Tigers mit Vosvrda gegen den Meister

Hoffnungsträger: Die Rückkehr von Tomas Vosvrda soll den Tigers mehr Stabilität geben. Foto: Peter Mularczyk

Nach nur zwei Punkten aus den letzten 13 Spielen in der DEL2 kann man sich für die Bayreuth Tigers sicher angenehmere Aufgaben vorstellen als das Heimspiel gegen den amtierenden Meister. Vielleicht sind die Löwen Frankfurt zur ungewohnten Zeit am Samstag um 16 Uhr als klarer Favorit aber auch gerade der richtige Gegner, an dem sich der Tabellenvorletzte aufrichten kann.

Schließlich ist die Negativserie nicht nur für das Punktekonto eine Belastung, sondern früher oder später unweigerlich auch für die Moral. Gerade in dieser Hinsicht bedeutete die 2:3-Niederlage am Donnerstag in Bad Nauheim einen besonderen Nackenschlag. „Alle in der Kabine waren sehr enttäuscht. Das war richtig bitter“, sagt Tigers-Trainer Sergej Waßmiller, dessen Team bis viereinhalb Minuten vor Schluss geführt hatte und dann durch zwei Gegentore innerhalb von 42 Sekunden alle drei Punkte verlor. „55 Minuten lang war es ein perfektes Auswärtsspiel mit einer überragenden Mannschaftsleistung. Wenn wir gewonnen hätten, dann hätte wahrscheinlich auch beim Gegner niemand etwas dagegen einzuwenden gehabt.“

Mit Jammern über die Pechsträhne will sich Waßmiller aber nicht aufhalten: „Wir werden das Positive herausnehmen und auch im nächsten Spiel wieder mit allem Einsatz dafür kämpfen und arbeiten, dass uns endlich die Wende zu einer Siegesserie gelingt. Wir schauen nicht auf die Tabelle, sondern darauf, dass noch mehr als 60 Punkte zu vergeben sind.“

Ein Zeichen zur Stärkung der Moral setzt Tomas Vosvrda. „Er hat am Freitag trainiert und will der Mannschaft unbedingt helfen“, sagt Waßmiller über den Torhüter, der während seiner Zwangspause aufgrund einer Knieverletzung zwar ordentlich vertreten worden ist, aber als großer Rückhalt eben doch vermisst wurde. Auch Verteidiger Marvin Neher wird wieder zur Verfügung stehen, so dass sich die Personalsituation weiter entspannt.

An der Außenseiterrolle der Tigers ändert das allerdings nicht viel – auch wenn sie im ersten Duell mit dem Titelverteidiger einen Punkt holten (2:3 n. P.; Rückspiel 2:6) und auch wenn die Frankfurter derzeit mit zwölf Punkten aus den letzten acht Spielen (fünf mit Verlängerung) ihren hohen Ansprüchen nicht immer ganz gerecht werden. Ob sich die kürzliche Trennung vom langjährigen Sportdirektor Rich Chernomaz irgendwie auf die Mannschaft auswirkt, können nur Insider wissen. Jedenfalls hat der Frankfurter Meistertrainer von 2004 den stark nordamerikanisch geprägten Kader zusammengestellt. Seine Ablösung durch den erst 37-jährigen Franz-David Fritzmeier (zuvor Krefeld) ist auch unter den Löwen-Fans nicht unumstritten. Die Verantwortlichen erwarten sich von dem Wechsel eine bessere Einbindung des eigenen Nachwuchses und wohl auch etwas mehr Disziplin beim Umgang mit dem Finanzrahmen.

Frankfurter Schwäche: Viele Gegentore in Unterzahl

Wenn es eine deutliche Schwachstelle gibt im Frankfurter Team um den Siebten der Scorerliste, C.J. Stretch (18 Tore, 23 Vorlagen), dann ist es die Neigung zu Strafzeiten. Die 19,9 Strafminuten pro Spiel sind einsamer Spitzenwert der Liga. In Kombination mit einer unterdurchschnittlichen Unterzahlquote von 80,1 Prozent bringt das die Löwen auch immer wieder mal gegen Außenseiter in Schwierigkeiten. Das jüngste Beispiel lieferte vor zwei Tagen die überraschende Heimniederlage gegen die Lausitzer Füchse (4:5 n. V.). Da erzielte der Gast aus Weißwasser alle fünf Tore in Überzahl.

„Das ist durchaus ein Ansatzpunkt“, sagt Tigers-Trainer Waßmiller. „Ebenso gilt aber auch, dass die Frankfurter das beste Powerplay der Liga haben. Wir müssen also äußerst diszipliniert spielen, um nicht selbst auf die Strafbank zu kommen.“ Von 135 Überzahlchancen hat der Titelverteidiger 41 verwertet. Das bedeutet eine Erfolgsquote von 30,4 Prozent, die in dieser Statistik sogar die an zweiter Stelle liegenden Kassel Huskies (24,3) deutlich in den Schatten stellt.

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