Tigers gehen in Crimmitschau 5:9 unter

Kein glückliches Händchen bewies Bayreuths Trainer Sergej Waßmiller mit der Maßnahme, Friedrich Hartung (am Boden) den Vorzug vor Stammtorhüter Tomas Vosvrda zu geben. Bei diesem Tor des Crimmitschauers Vincent Schlenker (Mitte) war der Gästetorhüter aber machtlos. Foto: Peter Kolb

Die Defensive bleibt die mit Abstand größte Baustelle der Bayreuth Tigers. Die eklatanten Schwächen in der Verteidigung, waren ausschlaggebend dafür, dass das Team von Trainer Sergej Waßmiller im DEL2-Auswärtsspiel bei den Eispiraten Crimmitschau mit 5:9 (1:4, 1:3, 3:2) ein Debakel erlebte.

Dementsprechend angefressen war der Bayreuther Trainer nach der Partie. „Das Defensivverhalten war nicht gut. Da müssen wir klare Worte sprechen“, kündigte Waßmiller an.

Dessen Mut, seine etatmäßige Nummer eins, den Tschechen Tomas Vosvrda, für einen vierten Kontingent-Feldspieler und vier komplette Angriffsreihen zu opfern, wurde nicht belohnt. Vosvrdas Ersatz, der 22-jährige Friedrich Hartung, musste schon im ersten Drittel vier Mal hinter sich greifen. Allerdings war ihm nur das 2:0, ein zentral abgegebener Schlenzer von Patrick Pohl, anzulasten. Die anderen drei Gegentreffer im ersten Drittel gingen auf das Konto der desorientierten, pomadigen Bayreuther Verteidigung. Beim Crimmitschauer 1:0 nach nur 31 Sekunden kam Vincent Schlenker nach einem Hintertor-Pass von Ossi Saarinen vollkommen frei zum Schuss. Beim 3:1 (15.), einem Überzahltor, durften sich Jordan Knackstedt und Scott Allen die Scheibe direkt vor Hartung zupassen, ehe Robbie Czarnik aus kürzester Distanz vollendete. Und beim 4:1 (20.), einem weiteren Überzahltreffer, fälschte Scott Allen den Puck ebenfalls ohne Druck des Gegners vor dem Tigers-Gehäuse unhaltbar ab.

Eklatante Defizite im Verteidigungsverhalten

Bei all den eklatanten Defiziten im Verteidigungsverhalten war das zwischenzeitliche 1:2 der Bayreuther durch Eric Chouinard nur von statistischem Wert. Angesichts der Spielfreude der Crimmitschauer und der Abwehrschwächen der Tigers musste man als Bayreuther Anhänger vor Beginn des zweiten Abschnitts größte Bedenken haben. Sergej Waßmiller sagte nach der Partie, sein Team sei förmlich überrollt worden. „Wir waren nicht bereit, in die Zweikämpfe zu gehen, wir waren nicht bereit, Tempo zu gehen und wir haben katastrophale Pässe gespielt.“

Dass die Gäste zunächst im Spiel blieben, lag vor allem an der Heimmannschaft. Die ließ die Zügel etwas schleifen und nahm so etwas Druck von der Bayreuther Defensive. Erst als die im Spiel nach vorne durchaus gefälligen Bayreuther den Aufstand geprobt hatten und durch ein Abstaubertor von Sergej Stas in Überzahl auf 2:4 (35.) herangekommen waren, machten die Eispiraten richtig ernst. Postwendend bestrafte Jordan Knackstedt eine weitere Nachlässigkeit der Gäste – er traf aus kurzer Distanz zum 5:2. Gar vorgeführt wurden die Tigers beim 6:2 (39.) durch Brock Maschmeyer, der sich mit Vincent Schlenker wie im Training vor das Tigers-Gehäuse kombiniert hatte. Und als sich dann auch noch Hartung den Puck nach einem ungefährlichen Schuss von Dominic Walsh in die eigenen Maschen legte, nahm das Ergebnis bedrohliche Züge an.

Das Debakel ist nach 9:3 perfekt

Nur kurzzeitige Linderung verschaffte den mitgereisten Bayreuther Fans das 3:7 durch Luciani zu Beginn des Schlussdrittels. Gute 90 Sekunden später stellte Walsh den alten Abstand wieder her, nachdem er Sebastian Mayer düpiert hatte. Und spätestens als Ivan Ciernik auf 9:3 (47.) gestellt hatte, war das Debakel für die Bayreuther perfekt, daran änderten auch das zweite Luciani-Tor (49.) und Fedor Kolupaylos Überzahltreffer (58.) nichts mehr.

Eispiraten Crimmitschau: Klein – Maschmeyer, Roach; Ostwald, Kranjc; Halbauer, Weber; Olleff, Pyka – Schlenker, Saarinen, Pohl; Knackstedt, Ciernik, Czarnik; Walsh, Allen, Gollenbeck; Keil.

Bayreuth Tigers: Hartung – Linden, Pavlu; Potac, Neher; Mayer, Gerstung – Luciani, Chouinard, Stas; Geigenmüller, Kolupaylo, Kolozvary; Gläser, S. Busch, V. Busch; Gams, Ontl, Voronov.

SR: Noeller, Steinecke; Strafminuten: Crimmitschau 8, Bayreuth 8; Zuschauer: 2184.

Tore: 1:0 (1.) Schlenker (Saarinen, Pohl), 2:0 (5.) Pohl (Saarinen, Knackstedt), 2:1 (8.) Chouinard (Luciani), 3:1 (15.) Czarnik (Allen Knackstedt – 5 gegen 4), 4:1 (20.) Allen (Kranjc, Knackstedt – 5 gegen 4), 4:2 (35.) Stas (V. Busch, Luciani – 5 gegen 4), 5:2 (35.) Knackstedt (Ciernik, Czarnik), 6:2 (39.) Maschmeyer (Schlenker, Saarinen), 7:2 (40.) Walsh (Gollenbeck, Allen), 7:3 (41.) Luciani (Chouinard), 8:3 (42.) Walsh (Gollenbeck), 9:3 (47.) Ciernik (Czarnik, Knackstedt), 9:4 (49.) Luciani, 9:5 (59.) Kolupaylo (Potac, Kolozvary – 5 gegen 4).

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