Tigers bezwingen Bad Nauheim mit 6:4

Mehrmals musste Tigers-Torhüter Tomas Vosvrda gegen alleine vor ihm auftauchende Bad Nauheimer klären. Hier entschärft er einen Schuss von Radek Krestan. Foto: Peter Kolb

Der Aufwärtstrend der Bayreuth Tigers in der DEL2 ist durch die jüngste 1:2-Niederlage gegen die Lausitzer Füchse offensichtlich nicht nachhaltig erschüttert worden. Gegen den EC Bad Nauheim kehrte die Mannschaft von Trainer Sergej Waßmiller sofort in die Erfolgsspur zurück. Der 6:4 (1:1, 3:3, 2:0)-Sieg war zweifelsohne verdient, allerdings waren Defizite in der Defensive unübersehbar.

Und so hielt sich auch Sergej Waßmiller bei der Analyse nicht lange mit Lobeshymnen auf. „Offensiv war das absolut okay. Andererseits aber waren wir weit weg von gutem Defensivverhalten“, sagte der Tigers-Coach. „Da müssen wir deutlich zulegen. Das geht so nicht.“

Dass die Bayreuther vor der Saison-Minuskulisse im heimischen Tigerkäfig – es waren nur 1139 Zuschauer gekommen – die Oberhand behielten, hatten sie vornehmlich ihrer ersten Sturmreihe zu verdanken. Das Trio Eric Chouinard, Sergej Stas und Anthony Luciani zeichnete für fünf Treffer verantwortlich. Hinzu kam eine famose Vorstellung von Torhüter Tomas Vosvrada, der mehrmals die Fehler seiner Verteidiger ausbügeln musste.

Nackenschlag nach 21 Sekunden

Begonnen hatte die Partie für die Bayreuther mit einem Nackenschlag. Es waren gerade einmal 21 Sekunden gespielt, da musste Vosvrda die Scheibe das erste Mal aus dem Netz holen. Gäste-Topscorer Cody Sylvester war Tigers-Verteidiger Felix Linden einfach davongelaufen und hatte eiskalt vollendet. Der Treffer zeigte Wirkung. Die Gäste stellten fortan die dominierende Mannschaft. Es brannte mehrfach lichterloh vor Vosvrda. Doch weder Eric Meland (3.) nach einem Konter noch Daniel Stiefenhofer (7.) und Radek Kresatn (11.) aus kurzer Distanz brachten die Scheibe ein zweites Mal im Bayreuther Gehäuse unter. So blieben die Tigers im Spiel.

Für den Ausgleich benötigten sie die Mithilfe des bis dato wenig beschäftigten Gäste-Keepers Felix Bick. Als Luciani (13.) beherzt durch das Mitteldrittel sprintete und anschließend aus halbrechter Position abzog, kullerte die Scheibe Bick durch die Schoner. Der Treffer wirkte wie ein Weckruf. Nun war das DEL2-Schlusslicht im Spiel und hätte durch Luciani und den ebenso auffälligen Eric Couinard sogar in Führung gehen können.

Neuzugang Kolupaylo trifft zum 2:1

Die Bayreuther schafften es, den Schwung ins Mitteldrittel mitzunehmen und hatten hier durch den starken Rückkehrer Fedor Kolupaylo die erste Chance. Sein mächtiger Schlagschuss verfehlte das Ziel aber um Haaresbreite. Besser machte es Kolupaylo in der 31. Minute. Nach unbeschadet überstandener Unterzahl schlug der technisch beschlagene Russe zu. Eine Finte, eine platzierter Flachschuss – 2:1.

Der Bayreuther Führungstreffer war der Auftakt zu einer turbulenten zweiten Hälfte des Mitteldrittels. Erst erhöhte Stas nach starkem Anspiel von Chouinard auf 3:1 (34.), dann schlugen die Gäste durch den frei zum Schuss kommenden Noureddine Bettahar (35.) zurück, ehe Chouinard nach einer Linden-Vorarbeit zum 4:2 traf. Den Eindruck, dass die Tigers-Defensive an diesem Abend zum Problemfall werden könnte, bestätigten die Gegentreffer zum 3:4 durch Eric Meland (38.) und Dennis Reimer (39.). Letzterer riss die Bayreuther per Bauerntrick aus allen Träumen.

Vosvrda der Turm in der Schlacht

Einen weiteren Beleg defensiver Mangelerscheinung lieferte dann Felix Linden (44.), der Krestan mit einem kapital Fehlpass eine Großchance ermöglichte und Vosvrda zu einer Glanzparade zwang. Verlass aber war an diesem Abend auf den Bayreuther Paradesturm. Chouinards abgezockter Rückhand-Treffer zum 5:4 (47.) verwischte all die vorher gezeigten defensiven Fehler der Waßmiller-Mannschaft. Anders als im Mitteldrittel ließen sich die Tigers nicht mehr überrumpeln. Ganz im Gegenteil. Stas bestrafte einen Fehler in der Gäste-Abwehr mit dem 6:4 und sorgte damit für eine Vorentscheidung, zumal Vosvrda während der EC-Schlussoffensive weiter grandios hielt.

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Linden, Pavlu; Potac, Neher; Mayer, Müller; Gerstung; – Luciani, Chouinard, Stas; Geigenmüller, Ontl, Kolupaylo; Gläser, S. Busch, V. Busch; Gams.

EC Bad Nauheim: Bick – Slaton, Stiefenhofer; Ketter, Erk; Mannes – Meland, Sylvester, Reimer; Livingston, McNamee, Krestan; Lange, Frosch, Meisinger; Pauli, Bettahar, Kolb.

SR: Aumüller, Hascher; Strafminuten: Bayreuth 4, Bad Nauheim 2; Zuschauer: 1139.

Tore: 0:1 (1.) Sylvester (Slaton), 1:1 (13.) Luciani (Chouinard), 2:1 (31.) Kolupaylo (S. Busch, V. Busch), 3:1 (34.) Stas (Chouinard, Luciani), 3:2 (35.) Bettahar (Meland, Meisinger), 4:2 (36.) Chouinard (Linden), 4:3 (38.) Meland (Krestan, McNamee), 4:4 (39.) Reimer Frosch, Pauli), 5:4 (47.) Chouinard (Luciani, Kolupaylo), 6:4 (52.) Stas (Luciani).

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