Student zahlt in Bitcoins Drogen aus dem Darknet

Das Rauschgift, das ein Student aus Bayreuth im Darknet bestellt, wurde per Post geliefert und nach Kulmbach weiterverkauft. Der 22-Jährige bekam dafür eine vierjährige Freiheitsstrafe aufgebrummt. Foto: Friso Gentsch dpa-Archiv

BAYREUTH/KULMBACH. Mit Kokain rauf, mit Marihuana runter – und wegen beidem rein: Eine vierjährige Freiheitsstrafe hat das Landgericht gegen einen 22-jährigen Studenten verhängt, der in Bayreuth kiloweise Marihuana verkaufte. Das Rauschgift will der Mann im Darknet bestellt haben. Es wurde wurde von einem jungen Abnehmer in der Kulmbacher Szene abgesetzt.

Der 22-Jährige, der zu letzt im Stadtteil Roter Hügel wohnte, legte in seinem Prozess ein Geständnis ab und reklamierte als Tatmotiv seine eigene Drogensucht: Er habe Geld gebraucht, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. „Ich nahm Kokain zur Leistungssteigerung und das Marihuana habe ich geraucht, um wieder runterzukommen“, erklärte er.

Das Marihuana und das Kokain habe er im Darknet bestellt; bezahlt habe er mit der Digitalwährung Bitcoin, das Rauschgift sei per Post geliefert worden. „Sie müssen sich das wie einen normalen Internetmarktplatz vorstellen, wie ein Amazon für Drogen.“

Der Student will lediglich einen Abnehmer gehabt haben – einen 21-jährigen Kulmbacher. Gegen diesen Abnehmer hatte die Strafkammer erst am vergangenen Freitag verhandelt. Der junge Kulmbacher gestand damals, rund vier Kilo Marihuana und zehn Gramm Kokain von dem 22-jährigen Studenten erworben zu haben. In seinem Fall ging es ebenfalls um die Finanzierung der eigenen Drogensucht. Der Kulmbacher Käufer kam im Frühjahr 2018 mehrmals nach Bayreuth, wo per Whatsapp unterschiedliche Treffpunkte mit dem Lieferanten vereinbart waren.

"Ich habe so viel geraucht, da ist man nicht mehr fit im Kopf"

Während der Käufer in seinem Prozess von 14 Lieferungen mit einer Gesamtmenge von etwas mehr als vier Kilo gesprochen hatte, meinte der Verkäufer nun, es seien etwas weniger Deals und etwa dreieinhalb Kilo gewesen. Er sagte aber auch: „Ich habe so viel geraucht, da ist man nicht mehr fit im Kopf. Und das Schlimme ist, dass man gar nicht merkt, wenn man sein ganzes Leben auf Drogen konzentriert.“

Aufgeflogen war das Verkaufsnetzwerk im April, als Polizisten einen Autofahrer kontrollierten, der mit 120 Gramm Marihuana an Bord auf dem Rückweg aus einem Ort im Kulmbacher Landkreis war. Dort hatte er das Rauschgift in der Wohnung eines Handwerker abgeholt, der der Hauptabnehmer des 21-jährigen Kulmbachers war und der diesen mit seinem Auto zu den Deals mit dem 22-jährigen Studenten nach Bayreuth chauffiert hatte.

Der Chauffeur bekam für seine Fahrdienste Rauschgift, er stellte seinem Lieferanten auch seine Wohnung als „Bunker“ zur Verfügung. Der Kulmbacher Zweig des Rauschgiftnetzwerks flog auf und bald auch der Lieferant aus Bayreuth. Der Mann kam in Untersuchungshaft.

Im Prozess gegen seinen Abnehmer vergangene Woche hatte er nicht aussagen wollen. Der Abnehmer bekam, wie berichtet, eine Jugendstrafe von vier Jahren und zehn Monaten aufgebrummt, worin allerdings eine offene Jugendstrafe von zwei Jahren eingerechnet sind. Den Großteil des Freiheitsentzugs soll er in der Drogenentzugsanstalt verbringen.

So geht es nun auch dem Lieferanten: Auch seine Sucht soll in der Entziehungsanstalt behandelt werden. Üblicherweise dauern derartige Therapien rund zwei Jahre, danach kommen die Betroffenen unter Bewährungsauflagen auf freien Fuß.

Gegen den Handwerker aus dem Landkreis Kulmbach verhandelt das Landgericht im übrigen am Mittwoch.

 

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