Suppentag in Pegnitz Über 500 Teller ausgelöffelt

Enormer Andrang herrschte im evangelischen Gemeindhaus beim Suppentag des Kuriers und der Arbeitsgemeinschaft Unser Pegnitz zugungsten der Stiftung Menschen in Not. Foto: Klaus Trenz

PEGNITZ. Ernste, nachdenklich stimmende Worte beim zweiten Pegnitzer Suppentag zugunsten der Kurier-Stiftung Menschen in Not. Weil es eben auch in Region, auch in Pegnitz weit mehr Bedürftige gibt, als viele vielleicht denken. Für diese war am Ende der Aktion ein stattlicher Betrag zu verbuchen.

Und der fließt ohne Abzug dem guten Zweck zu, wie Kurier-Geschäftsführer Serge Schäfers, zugleich Vorsitzender der Stiftung, bei seiner Begrüßung der vielen Gäste im evangelischen Gemeindehaus betonte. „Jeder Cent kommt bei den Menschen an, es entstehen keine Verwaltungskosten.“ Weil die komplett der Kurier übernehme.

Viele tragische Fälle

Vom Schulessen bis zum neuen Auto für die Pegnitzer Tafel – das Spektrum der durch die Stiftung getragenen Hilfsmaßnahmen sei vielfältig. Doch da gebe es eben auch Hunderte von Einzelfällen, so Schäfers. Und damit auch Einzelschicksale. Die seien nicht selten „so tragisch, dass einem der Atem stockt“. Das wolle man oft nicht wahrnehmen in einer an sich „kerngesunden Region“

Hier geht es zur Bildergalerie vom Suppentag

Dies bestätigte Dekan und Hausherr Gerhard Schoenauer. Sprach von „Geschichten, die kaum zu glauben sind“. Wie die von der alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern, der im vergangenen Winter Heizung und Strom abgestellt wurden, weil sie ihre Miete nicht mehr bezahlen konnte – „ja, das finden wir auch in Pegnitz“.  Und das gar nicht so selten. Das sei natürlich auch eine „politische Sache“, so der Dekan. Weil das ganze System nicht mehr in Ordnung sei, weil die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe.

Schere geht auseinander

Diesen Eindruck hat auch Bürgermeister Uwe Raab. Er sei dem Kurier dankbar für diese Aktion. Helfe sie doch, echte Hilfestellung zu leisten in einer „paradoxen Gesellschaft“. In der einige immer reicher würden, während parallel dazu ein dramatischer Anstieg von Armut zu verzeichnen sei. Dank kam auch von Christina Wellhöfer, Vorsitzende des Händlerarbeitskreises Unser Pegnitz, der den Suppentag gemeinsam mit dem Kurier ausrichtet: „Das ist wirklich eine tolle Zusammenarbeit.“ Besonders erfreulich sei, dass sich die Anzahl der Suppenanbieter im Vergleich zur Premiere im Vorjahr auf zehn verdoppelt habe.

Von rustikal bis kreativ

Was dazu führte, dass buchstäblich für jeden Geschmack etwas dabei war angesichts der ganz unterschiedlichen Rezepturen. Vom rustikalen Graupeneintopf aus der Küche des Brigittenheims über eine indische Linsensuppe vom Restaurant Maharani bis zur Kürbis-Kartoffelsuppe des Garni-Hotels Schmidt in Rosenhof. Von der Kürbissuppe der Berufsschüler über die Leberknödelsuppe der Metzgerei Schiller bis zur Minestrone des Gasthofs Peter aus Horlach. Von der tschetschenischen Linsensuppe des Unterstützerkreises Pegnitz über Tortellini in Brühe vom Restaurant La Romantica bis zur Rahmsuppe von Wurzelgemüse aus Wellhöfers Weinladen. Und dann war da noch das Angebot der Pegnitzer Gemeinschaft: Die hatte „Fernsehkoch“ Michael Fucker verpflichtet, der eine Karotten-Orangen-Samtsuppe kredenzte. Garniert wurde all das durch Brot und andere Backwaren, die die Bäckerei Schorner spendierte.

Am Ende über 1500 Euro als Erlös

Das kam an: Bald musste zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt werden, so groß war der Andrang. Am Ende waren über 500 Suppenteller ausgelöffelt, kamen 1555,55 Euro für Menschen in Not zusammen. Ein deutliches Plus im Vergleich zur Premiere 2017. Kein Wunder, dass am Ende nur zufriedene Mienen zu registrieren waren. Bei Kurier-Marketingleiterin Ingrid Amschler, einer der Hauptorganisatoren. Auch Margit Ponfick, stellvertretende Vorsitzende von Unser Pegnitz: „Das Ganze hat sich wirklich in kurzer Zeit großartig entwickelt.“ Und nicht zuletzt bei Dekan Schoenauer, der bekundete, das Gemeindehaus werde immer für diesen guten Zweck zur Verfügung stehen. Alle waren sich einig: Im nächsten Jahren wird es angesichts der enormen Resonanz in jedem Fall die dritte Auflage geben.

Info: Eine Bildergalerie finden Sie unter www.nordbayerischer-kurier.de

 

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