Streit um das Zentrum BG fordert stärkere Kontrolle

Die Bayreuther Gemeinschaft (BG) im Stadtrat fordert, unterstützt von den Grünen, eine bessere Kontrolle des Zentrum-Vereins. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Der Ärger ums Zentrum geht weiter. Bei den Beratungen des Stadtrats zum Haushaltsplan 2019 wiederholte die Bayreuther Gemeinschaft (BG) ihre Vorwürfe gegenüber der Vereinsführung. „Hier wurde städtisches Geld veruntreut“, sagte Fraktionsvorsitzender Stephan Müller und ließ nicht locker mit seiner Kritik an den Verantwortlichen des Zentrums.

Dennoch: Die Stadt trägt weiter einen Teil der Betriebskosten. Mit neun Gegenstimmen bewilligten die Räte die 160 000 Euro fürs Zentrum. Der Übernahme eines Fünftels des Gehaltes für den Geschäftsführer (14 372 Euro) und die Kosten für eine Sekretärin (43 000 Euro) stimmte die Mehrheit ebenfalls zu. Stephan Müller (BG) hatte zuerst angeregt, diesen Zuschüssen erst einmal unter Vorbehalt zuzustimmen. Er forderte eine Veränderung der Verträge, damit die Stadt die Einrichtung besser überwachen könne. Doch eine Zustimmung unter Vorbehalt sei im Haushalt nicht möglich, sagte Thomas Hacker (FDP/DU). „Das können wir so nicht beschließen“, stellte der Fraktionsvorsitzende fest.

Debatte noch nicht zuende

Rechtsreferent und berufsmäßiger Stadtrat Ulrich Pfeifer schlug der BG vor, einen eigenen Antrag im Kulturausschuss zu stellen. Dieser könne in der nächsten Sitzung am 18. Februar behandelt werden. Der Kulturausschuss könne die Verwaltung beauftragen, die Änderung der Verträge zu prüfen. Damit zeigte sich Müller einverstanden. Der Stadtrat habe die Aufgabe, darauf zu schauen, was mit den städtischen Mitteln geschehe, so Müller, der über den Vertrag neu verhandeln will. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske sagte dazu: „Für dieses Jahr hilft uns das nicht mehr. In den nächsten zwei Jahren brauchen wir das Zentrum als Ersatzspielstätte.“

"Vertrauen verspielt"

Stadtrat Karsten Schieseck (BG) kritisierte ebenso die mangelnde Kontrolle der früheren Zentrums-Geschäftsführerin. „Die Kontrolle ist nicht so wahrgenommen worden, wie wir uns das als BG vorstellen.“ Es sei Geld unterschlagen und vor dem Kulturausschuss geschwiegen worden. Der Vorstand sei seiner Informationspflicht gegenüber dem Stadtrat nicht nachgekommen. Zudem fehlten Informationen über den Darlehensgeber, der den Fehlbetrag ausgeglichen habe. „Das Vertrauen wurde verspielt“, sagte Schieseck. „Wir wollen die Zukunft des Zentrums sichern, aber das Vertrauen muss erst zurückgewonnen werden.“

Die Zuschüsse für das deutsch-französische Forum junger Kunst (5000 Euro), weitere Personalkosten (15.900 Euro), eine Ausbildungsstelle (7300 Euro) und ein Konzertprojekt der deutsch-französisch-ungarischen Philharmonie (5000 Euro) wurden trotz etlicher Gegenstimmen abgesegnet.

Streichen oder nicht?

Die Grünen forderten zudem, dem Festival junger Künstler Bayreuth die Zuschüsse für den Bayreuther Abend zu streichen. Der Kulturausschuss und der Haupt- und Finanzausschuss hatten jedoch empfohlen, die insgesamt 3500 Euro auszubezahlen. 33 von 39 anwesenden Stadträten stimmten gegen den Antrag, der somit abgelehnt wurde. Im Hinblick auf die Musica Bayreuth stellte Stefan Schlags (Grüne) den Sonderzuschuss Barockschwerpunkt im Markgräflichen Opernhaus infrage. Für die Bespielung sei der Freistaat zuständig. Die zuständigen Ausschüsse hatten sich für den Zuschuss von 150.000 Euro ausgesprochen. Das Geld sollte lieber einem breiteren Publikum zugute kommen, sagte Schlags und schlug vor, es dem neuen Kulturreferenten zu überlassen. Kulturamtsleiterin Gabriele Röhler erwiderte, das Programm und die Kooperation mit der Musica stünden bereits fest. "Im Moment macht das keinen Sinn." Aufgrund des hohen Besucherinteresses sei damit versucht worden, den Schwung aus dem Eröffnungsjahr mit ins neue Jahr zu nehmen. Die Streichung des Sonderzuschusses wurde abgewiesen.

 

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