Tigers nach 3:4-Niederlage am Tabellenende

Alarmstufe eins herrschte vor dem Tigers-Tor, wenn Robbie Czarnik (rechts) und Jordan Knackstedt (links) in der Nähe waren. Hier konnte Torhüter Tomas Vosvrda mit Unterstützung von Sebastian Mayer aber klären. Fotos: Peter Kolb

Lediglich die Hoffnung auf die bisher größte Heimspiel-Kulisse dieser Saison in der DEL2 ist für die Bayreuth Tigers bei der Begegnung mit den Eispiraten Crimmitschau in Erfüllung gegangen. Die traditionell zahlreichen Schlachtenbummler aus Westsachsen schraubten die Zuschauerzahl auf 2494, doch sportlich gab es für die Gastgeber keinen Fortschritt. Die Niederlage mit 3:4 (0:1, 2:3, 1:0) markierte in der Talfahrt der Tigers sogar einen neuen Tiefpunkt, denn sie rutschten dadurch erstmals ans Tabellenende.

Tigers-Trainer Sergej Waßmiller beklagte wieder das fehlende Glück, zumal mit Michal Bartosch vor dem letzten Drittel erneut ein Ausfall zu beklagen war: „Unser erstes Drittel war stark, aber die Scheibe wollte nicht rein. Im zweiten kommen wir zum 2:2, werden dann aber gleich für eine unnötige Strafzeit bestraft. Im letzten Drittel haben wir alles versucht und hatten auch das 4:4 auf dem Schläger. Mindestens einen Punkt hätten wir verdient gehabt.“

Gäste mit mehr Durchschlagskraft

Man kann denselben Sachverhalt aber auch so beschreiben: Entscheidender Unterschied zwischen beiden Teams war die Durchschlagskraft. Während die Gäste mit der Reihe um Topscorer Jordan Knackstedt einen stets gefährlichen Paradesturm stellten, aus dem der dreifache Torschütze Robbie Czarnik auch noch ein Stück herausragte, waren die Bayreuther Aktionen im Abschluss meist nicht präzise genug, um den sicheren Eispiraten-Torwart Brett Kilar zu bezwingen.

Das deutete sich schon im ersten Drittel an: Die Bayreuther verzeichneten zwar sogar ein leichte Mehrzahl an Möglichkeiten, doch die Chancen für Crimmitschau wirkten meist zwingender. Vor allem der Czarnik-Sturm brachte die Ordnung in der geschwächten Bayreuther Defensive mit nur fünf Verteidigern mehrfach ins Wanken. Zwei Minuten nach der bis dahin größten Chance, als Ivan Ciernik nach einem der seltenen Abpraller des erneut starken Tigers-Torhüters Tomas Vosvrda aus der Drehung das leere Tor verfehlt hatte (10.), erzielte diese Formation in einer weiteren Druckphase auch die Führung für die Gäste. Nur 17 Sekunden später drohte sogar das 0:2 durch Patrick Pohl, der Vosvrda fast schon ausgespielt hatte, dann aber doch noch am Schlussmann scheiterte.

Ausgleich durch zwei Luciani-Treffer

Einen herben Rückschlag für alle guten Vorsätze der Bayreuther bedeutete das 0:2 nach 72 Sekunden des zweiten Drittels. Czarnik bekam dabei allzu viel Zeit, um sich die Scheibe in Mittelstürmerposition zurecht zu legen. Die Tigers reagierten aber alles andere als demoralisiert, sondern suchten sofort die Offensive. Der Erfolg stellte sich auch schnell ein, als Anthony Luciani als insgesamt deutlich gefährlichster Bayreuther Stürmer nach einer längeren Druckphase einen Abpraller von hinter dem Tor in Torjäger-Manier zum Anschlusstreffer nutzte. Der Kanadier erzwang schließlich mit einem spektakulären Schuss aus spitzem Winkel in eine winzige Lücke am kurzen Pfosten unter die Latte sogar das 2:2.

Diese gute Ausgangslage ging jedoch in den letzten drei Minuten des zweiten Drittels wieder verloren. Ein toller Querpass von Knackstedt zu Czarnik führte nach nur sieben Sekunden langem Powerplay zum 2:3, und 90 Sekunden vor der Pause konnte Scott Allen einen Abpraller von der Bande unbedrängt zum vierten Tor für die Gäste verwerten.

Im letzten Drittel konzentrierten sich die Eispiraten darauf, ihren Vorsprung defensiv zu verwalten. Trotzdem kamen die Tigers nach dem verdeckten Schuss von Andreas Geigenmüller zum 3:4 dem Ausgleich nahe: Zweieinhalb Minuten vor Schluss brachte Eric Chouinard bei einem 2-auf-1-Konter in Unterzahl mit Luciani die Scheibe zwar am Torwart vorbei, aber nicht ins Tor.

Statistik

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Linden, Pavlu; Potac, Mayer; Gerstung – Luciani, Chouinard, Gläser; Gams, Kolozvary, Bartosch; Geigenmüller, S. Busch, V. Busch; Alanov, Stas.

Eispiraten Crimmitschau: Kilar – Olleff, Kranjc; Maschmeyer, Schietzold; Ostwald, Weber; Halbauer – Knackstedt, Czarnik, Ciernik; Allen, Pohl, Saarinen; Schlenker, Kabitzky, Walsh; Karachun, Gollenbeck.

SR: Noeller, Oswald; Strafminuten: Bayreuth 8, Crimmitschau 12; Zuschauer: 2494.

Tore: 0:1 (13.) Czarnik (Ciernik, Knackstedt), 0:2 (22.), Czarnik (Ostwald, Kranjc), 1:2 (24.) Luciani (Alanov, Potac), 2:2 (36.) Luciani (Alanov, S. Busch – 5 gegen 4), 2:3 (37.) Czarnik (Knackstedt, Saarinen – 5 gegen 4), 2:4 (39.) Allen (Pohl, Maschmeyer), 3:4 (54.) Geigenmüller (Kolozvary, Gerstung – 4 gegen 4).

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