Streit um ausgelaufenes Heizöl

Der Mistelgauer Bürgermeister Karl Lappe nahm im Gemeinderat zum Streit um ausgelaufenes Heizöl Stellung. Archivfoto: Ralf Münch

Ein Schaden durch ausgelaufenes Heizöl in der Eckersdorfer Straße in Mistelgau bereitet Bürgermeister Karl Lappe und dem Gemeinderat seit Herbst 2016 viel Kopfzerbrechen. Nach ersten Schätzungen dürften sich die Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich bewegen.

Ihren Anfang nahm die Geschichte am 20. Oktober 2016 mit Kanalbauarbeiten über die Kreisstraße für den Anschluss des gegenüberliegenden Werkstatt-Neubaus. Auffallend bei der ganzen Geschichte sei die merkwürdige Zurückhaltung der Fachbehörden, so die Meinung im Gemeinderat. Während in Fällen, in denen ein paar Liter Öl auslaufen, gleich mächtig Alarm geschlagen werde, scheinen einige Hundert Liter Öl in Mistelgau niemanden groß zu stören.

Rechtsstreit dauert an

Um vor dem Wintereinbruch rechtzeitig vorzusorgen und die seit über einem Jahr offene Baustelle zu sichern, wurde auf Veranlassung von Bürgermeister Karl Lappe vorläufig die Baustelle durch Bauhofmitarbeiter und der örtlichen Firma Hacker und Wagner eingefüllt. Dies betrifft die Kommune als Besitzer der 40 Meter langen und etwa fünf Meter breiten Fläche neben der Kreisstraße. Noch ist der Rechtsstreit anhängig, so Lappe gegenüber dem Kurier.

Bereits in der Sitzung des Gemeinderates im Juni 2017 wurde das ganze Dilemma dem Gremium durch den Geologen Ralf Wiegand vom durch die Gemeinde beauftragten Ingenieurbüro für Hydrogeologie und Umweltschutz, Piewak und Partner aus Bayreuth, vor Augen geführt. Der Fachmann sparte dabei nicht mit Kritik, vor allem am Verhalten der gegnerischen Versicherung und des von ihr beauftragten Gutachters.

Gemeindegrund aufwendig saniert

Diese sorgten mit fachlichen Diskrepanzen für eine Verzögerung des Verfahrens, so Ralf Wiegand. Für die Sachverständigen von Piewak und Partner steht fest, dass auslaufendes Heizöl aus dem Keller eines Anliegerhauses für die Verunreinigung verantwortlich ist.

Mit aufwendigen Aktionen wurde der Gemeindegrund nach Feststellung des Schadens saniert und von Ölrückständen befreit. "Viel Handarbeit war erforderlich", so Lappe. Absaugpumpen mussten eingesetzt werden, um das ölhaltige Wasser zu entsorgen. Die Spur führte schließlich zum Kellereintritt des angrenzenden Anwesens. Verunreinigt waren vor allem der Sand und Split im Bereich der Kanalrohre und Wasserleitungen.

Sache könnte vor Gericht landen

In der jüngsten Sitzung informierte der Bürgermeister über ein Schreiben der beauftragten Rechtsanwaltskanzlei Hacker. Lappe kritisierte, dass die Stellungnahme der gegnerischen Seite, der R & H Umwelttechnik, die eigentlich Ende Juli vorliegen sollte, erst Ende September 2017 an die Kravag Umweltschutz weitergeleitet wurde, die diese wiederum dem Wasserwirtschaftsamt zuleitete.

Fest stehe, so Lappe, das Gutachten des von der Gemeinde beauftragten Ingenieurbüros Piewak und Partner und das der gegnerischen Seite befänden sich nicht im Einklang. Eine gütliche Einigung beider Parteien ist gescheitert. Nach Auffassung des Rechtsanwalts der Kommune ist eine objektive Feststellung der Ursache nur durch ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren möglich.

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading