Thema Volksbegehren Bauern sollten die ersten sein, die unterschreiben

LESERBRIEF. Zur Berichterstattung über das Volksbegehren "Rettet die Bienen".

Das zurzeit laufende Volksbegehren wendet sich nicht gegen die Bauern, sondern gegen die vom Bauernverband unterstützte bisherige Landwirtschaftspolitik. Da die Bauern ja etwa die Hälfte ihres Einkommens aus Brüssel beziehen, sind sie völlig abhängig von der Politik, einer Politik, die nicht nur den aktuellen Artenschwund wesentlich zu verantworten hat, sondern auch den ebenso dramatischen Schwund an Bauernhöfen.

Wenn ein Betrieb 500 Hektar intensiv bewirtschaftet auf riesigen Flächen ohne Baum, Busch, Hecken, Raine, Böschungen, eventuell sogar ohne jedes Grünland, dann hat er Anspruch auf 150.000 Euro Ausgleichszahlung im Jahr. Für diese reine Flächenprämie werden in Deutschland 77 Prozent der Fördergelder verwendet, für alle Naturschutzprogramme (Vertragsnaturschutz), für das Kulturlandschaftsprogramm (Kulap), für die ökologische Landwirtschaft und die Dorferneuerung 23 Prozent. Ziel des Volksbegehrens und des Natur- und Umweltschutzes ist es, möglichst viel von unserer Kulturlandschaft zu erhalten. Diese Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt ist von Bauern geschaffen und kann nur von Bauern und nicht durch Agrarindustrie und Massentierhaltung bewahrt werden. Erhalt der „bäuerlichen Landwirtschaft“ war ja auch einmal ein Schlagwort der CSU.

Wenn das Volksbegehren Erfolg hat, dann wird sich zwangsweise an der verfehlten bisherigen Landwirtschaftspolitik und an der Verteilung der Fördergelder Entscheidendes ändern. Dies kommt dann nicht nur der Natur, sondern auch der bei uns noch vorhandenen bäuerlichen Landwirtschaft und hier vor allem den kleineren Betrieben zugute. Darum geht es, und nicht um Herabsetzung oder gar Enteignung der Bauern. Deshalb sollten unsere Bauern die ersten sein, die sich in die Listen des Volksbegehrens eintragen.

Helmut Korn, von 1982 bis 2011 Vorsitzender der Kreisgruppe Bayreuth des Bundes Naturschutz

 

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