Tigers gegen zwei Playoff-Anwärter

Die Defensive ist die Stärke des ESV Kaufbeuren. Beim ersten Gastspiel in Bayreuth sorgte das Team um Torwart Stefan Vajs und den früheren Nationalverteidiger Sebastian Osterloh (in weiß) dafür, dass die Tigers zum bislang einzigen Mal in einem Heimspiel dieser Saison ohne Torerfolg blieben. Foto: Peter Kolb

Vor zwei reizvollen Aufgaben stehen die Bayreuth Tigers in der DEL2: Am Freitag um 20 Uhr gegen den ESV Kaufbeuren und am Sonntag um 18 Uhr bei den Kassel Huskies trifft der Tabellenvorletzte auf zwei Gegner, die auf den Plätzen sechs beziehungsweise fünf beim Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation gleichermaßen unter Druck stehen.

Die Allgäuer sind der Aufsteiger unter den Playoff-Kandidaten, denn erst am 37. Spieltag rückten sie erstmals unter die ersten Sechs und halten sich seither dort. Ihre Beständigkeit im Vergleich zur unmittelbaren Konkurrenz auf den dicht gedrängten Plätzen vier bis zehn verdanken sie vor allem der Defensivstärke. Kein Team hat weniger Gegentore kassiert als das von Trainer Andreas Brockmann (106). Dazu passt die Tatsache, dass der 3:0-Sieg des ESV Kaufbeuren beim ersten Auftritt in Bayreuth bis heute das einzige Heimspiel der Tigers markiert, in dem ihnen kein einziger Treffer gelungen ist.

Unumstrittener Rückhalt für die ESVK-Verteidigung um den in Kaufbeuren geborenen früheren Nationalspieler Sebastian Osterloh und den Ex-Bayreuther Christopher Kasten ist Torhüter Stefan Vajs, der in der vergangenen Saison zum Spieler des Jahres in der DEL2 gewählt worden ist. Daran dürfte auch sein schwarzer Tag bei der letzten 2:7-Niederlage in Weißwasser nichts ändern, als er beim 0:4-Rückstand nach nur gut 16 Minuten vom Eis ging.

Immerhin hat dieses Spiel mit der bisher höchsten Zahl an Gegentoren aber doch angedeutet, wie stark die Kaufbeurer auf die Stabilität ihrer Defensive angewiesen sind – ähnlich wie schon in einer frühen Saisonphase der überraschend klare 5:1-Sieg der Bayreuther im Allgäu. „Es ist nicht verkehrt, wenn man in Führung geht“, erklärt Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. „Wenn der Gegner ein wenig öffnen muss, sieht es besser aus.“

Allerdings beschäftigt ihn derzeit mehr die eigene Defensive, die in den letzten drei Spielen insgesamt 18 Gegentore hinnehmen musste: „Wir haben das per Video analysiert. Meist waren es einzelne Fehler, die zu Toren geführt haben. Aber keine Frage: Wir müssen da insgesamt mehr arbeiten und uns stabilisieren.“ Die Voraussetzungen dafür sind nicht ganz schlecht, denn auf der zeitweise sehr langen Liste der Ausfälle stehen jetzt nur noch Martin Heider, Yannick Drews und Eugen Alanov. Zudem kommt Torwart Martins Raitums wegen einer Fingerverletzung nicht als Alternative infrage. Am meisten Gefahr für die gegnerische Verteidigung entwickelt der ESV Kaufbeuren durch den Finnen Sami Blomqvist (21 Tore, 30 Assists) und den Kanadier Charlie Sarault (14 plus 34), die in der Scorerliste auf den Plätzen neun beziehungsweise elf liegen.

Kritik an Kassels Trainer Rico Rossi

Die Defensive ist derzeit auch ein großes Thema bei den Kassel Huskies, nachdem sie am vergangenen Wochenende gegen Ravensburg (5:7) und in Dresden (4:7) 14 Gegentreffer kassiert haben. Kritik an Trainer Rico Rossi ist bei den Anhängern der ambitionierten Hessen kaum noch zu überhören. Dass Star-Verteidiger James Wisniewski nach diesem Wochenende zur amerikanischen Olympia-Auswahl abreist, bereitet zusätzliche Sorgen.

Darf man bei den Tigers also darauf hoffen, von einer gewissen Verunsicherung des Favoriten profitieren zu können? „In Kassel ist es immer schwer, aber wir haben dort ganz gute Ergebnisse erzielt“, sagt Waßmiller, dessen Team im ersten Anlauf bei den Schlittenhunden mit 3:4 nach Verlängerung einen beachtlichen Punkt holte. „Wenn wir das Spiel lange eng halten, könnten die Chancen steigen. Entscheidend ist aber, dass wir unsere Spielweise stabilisieren. Dann wird sich auch ein Erfolg einstellen.“

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