Thuringia Bulls beim RSV Champions-League-Sieger als Pokalgast

Einer von vielen Hochkarätern im Team der Thuringia Bulls ist der deutsche Nationalmannschaftscenter Alex Halouski (am Ball), der sich in dieser Szene gleich gegen mehrere Australier durchsetzt. Foto: imago

ROLLSTUHL-BASKETBALL. Zöge man eine Parallele vom Rollstuhlbasketball zur populärsten deutschen Sportart, gäbe sich am Sonntag Real Madrid in der Bayreuther Turnhalle am Roten Main die Ehre. Denn die Thuringia Bulls aus der thüringischen 2200-Einwohner-Kommune Elxleben haben im Rollstuhlbasketball in etwa den Stellenwert, den die Königlichen im Fußball einnehmen. Am Sonntag ab 11 Uhr treffen die Bulls in der ersten Runde des DRS-Pokals in Rahmen eines Dreierturniers auf den gastgebenden Regionalligisten RSV Bayreuth und den Zweitligisten RSKV Tübingen.

Die Thüringer sind amtierender Champions-League-Sieger und Deutscher Meister, und sie führen die Bundesliga-Tabelle – spätestens hier hinkt der Vergleich mit den in der Primera Division auf Rang sechs dahindümpelnden Madrilenen – mit sechs Siegen in sechs Spielen souverän an. Zuletzt fegte die Mannschaft von Trainer Michael Engel die Roller Bulls St. Vith mit einem neuen Hallenrekord von 117:30 vom Parkett, wobei die beiden Center, der Iraner Vahid Gholamazad mit 29 und der deutsche Nationalspieler Alex Halouski mit 27 Punkten, besonders hervorstachen. Aber auch darüber hinaus sind die Thüringer gespickt mit großen Namen. Der aus Castrop-Rauxel stammende Guard André Bienek ist ebenso Mitglied im Nationalteam wie die Niederländerin Jitske Visser, der Lette Raimund Beginskis ist gar spielender Nationaltrainer seines Landes. Somit sind die Bulls auch Topfavorit auf den Einzug in die zweite Pokalrunde, für die sich nur der Erstplatzierte qualifiziert.

Amateure gegen Vollprofis

Für die Bayreuther kann es im ersten Spiel des Dreier-Turniers um 11 Uhr gegen die Thüringer also nur um Schadensbegrenzung gehen. Anders als im DFB-Pokal, wo schon einmal ein Regionalligist einen Bundesligisten ärgern oder sogar ausschalten kann, sei so etwas im Basketball-Pokalwettbewerb des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes nicht möglich. „Da ist die Leistungsspanne einfach viel zu groß. Selbst wenn wir jedem ein Rad vom Rollstuhl abschrauben würden, würden sie wohl trotzdem noch klar dominieren“, sagt Sebastian Gillsch. Er ist der Abteilungsleiter Basketball des RSV Bayreuth, zudem Spielleiter, „und nebenbei spiele ich auch noch ein bisschen mit“.

Als Center wird er die physischen und konditionellen Vorteile der Thüringer besonders zu spüren bekommen. Aber auch spieltaktisch und bezüglich der individuellen Qualität liegen laut Sebastian Gillsch Welten zwischen der Bayreuther Hobbymannschaft und den Vollprofis aus Elxleben. „Auch wenn das nie so deutlich kommuniziert wird, aber die Spieler der Bulls verdienen mit Rollstuhlbasketball ihren Lebensunterhalt. So wie die Basketballer von Medi auch.“ Folglich werden die Bayreuther im Duell mit dem Champions-League-Sieger auch ein bisschen auf dessen Gnade angewiesen sein. „Wir werden uns als Gastgeber von unserem besten Seite zeigen, vielleicht machen sie es dann nicht ganz so schlimm“, scherzt Sebastian Gillsch.

Reelle Chance gegen Zweitligist Tübingen

„Ein Spiel auf Augenhöhe“, erwartet der RSV-Abteilungsleiter hingegen im zweiten Turnierspiel seiner Mannschaft gegen den RSKV Tübingen um 16 Uhr. Die Schwaben gingen in der zurückliegenden Saison zusammen mit den Bayreuthern noch in der Regionalliga auf Korbjagd und landeten in der Endabrechnung sogar hinter dem RSV. Da aber alle vor ihnen platzierten Mannschaften ihr Aufstiegsrecht ablehnten, schlugen die Tübinger zu, als sie an der Reihe waren.

Mit einem Sieg aus drei Spielen sind sie bislang aber eher verhalten in die neue Saison der 2. Bundesliga Süd gestartet. „Es wird ein bisschen drauf ankommen, wie wir Ex-Jugendnationalspieler Leon Schönberg in den Griff bekommen. Er ist Dreh- und Angelpunkt bei den Tübingern und hat uns auch in der vergangenen Saison Probleme bereitet“, sagt Sebastian Gillsch, der beim Heimturnier am Ende nicht mit leeren Händen da stehen möchte. „Wenn schon gegen die Thuringia Bulls nichts drin sein wird, so möchten wir wenigstens den Tübingern einen harten Fight liefern.“

INFO: Turnierbeginn ist um 11 Uhr. Da stehen sich die Bayreuther und die Thuringia Bulls gegenüber, ehe um 13.30 Uhr die Tübinger gegen den großen Favoriten ran müssen. Beschlossen wird der Wettbewerb um 16 Uhr mit der Partie der Bayreuther gegen Tübingen.

 

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