.

Eric Chouinard kam nach etlichen Einsätzen in der zweitklassigen AHL und der NHL, in der er auch für die Philadelphia Flyers und Minnesota Wild auf dem Eis stand, während der Lockout-Saison 2004/05 erstmals nach Europa und schloss sich dem EC Salzburg an. Nach einem weiteren Jahr in Nordamerika und einem kurzen Gastspiel beim Schweizer Zweitligisten HC Sierre wechselte der 1,91 Meter große und 92 Kilogramm schwere Linksschütze in die DEL zu den Straubing Tigers, bei denen er in 123 Spielen 108 Punkte einsammeln konnte.

Während seiner Zeit bei den Niederbayern stand er 2008 beim Allstargame im Team Nordamerika – unter anderen mit Nathan Robinson, der am Ende der vergangenen Saison insgesamt 19 Partien (fünf Tore, acht Assists) für Bayreuth absolvierte und mittlerweile beim Oberligisten Saale Bulls Halle gelandet ist. Die erfolgreichsten Jahre in Deutschland verbrachte Chouinard dann beim derzeitigen Bayreuther Kooperationspartner Nürnberg Ice Tigers. In vier Spielzeiten erzielte er in 193 Partien 162 Scorerpunkte (70 Tore).

Zuletzt führte der 37-jährige Familienvater Grenoble (92 Tore und 88 Assists in 128 Spielen) als Kapitän bis ins Halbfinale der französischen Meisterschaft. Auch bei den Tigers, bei denen er einen Kontrakt bis zum Saisonende unterschrieben hat, soll Chouinard eine Führungsrolle übernehmen. „Wir haben viele junge Akteure, die ihre Sache richtig gut machen, aber noch wenig Erfahrung haben“, sagt Team-Manager Dietmar Habnitt. „Eric hat diese Erfahrung und wird diese auch neben dem Eis weitergeben. Er wird uns mit seiner Spielintelligenz insgesamt besser machen. Und wenn man seine Statistiken anschaut, kann man sich vorstellen, dass er auch persönlich einiges bewegen wird.“ Dass der Neuzugang, der sich seit geraumer Zeit wieder im Training befindet, seit acht Monaten nicht mehr gespielt hat, sieht Habnitt nicht als Problem: „Natürlich wird er ein paar Spiele brauchen, bis er reinkommt, aber viele Dinge verlernt man als Eishockeyspieler nicht. Ich bin mir sicher, dass wir viel Freude an ihm haben werden.“

Noch gute Kontakte nach Nürnberg

Der Kontakt sei über Chouinards ehemaligen Nürnberger Teamgefährten und Ex-Nationalspieler Martin Ancicka zustande gekommen, der mittlerweile eine Sportmarketing-Agentur leitet. Auch zu aktuellen Spielern der Ice Tigers wie Yasin Ehliz, Steven Reinprecht oder Patrick Reimer hat der neue Bayreuther Mittelstürmer noch gute Kontakte. „Er wollte noch mal spielen, und das am liebsten in der Nähe von Nürnberg. Diese Situation hat beiden Seiten in die Karten gespielt“, erklärt Habnitt, der Chouinard als groß gewachsenen, spielstarken Center mit guter Übersicht und absoluten Spielmacherqualitäten beschreibt. „Zudem ist er mit einem guten Schuss ausgestattet.“

Den Vorschusslorbeeren gerecht werden kann Chouinard aber frühestens in den Spielen in Freiburg (15. Dezember) und gegen Riessersee (17. Dezember). „Eric wird am 10. Dezember nach Deutschland kommen und die Woche mit dem Team trainieren. Wir gehen davon aus, dass er dann am Wochenende spielt“, sagt Habnitt.

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