Tigers dominieren Spitzenteam

Topscorer David Wohlberg (rechts, er scheitert an Ravensburg Torwart Jonas Langmann) konnte sich diesmal nicht in die Torschützenliste eintragen, er zeigte jedoch wie alle Bayreuther eine tolle Leistung. Foto: Peter Kolb

Für DEL2-Spitzenteams gibt es aktuell im Tigerkäfig nichts zu holen – das galt auch für die Ravensburg Towerstars. Aufsteiger EHC Bayreuth dominierte den Tabellenfünften, begeisterte mit einer seiner besten Saisonleistungen und holte sich einen hoch verdienten 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)-Heimsieg.

Die Tigers zogen von der ersten bis zur letzten Minuten ihr Spiel durch, agierten nahezu fehlerlos, ließen nie Zweifel am Heimsieg aufkommen und steckten auch die vielen Unterbrechungen sowie Diskussionen auf dem Eis unbeeindruckt weg.

Denn es war auch ein Spiel, bei dem man etwas lernen konnte: Manchmal dauert ein Drittel nämlich nicht 20, sondern nur 17:55 Minuten. Der Grund: Das Eis war in einem schlechten Zustand und das Tor deshalb zu locker in der Verankerung.

Immer wieder verschob Towerstars-Keeper Jonas Langmann das Gehäuse. Der Schiedsrichter beendete das erste Drittel vorzeitig und ließ das Eis neu bereiten. Diese Pause kam vor allem den favorisierten Gästen entgegen, denn im ersten Abschnitt setzte ganz klar der EHC die Akzente.

Gegen die mit vier kompletten Blöcken angetretenen Ravensburger ließen die Tigers nur wenige Torchancen zu. Nur bei eigener Überzahl brachten sie sich einmal durch einen Abspielfehler in Bedrängnis, Bayreuths Keeper Tomas Vosvrda (5.) reagierte gegen Mathieu Tousignant prächtig. Einmal streifte ein Towerstars-Schuss (16.) den Pfosten.

Fröhlich trifft zum 1:0

Ansonsten standen die Bayreuther hervorragend und entnervten die Gäste durch starkes Forechecking. Grundvoraussetzung dafür war große Laufbereitschaft – und die legte jeder EHC-Spieler an den Tag. Dank ihres hohen Tempos kamen die Hausherren auch zu einer 2:0-Führung. Valentin Busch zog mit Volldampf ins Drittel, tanzte zwei Gegenspieler aus, seinen Schuss fälschte Lucas Fröhlich zum 1:0 (12.) ab.

Gesprächsbedarf gab es beim 2:0 (18.) – erneut war das Tor nicht mehr in seiner Verankerung. Erst nach Sichtung des Videomaterials erkannt der Schiedsrichter den Treffer an. Ivan Kolozvay hatte nach toller Bartosch-Vorarbeit getroffen. Und das 2:0 spiegelte die Kräfteverhältnisse nach 17:55 Minuten wider. In den nachgespielten 2:05 Minuten passierte nichts mehr.

Weiterhin viele Unterbrechungen

Nach dem Seitenwechsel änderten sich die Hauptdarsteller nicht: Schiedsrichter, Gästetorwart und bärenstarke Tigers. Und natürlich der Ordner mit dem Bohrer, der das Tor mehrmals befestigen musste.

Langmann verschob weiter fleißig das Tor, bis es den Unparteiischen in der 26. Minute reichte. Sie sprachen eine Zeitstrafe wegen Spielverzögerung aus. Ärgerlich war diese Entscheidung aber trotzdem für die Bayreuther, denn zuvor hatte der Unparteiische auf Treffer entschieden, nahm das aber wieder zurück.

Was auch gleich blieb: Die Hausherren waren weiter das aktivere Team. Jan Pavlu (21.) verpasste den dritten Treffer genauso wie Vladislav Filin (38.) aus kurzer Distanz. EHC-Keeper Vosvrda – er spielte tatsächlich 60 Minuten, ohne das Tor zu verschieben – musste nun etwas öfter eingreifen, war aber erneut starker Rückhalt. Als seine Vorderleute einen 3:1-Konter zuließen, hatte er allerdings keine Chance. Norman Hauner (35.) erzielte den Anschlusstreffer für die etwas besser werdenden Ravensburger.

Bei doppelter Überzahl fällt das 3:1

Richtig zur Entfaltung ließen die Bayreuther ihren Gegner aber auch im Schlussdrittel nicht kommen und bestraften in der 52. Minute den vorentscheidenden Fehler der Gäste: Bei angezeigter Strafzeit machte ein weiterer Ravensburger ein Foul. Die folgende 5:3-Überzahl brachte das 3:1. Die Gäste monierten zwar Torraumabseits, doch der Videobeweis zeigte deutlich, dass Torschütze Bartosch den Torwart nicht behindert hatte.

In der Schlussphase war sogar ein höherer Sieg möglich, denn die Tigers blieben das wesentlich gefährlichere Team. Sie feierten einen würdigen Abschluss des Jahres, in dem sie den Aufstieg in die DEL2 schafften und sich dort sofort etablierten. EHC-Trainer Sergej Waßmiller war begeistert: „Ein Wahnsinnsspiel. Von Anfang bis Ende waren meine Jungs überragend. Ich bin sprachlos und richtig stolz.“

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten – Stas, Wohlberg, Filin; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, Fröhlich, V. Busch; Piskor, Kuhn.

Ravensburg Towerstars: Langmann – Dück, de Paly; Kolb, Slavetinsky; Keller, Sturm; Sezemsky, Schwamberger – Lapsansky, Roloff, Hauner; A. Carciola, Tousignant, F. Carciola; Mayer, Brandl, Rachunek; Vogt, Detsch, Schlenker.

Tore: 1:0 (12.) Fröhlich (Marsall, V. Busch), 2:0 (18.) Kolozvary (Bartosch, Geigenmüller), 2:1 (35.) Hauner (Roloff), 3:1 (52.) Bartosch (Kolozvary, Potac – 5 gegen 3).

Strafminuten: Bayreuth 6, Ravensburg 8.

Zuschauer: 1926.

SR: Apel, Laguzov, Lamberger.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

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