Thema: intersexuell Gegen den Hass

Zum Standpunkt „Das dritte Klo“, Kurier vom 30. Januar. 

Peter Gisder ist sauer. Sauer über die schlechte Verkehrsanbindung auf den Dörfern, sauer über die Klassengrößen bayerischer Grundschulen. Auf das Verkehrsministerium? Nein. Auf das Kultusministerium? Schon eher. Säure ist ätzend. Also lässt der Autor seiner ätzenden Häme freien Lauf, der Häme über die Einführung einer Unisex-Toilette in Münchner Grundschulen.

Ziel ist aber nur in zweiter Linie das Ministerium. Zielscheibe sind – und da macht Gisder zum ersten Mal in seinem Beitrag etwas richtig, wenn auch unabsichtlich – Schüler ohne „Zipfelchen“. Andere würden von trans*Menschen oder intersexuellen Kindern sprechen.

Dass die es in der Grundschule nicht leicht haben, kann man sich vorstellen. Was sie auf der „falschen“ Toilette erleben müssen, wünscht man keinem Kind. Peter Gisder mangelt es offenbar an Vorstellungskraft, aber nicht nur daran.

Den Lehrkräftemangel trans* oder inter*sexuellen Kindern in die Schuhe zu schieben zeugt entweder von Unkenntnis oder Kaltherzigkeit. Im ersten Fall ist es verantwortungslos, sich öffentlich darüber zu äußern, im zweiten unanständig.

Die Strategie, Mangel gegen Mangel, Benachteiligung gegen Benachteiligung auszuspielen, kennen wir aus der Politik, wo gesellschaftlich Benachteiligte gegen Geflüchtete oder Unterbezahlte gegen Arbeitslose aufgehetzt werden.

Das folgt, wie Peter Gisders beißender Beitrag, einer einfachen Schulhofregel: Bloß nicht mit den Starken anlegen, immer schön nach unten treten! Wer Anstand besitzt, sollte da nicht mitmachen, sondern eingreifen, solidarisch mit den Schwächeren, gegen den Hass.

 

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