Tigers eröffnen Rennen um Klassenerhalt

Am 25. Februar waren die Bayreuth Tigers zuletzt in Weißwasser zu Gast und verloren dort mit 1:3. Das 1:0 für die Lausitzer erzielte dabei Jeff Hayes (links), der Torwart Tomas Vosvrda keine Chance ließ. Foto: Thomas Heide/Archiv

Die kommenden vier Wochen werden darüber entscheiden, ob die Bayreuth Tigers einer über weite Strecken unbefriedigenden Saison in der DEL2 ein versöhnliches Ende setzen können. In diesem Zeitraum wird in den Playdowns das Rennen um den Klassenerhalt ausgetragen, das der Tabellenletzte der Hauptrunde am Dienstag um 19.30 Uhr bei den Lausitzer Füchsen eröffnet.

In der Serie nach dem Modus „best of seven“ sind vier Siege zum Gesamterfolg nötig. Wer das nicht schafft, bekommt noch eine zweite Chance gegen den Verlierer des Duells zwischen EHC Freiburg und Tölzer Löwen. Auch dort müssten die Bayreuther als das am schlechtesten platzierte Team in jedem Fall das erste und auch das möglicherweise nötige siebte Spiel auswärts austragen.

Unbegrenzte Verlängerung mit fünf gegen fünf

Neben der zunehmenden Nervenbelastung stellt der entscheidende Saisonabschnitt auch körperlich zusätzliche Anforderungen. Die sieben Spieltermine drängen sich in der ersten Runde innerhalb von 15 Tagen, in der zweiten gar innerhalb von 13. Außerdem sind mögliche Verlängerungen im Gegensatz zu den Punktspielen nicht auf maximal fünf Minuten begrenzt, sondern dauern uneingeschränkt so lange, bis ein Tor fällt – und sie werden in voller Mannschaftsstärke gespielt, nicht nur mit drei gegen drei.

Nicht zuletzt deswegen ist Tigers-Trainer Sergej Waßmiller froh, dass ihm nach Monaten voller Personalsorgen wenigstens gerade noch rechtzeitig für den Abstiegskampf ein nahezu kompletter Kader zur Verfügung steht. Nachdem Martin Heider nach hartnäckigen Adduktorenbeschwerden nun wieder einsatzbereit ist, steht nur noch Yannick Drews auf der Verletztenliste. Allerdings wird wahrscheinlich auch Eugen Alanov im Tigers-Aufgebot fehlen, weil der Förderlizenzspieler in Nürnberg gebraucht wird.

„Die Zeit für eine gemeinsame Vorbereitung war etwas zu kurz“, sagt Waßmiller, der in den vergangenen Wochen die Belastung für einige krankheitsgeschwächte Spieler dosieren musste. „Aber wir wollen keine Ausreden suchen. Jetzt kommen die entscheidenden Spiele, darauf ist jeder heiß, und da werden wir alles geben.“ Ob das erste Spiel einer Serie gleich die beste Chance für den Außenseiter bietet, den Gegner zu überraschen und den Heimvorteil zu erobern, will Waßmiller nicht behaupten – nur so viel: „In Führung zu gehen, wäre schon nicht schlecht. Dafür werden wir alles versuchen.“

Während die Bayreuther in den letzten fünf Spielen der Hauptrunde ohne Punktgewinn geblieben sind, holten die Lausitzer Füchse im gleichen Zeitraum alle möglichen 15 Zähler mit 21:7 Toren. Damit arbeiteten sie sich im Endspurt bis auf zwei Punkte an den zehnten Platz heran, der den sicheren Klassenerhalt und die Teilnahme an den Pre-Playoffs bedeutet hätte.

Verstärkungen in der Offensive

Diese Serie war Teil eines schon länger anhaltenden Aufwärtstrends, seit Robert Hoffmann im Dezember als Nachfolger des zurückgetretenen Finnen Hannu Järvenpää vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegen ist. Allerdings halfen dabei auch einige Veränderungen im Spielerkader mit. Insbesondere die Rückkehr der bereits im Vorjahr für Weißwasser spielenden Jeff Hayes und Roope Ranta hat die Durchschlagskraft in der Offensive verstärkt. Der Kanadier kam in 34 Spielen auf 21 Tore und 24 Assists, der Finne in 36 Einsätzen auf 16 Treffer und 27 Vorlagen. Beide schlossen damit zum Schweden Anders Eriksson auf, der über weite Strecken den Goldhelm des Topscorers getragen hat (17 plus 27 in 42 Spielen). Aber auch der Deutsch-Tscheche David Kuchejda, der sich vor einem Jahr in Bayreuth als entscheidender Torschütze zum Gesamtsieg in den Pre-Playoffs gegen den SC Riessersee ausgezeichnet hat, hinterließ mit vier Treffern in seinen erst neun Spielen seit dem Wechsel von den Kassel Huskies einen beachtlichen Eindruck. „Diese Spieler passen offensichtlich gut zu den Füchsen“, erklärt Waßmiller.

Zumindest offensiv haben die Lausitzer Füchse inzwischen also zweifellos mehr zu bieten als bei ihrem ersten Auftritt in Bayreuth. Damals feierten die Tigers mit 1:0 ihren einzigen Saisonsieg ohne Gegentor. Die späteren Vergleiche gingen dann mit 6:3, 3:1 und 2:1 an den Tabellenelften, der auch deswegen als Favorit gelten muss.

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