Theatersommer: Hollfeld fällt durch

Ehemals Zuhause des Beyer-Verlags, bald Büro des Fränkischen Theatersommers. Ein Teil des alten Brauereigebäudes rund um den Blauen Turm in Hollfeld soll genutzt werden, den Umzug nach Forchheim verhindern kann es aber nicht. Foto: Thorsten Gütling

Der Abschied des Fränkischen Theatersommers aus Hollfeld ist wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden. Wie Intendant Jan Burdinski auf Nachfrage mitteilt, hat die Prüfung der einzigen bislang in Hollfeld angebotenen Immobilie ergeben, dass sie als neues Domizil der Landesbühne nicht geeignet ist.

Für rund 500.000 Euro wollte Eigentümerin Christa Beyer einen Teil der früheren Brauerei Weiße Taube an den Theatersommer verkaufen. Das käme den Theatersommer rund 1,4 Millionen Euro günstiger als der geplante Neubau einer Probenbühne in Forchheim. Eine Inaugenscheinnahme habe aber ergeben, dass das Gebäude „völlig dysfunktional“ sei und vor einer Nutzung durch den Theatersommer ein „Totalumbau“ erfolgen müsste, sagt Intendant Jan Burdinski.

Hollfelder Angebot fällt durch

Der Hollfelder Stadtrat und Sohn der Immobilieneigentümerin, Thomas Appel, hält dagegen: „Ich bin der Meinung, dass das gar nicht gewollt ist.“ Grund zu dieser Annahme bot der Vorsitzende des Theatersommers, Bernd Matthes, im Juli dieses Jahres selbst. Als auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung heraus kam, dass nur ein Teil des Vorstandes von dem Hollfelder Angebot wusste. Woran es der Hollfelder Immobilie fehlt, soll bald ein Gutachten zeigen, sagt Burdinski. Denn: Das Hollfelder Angebot „intensiv und fachlich, auch in Bezug auf mögliche Zuschüsse“ zu prüfen, das haben die Mitglieder dem Vorstand zur Auflage gemacht um die Forchheimer Pläne weiter verfolgen zu dürfen.

Das Hollfelder Büro zieht um

Allerdings: Zumindest ein Teil des Gebäudes, das früher dem Beyer-Verlag ein Zuhause gab, soll künftig vom Theatersommer genutzt werden. Das Büro, das bisher im Alten Rathaus untergebracht war, aber bis Oktober wegen eines Dachschadens geräumt werden muss, soll auch nach einem Umzug des Theatersommers nach Forchheim, in Hollfeld bleiben. Immobilieneigentümerin Beyer bestätigt: Der Mietvertrag ist unterschrieben, die erste Miete bereits gezahlt. Intendant Burdinski sagt: Der Umzug steht kurz bevor.

Eine Bürgschaft der Stadt Forchheim

Der nach Forchheim ist allerdings noch in weiter Ferne. Bis Oktober sollen entscheidende Fragen geklärt werden. Es geht allenvoran ums Geld. 90 Prozent der insgesamt 1,4 Millionen Euro teuren Theaterscheune könnte aus Fördertöpfen fließen. Der Bezirk habe seine Unterstützung bereits angekündigt. Den Rest müsste der Theatersommer finanzieren. Über Spenden und Kredite. Die Stadt Forchheim hat dem Verein dafür eine Bürgschaft zugesichert.

400.000 Euro aus eigener Tasche

Damit aber nicht genug. Um an Fördermittel zu gelangen muss der Theatersommer seinen Bau detailliert planen lassen. Das würde weitere 65.000 Euro kosten. Maximal, sagt der Vorstandsvorsitzende Bernd Matthes, müsse der Verein 400.000 Euro selbst tragen. Nicht wenig Geld für einen Verein, der aufgrund teils schlecht besuchter Theateraufführungen jedes Jahr um eine schwarze Null in der Bilanz kämpfen muss.

Miete und Zeit sparen

Warum der Theatersommer überhaupt umziehen will? Die Requisiten der Landesbühne liegen in gleich mehreren Landkreisen verstreut. In Hollfeld, Wiesentfels, Greifenstein, Plankenfels und Oberaufseß. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch rund 2000 Euro Miete. In Forchheim soll daher eine Theaterscheune entstehen, in der eine Probenbühne, Lagerräume, sechs Zimmer für Schauspieler und Gäste sowie eine Werkstatt Platz finden.

150 Laien proben im Oktober

Der Fränkische Theatersommer will trotz Umzugspläne nicht nur weiterhin ein Büro in Hollfeld unterhalten, Hollfeld soll sogar weiterhin Sitz des Vereins bleiben. Auch das im nächsten Jahr geplante Theaterspektakel zur 1000-Jahr-Feier der Stadt soll wie geplant stattfinden. 150 Laien soll auf dem Marienplatz Episoden der Stadtgeschichte vorspielen. Die Schauspieler treffen sich am 15. und 16. Oktober zum ersten Workshop im Kulturzentrum St. Gangolf.

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