Studenten gründen Bierlieferdienst

Johannes Walter, Tizian Jünnemann, Frederik Loeser und Lars Frobel wollen den Bayreuther Biernotstand beheben. Sie gehören zu einem von acht Teams, die sich dem Wettbewerb stellen, ein neues Unternehmen zu gründen.

Sie sind jung und dynamisch - ob sie erfolgreich sind, wird sich in den nächsten sieben Wochen zeigen. 31 Studenten der Universität Bayreuth stürzen sich ins Unternehmertum. Mit fünf Euro Startkapital werden sie versuchen, ihre Geschäftsidee zum Erfolg zu treiben. Beim Wettbewerb "5-Euro-Business" des Bildungswerkes der bayerischen Wirtschaft werden die acht Teams um den ersten Platz kämpfen.

Sebastian Schirmer, Anna Bosch, Lisanne Pucker und Stefan Bernert sind vier von ihnen. Sie sitzen gespannt in den Räumlichkeiten der beruflichen Fortbildungszentren der bayerischen Wirtschaft in der Eduard-Bayerlein-Straße und warten auf ihren Wirtschaftspaten. Der wird den Jungunternehmern in den nächsten Wochen bei Fragen zur Verfügung stehen und sie auf manche Hürde aufmerksam machen.

Davon gibt es nämlich einige beim Start in die Selbstständigkeit. Die vier Studenten wollen mit "Herz´gmüs" die Herzen der Bayreuther Studenten erobern und möglichst viel Umsatz machen. "Wir wollen Gemüse mit Macken, das in den Läden nicht verkauft wird, an die Studenten verkaufen", erklärt Sebastian Schirmer. Das Gemüse soll von Landwirten und Händlern aus der Region kommen und im Glashaus an der Uni angeboten werden. Die ersten Telefonate mit Landwirten haben sie geführt, viele Adressen gesammelt und sind optimistisch, dass ihre Idee bei den Kommilitonen ankommt. 

Geschäftsidee

"Mit welcher Idee kann ich ohne viel Kapital Umsatz machen?" Das ist laut Projkektleiterin Bianca Sammer eine Frage, die sich die Studenten stellen müssen. Bewertet werden am Ende des Projekts von einer Jury mehrere Punkte. Unter anderem der Geschäftsbericht, die Geschäftsidee und natürlich das Geschäftsergebnis. "Wir wollen, dass die Studenten den Wechsel von Privatmenschen zum Unternehmer realisieren und Netzwerke bilden", sagt Sammer. Ohne Netzwerke, das wird an diesem Abend schnell deutlich, wird der Start schwer. "Egal, welches Team hier gewinnt, die Erfahrung wird ihnen niemand nehmen können", sagt Alexander Hennemann vom Verband der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber, die als Hauptsponsor auftreten.

Viele Fragen

Beim Losen der Paten bekommen die vier Studenten den Leiter des Referates Existenzgründung der IHK , Matthias Kefer, zugewiesen. Nicht die schlechteste Wahl, wie sich schnell herausstellt. "Habt Ihr euch schon um ein ärztliches Attest gekümmert? Wie sieht es mit Vorschriften zum Mindeshaltbarkeitsdatum aus? Braucht ihr einen Reisegewerbeschein?" Nur einige Fragen, die die vier Studenten bisher nicht so klar auf dem Schirm hatten. "Der bürokratische Unterbau ist schnell groß", stellt Sebastian Schirmer fest und schreibt fleißig mit. 

Bier-Kurier

Nicht anders geht es am Nebentisch zu. Dort gründet sich gerade der "Bierkurier". Lars Frobel, Frederik Loeser, Tizian Jünnemann und Johannes Walter sehen aus wie typische BWL-Studenten und sind es auch. Die vier smarten Jungs haben ein Problem erkannt und wollen es mit ihrer Geschäftsidee in den nächsten Wochen abstellen: "Es gibt kein Bier nach 20 Uhr", sagt Lars Froebel.

Wenn die Party weitergehen soll, aber kein Bier mehr da ist, dann habe man in Bayreuth ein Problem. An den Tankstellen dürften Kisten nur verkauft werden, wenn man mit dem Auto komme. "Wir bieten den Full-Service", sagt Johannes Walter. Fränkisches Bier und Öttinger sei im Programm. Außerdem Chips und Spirituosen.

Die Homepage für ihr Unternehmen haben sie bereits erstellt, eine Facebook-Seite und einen Instagram-Account, mit dem sie ihrem Geschäft ein Gesicht geben wollen ebenfalls. Und die ersten Flyer werden bereits auf den Tischen der anderen Teams verteilt. "Eine Prepaid-Handykarte gibt es auch schon. Da können die Leute anrufen und wir liefern", sagt Loeser. Die vier wissen, was sie wollen: "Gewinnen natürlich", sagt Frobel. 

Parallel zum Studium

Beim „5-Euro-Business“-Wettbewerb agieren die Studierenden parallel zum Studium sieben Wochen lang als Unternehmer. Im Team entwickeln sie eine Geschäftsidee und bekommen das nötige Fachwissen in begleitenden Seminaren in den Bereichen Marketing, Projektmanagement und Recht vermittelt. Abschluss und Höhepunkt des Projekts ist eine Abschlussveranstaltung am 12. Juli an der Universität Bayreuth. Bis dahin wird sich auch herausstellen, ob der "Bierkurier", das "Herz´gmüs" oder eine der anderen Ideen wirklich das Potenzial zum Erfolg hat. 

 

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