Tigers mit Miniteam unter Erfolgsdruck

Noch mal durchzählen: Große Hoffnungen macht sich Tigers-Trainer Sergej Waßmiller aber nicht, dass ihm viel mehr Spieler zur Verfügung stehen werden als in der letzten Woche. Foto: Peter Kolb

Nach sechs Spielen in Folge ohne Punktgewinn in der DEL2 ist der Erfolgsdruck für die Bayreuth Tigers größer denn je. Das gilt auch mit Blick auf die Gegner, denn am Freitag um 20 Uhr gegen die Heilbronner Falken und am Sonntag um 17 Uhr bei den Lausitzer Füchsen trifft der Tabellenzwölfte auf seine unmittelbaren Tabellennachbarn. Der erste hat einen Punkt mehr auf dem Konto, der zweite ist genau punktgleich.

Wenn man dann noch das Spiel zum Abschluss der ersten Saisonhälfte am 15. Dezember beim EHC Freiburg einbezieht, der auf Platz zehn zwei Punkte entfernt liegt (und ein Spiel mehr ausgetragen hat), dann kann diese Phase wegweisend sein für die Bayreuther Aussichten im Kampf um die Pre-Playoffs. Daran ändert es auch nichts, dass Trainer Sergej Waßmiller von Spielen mit „besonderer Bedeutung“ nicht viel hält: „Wir nehmen alle Spiele gleich wichtig. Meine Spieler geben immer alles, kämpfen gerade unter den schwierigen Bedingungen der letzten Spiele wie die Verrückten und versuchen auch die Stimmung positiv zu halten.“

Bestenfalls 13 Feldspieler im Aufgebot

Mehr Sorgen bereitet ihm aber die Tatsache, dass für das Ringen um die überfällige Trendwende weiterhin nur ein Minikader zur Verfügung steht. Den lediglich elf Feldspielern (nur zwei mehr als die vorgeschriebene Mindestzahl), die zuletzt in Dresden (0:6) nach Kräften einen aussichtslosen Kampf geführt haben, ist nicht mehr als die Verstärkung durch Ivan Kolozvary sicher. Der slowakische Topscorer (sieben Tore, elf Assists) hat seine Erkrankung überstanden. Ansonsten besteht nur bei Martin Heider eine Hoffnung auf einen Einsatz, nachdem er erstmals seit seiner Adduktorenverletzung wieder am Training teilgenommen hat. „Aber da steht noch ein sehr großes Fragezeichen“, schränkt Waßmiller ein.

Da keine Ergänzung durch Förderlizenzspieler aus Regensburg zu erwarten ist („Die haben selbst Probleme, drei Reihen zu bilden.“) wird der Tigers-Coach also kaum über mehr als 13 Feldspieler verfügen können. Der Einsatz von Valentin Busch und Luca Gläser bei der U-20-WM in Frankreich ist für ihn trotzdem kein Grund zur Klage: „Ich bin stolz auf die Jungs, weil sie dabei sind, auch wenn der Zeitpunkt für uns natürlich nicht gut ist. Da kommt im Moment einfach alles zusammen.“

Neuzugang im Heilbronner Tor

Gegen Heilbronn haben die Tigers noch zusätzlich etwas gutzumachen, weil sie das Hinspiel nach 4:1-Führung noch im Penaltyschießen verloren haben. Seither haben sich die Falken näher an die angestrebten Pre-Playoffs heran gearbeitet, auch weil sie auswärts erfolgreicher sind als die unmittelbaren Konkurrenten (zwölf Punkte in zwölf Spielen). Die Rückkehr des aus Augsburg gekommenen von Matt MacKay in die DEL (Krefeld) hat die Offensive um die Kanadier Justin Maylan (sechs Tore, 18 Vorlagen) und Brandon Alderson (elf plus 16) geschwächt, aber dafür erhofft man sich eine Stärkung der Defensive durch einen Torwartwechsel. Der Kanadier Andrew Hare wurde in dieser Woche durch den Slowaken Marcel Melichercik (zuletzt Bozen) abgelöst, der in Bayreuth debütieren soll. Sorgen bereiten dem österreichischen Falken-Trainer Gerhard Unterluggauer aber noch immer die Specialteams. Die Powerplay-Quote (11,8 Prozent) ist die schwächste der Liga, und die Quote in Unterzahl (72,3) die zweitschwächste nur knapp vor den Tölzer Löwen.

Neuer Trainer bei Lausitzer Füchsen

Eine Personalie anderer Art steht bei den Lausitzer Füchsen im Mittelpunkt. Nachdem sich Trainer Hannu Järvenpää verabschiedet hatte, um bei Fehervar AV in Ungarn die Nachfolge von Benoit Laporte anzutreten, wurde sein bisheriger Assistent Robert Hoffmann nun formell als neuer Chefcoach verpflichtet. Als Interimstrainer hatte er sich empfohlen, indem unter seiner Regie beim SC Riessersee (3:2 n.P.) und gegen Bad Tölz (2:1) eine Serie von zuvor vier Spielen ohne Punktgewinn zu Ende ging.

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