Tigers in Frankfurt unter Wert geschlagen

Auch die vielen vergebenen Chancen trugen dazu bei, dass die Bayreuther in Frankfurt mit 3:8 untergingen: Hier scheitert Bayreuths Eugen Alanov am starken Löwen-Rückhalt Brett Jaeger (rechts) . Foto: Jan Huebner

So deutlich die Außenseiterrolle der Bayreuth Tigers beim amtierenden DEL2-Meister Löwen Frankfurt war, so deutlich war auch das Endergebnis. Allerdings spiegelte die 3:8 (0:2, 1:2, 2:4)-Niederlage der Bayreuther die Kräfteverhältnisse nur bedingt wider.

Denn die Tigers waren bis weit ins Schlussdrittel hinein ein ebenbürtiger Gegner. Was den engagierten Gästen zum Verhängnis wurde, waren die vielen vergebenen Chancen im zweiten und dritten Drittel und die Vielzahl an Strafen. Nicht weniger als fünf Gegentore kassierte die Mannschaft von Trainer Sergej Waßmiller in Unterzahl.

Wirft man dann noch einen Blick auf die Ausfallliste der Bayreuther, verdient die Vorstellung noch mehr das Prädikat „respektabel“. Trainer Sergej Waßmiller musste neben den verletzungsbedingt oder aufgrund einer Krankheit fehlenden Yannick Drews, Martin Heider, Andreas Geigenmüller, Marvin Neher und Friedrich Hartung kurzfristig auch noch auf seinen erkrankten Topscorer Anthony Luciani und auch auf Stammtorhüter Tomas Vosvrda verzichten.

0:2 nach dem ersten Drittel

Derart dezimiert standen die Gäste erwartungsgemäß sofort unter Druck und wurden prompt kalt erwischt. Als Valentin Busch auf der Strafbank saß, schlug das beste Überzahlteam der Liga zu: Einen von Tigers-Goalie Martins Raitums abgewehrten Schuss von Brett Breitkreuz stocherte Frankfurts Goldhelm C.J. Stretch (5.) über die Linie. Als nur drei Minuten später Lucas Dumont Bayreuths Kapitän Jozef Potac mit einem Beinschuss düpierte und danach auch noch Raitums überwand, drohte schon früh ein Debakel. Die Tigers aber wehrten sich nun, profitierten allerdings auch von den stark nachlassenden Löwen. So kamen die Gäste durch Valentin Busch (16.), Eric Chouinard (18., 20.) und Michal Bartosch selbst zu erstklassigen Chancen.

Anstatt verkürzt zu haben, liefen die Tigers somit zu Beginn des Mitteldrittels einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Und nach vier Minuten war der Abstand sogar noch angewachsen. Die zweite Strafe gegen Tigers-Verteidiger Mathias Müller war ausschlaggebend dafür, dass die Hessen ihre größte Stärke ausspielen konnten. Sie bewegten die Scheibe sicher, bis Wade MacLeod frei stand und Maß nahm – 3:0. Nicht mehr als ein Strohfeuer war das 1:3 durch Ivan Kolozvary (29.) nach schönem Querpass von Potac, denn nur eine Minute später stellte Martin Schymainski den alten Abstand mit einem haltbaren Schlenzer über Raitums’ Fanghand wieder her. Ärgerlich aus Sicht der Bayreuther, denn sie waren in diesem Mittelabschnitt ein ebenbürtiger Gegner und hatten erneut ein halbes Dutzend erstklassiger Chancen vergeben, darunter ein Lattentreffer von Valentin Busch (40.).

Paukenschlag von Chouinard

Der Schlussabschnitt begann mit einem Paukenschlag: Bei einem Konter in Unterzahl legte Sergej Stas vor dem Tor quer auf Chouinard, der zum 2:4 einschob. Doch wieder wurde das Hoffnungsfünkchen durch eine Strafzeit im Keim erstickt – Brett Breitkreuz traf aus dem Slot. Als die Bayreuther danach abermals am starken Löwen-Keeper Brett Jaeger gescheitert waren und Schymainski in der 50. Minute auf 6:2 erhöht hatte, war die Niederlage endgültig besiegelt. Die Tore zum 7:2 (54.) und 8:2 (56.), beides Überzahltreffer der Frankfurter, waren nur noch von statistischem Wert – ebenso der letzte Tigers-Treffer durch Eugen Alanov (60.) nach einem starken Alleingang.

Löwen Frankfurt: Jaeger – Tiffels, Dronia; Gläßl, Faber; Yorke, Schüle; Bindeis – Jarrett, MacLeod, Schymainski; Stretch, B. Breitkreuz, Pistilli; C. Breitkreuz, Liesegang, Koziol; Dumont, Valentin, Seeger.

Bayreuth Tigers: Raitums – Müller, Pavlu; Mayer, Potac; Gerstung, Linden – Ontl, Stas, Chouinard; Alanov, Kolozvary, Bartosch; Gläser, S. Busch, Gläser; Voronov.

SR: Naust, Steinecke; Strafminuten: Frankfurt 6, Bayreuth 18 plus 10 gegen Chouinard; Zuschauer: 3712.

Tore: 1:0 (5.) Stretch (B. Breitkreuz, Liesegang – 5 gegen 4), 2:0 (8.) Dumont (Schüle, Seeger), 3:0 (25.) MacLeod (Dronia, Jarrett – 5 gegen 4), 3:1 (29.) Kolozvary (Potac, Alanov), 4:1 (30.) Schymainski (Stretch, Schüle), 4:2 (42.) Chouinard (Stas, Linden – 4 gegen 5), 5:2 (44.) B. Breitkreuz (Liesegang, Schüle – 5 gegen 4), 6:2 (50.) Schymainski (Jarrett, MacLeod), 7:2 (54.) Faber (Liesegang, Stretch – 5 gegen 4), 8:2 (56.) Pistilli (Stretch, Faber – 5 gegen 4), 8:3 (60.) Alanov.

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