Streich geht schief

Der "Nordbayerische Kurier" feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen. An dieser Stelle blicken wir täglich auf den Tag genau 50 Jahre zurück. Lesen Sie im Artikel die Titelseite von damals und einen Rückblick der lokalen Ereignisse. In der Ausgabe vom 8. Februar 1968 berichteten wir von einem Scherz unter Stammtischbrüdern, der damals etwas aus dem Ruder lief. Und von einem Casting für den Festspielchor.

Nachdem es in den Monaten zuvor vermehrt Überfälle auf Banken und Poststellen im Landkreis gegeben hatte, rief die Polizei die Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. Ein Bürger im Süden Bayreuths nahm diese Aufgabe besonders ernst und prahlte damit, wie wichtig sein Beitrag in Form erhöhter Wachsamkeit sei.

Seine Kollegen vom Stammtisch waren genervt von der Angeberei und beschlossen, ihm einen Streich zu spielen: Als sich der Hilfssheriff auf den Heimweg machte, brachen auch die Stammtischbrüder auf. Sie fuhren mit ihren Fahrzeugen an eine Stelle, von der sie wussten, dass ihr Bekannter sie gut sehen würde.

Dort starteten sie eine wilde Lichtshow mit allen an ihren Fahrzeugen vorhandenen Lichtern. Rund zehn Minuten dauerte das Spektakel. Einige Nachbarn riefen die Polizei, weil sie glaubten, jemand würde SOS blinken. Der Hereingelegte hatte inzwischen einen Zaun überwunden und war querfeldein gelaufen, um das nächste Telefon zu erreichen und die mysteriösen Vorkommnisse gewissenhaft zu melden.

Die Polizei kam dann auch und klärte den Schabernack auf. Die Freunde vom Stammtisch erhielten eine Anzeige wegen groben Unfugs.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier vom Casting für den Festspielchor: Wilhelm Pitz, Leiter des Festspielchores, suchte damals neue Sänger für die Saison 1968. Die Festspielleitung hatte durch große Zeitungsinserate auf den Bedarf an professionellen Sängern aufmerksam gemacht. Nach und nach tröpfelten die Bewerber im Festspielhaus ein. Auf der Bühne gaben die professionellen Solisten und Akademieschüler eine Kostprobe ihres Könnens, in der Hoffnung, im Sommer dann bei den Aufführungen mitwirken zu dürfen.

Chorleiter Wilhelm Pitz zeigte sich mit den dargebotenen Leistungen zufrieden. Die Qualität schwankte zwar, doch befanden sich einige vielversprechende Stimmen unter den aus der ganzen Bundesrepublik angereisten Sängern. Pitz machte deutlich, dass er den Festspielchor gerne zu einem Großteil mit Bayreuther Sängern besetzen wollte. Die Stadt Richard Wagners solle sich seiner Meinung nach auch eng mit seinem Werk verbinden.

Der Kurier berichtete von zwei jugendlichen Einbrechern, die von der Kriminalpolizei gestellt wurden. Die 18 und 19 Jahre alten Männer aus Berlin waren für eine ganze Reihe Einbrüche im Bereich Bischofsgrün und Bad Berneck verantwortlich. Sie hatten mehrfach Autos und Geschäfte aufgebrochen und Lebensmittel sowie Spirituosen und Zigaretten entwendet.

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