Städtebau Ein Traum von einem Ölschnitzufer

Über diese Brücke geht man nicht, man wandelt. Ein Entwurf aus dem überarbeiteten Konzept von Peter Haimerl für das Ölschnitzufer in Bad Berneck.

BAD BERNECK. Bad Berneck kann weiter träumen. Von einem Ölschnitzufer, das Stararchitekt Peter Haimerl entworfen hat, und von einem Burgeninformationszentrum, das landesweit seinesgleichen sucht. Doch der Weg dorthin ist noch weit.

Seit mehr als einem Jahr gibt es einen von den Stadträten hochgelobten Entwurf Haimerls, wie das dringend sanierungsbedürftige Ölschnitzufer künftig aussehen könnte. Am Donnerstag wurde dem Stadtrat ein überarbeiteter Entwurf vorgelegt, der von Haimerl bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt sei und auch hunderjährliches Hochwasser berücksichtige, sagte Bürgermeister Jürgen Zinnert (SPD). Mit nach vorne versetzten Betonpfählen, Treppenabgängen zur Ölschnitz und gebogenen Rohren als Geländer. „Das ist sogar noch ansprechender als vorher“, sagte Zinnert und erntete dafür keinen Widerspruch.

Kosten als Knackpunkt

Knackpunkt werden die Kosten sein. Haimerls Schätzung für diese Gestaltung liege bei 860.000 Euro, das wäre knapp über dem von der Rechtsaufsicht gesetzten Limit von 800.000 Euro, bei einer 90-prozentigen Förderung läge der Eigenanteil der Stadt bei knapp 90.000 Euro. Die Schätzung müsse nun verifiziert werden, dann werde es einen runden Tisch mit allen Beteiligten bei der Regierung geben.

Mit einem Sanierungsbeginn sei nicht vor Herbst 2019 zu rechnen, und auch das nur im allergünstigsten Fall, sagte Zinnert dem Kurier auf Nachfrage. Nach ursprünglicher Planung hätte mit der Ufersanierung schon 2017 begonnen werden sollen. Was passiert, wenn der Kostenrahmen nicht eingehalten wird, ist unklar.

Kritische Fragen von CSU-Räten

Abgesehen vom Ölschnitzufer gibt es noch diverse andere Projekte in Bad Berneck im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklung (Isek) , die nicht alle auf einmal gestemmt werden können. Die Rechtsaufsicht im Landratsamt hatte deshalb die Stadt kürzlich zur Prioritätensetzung aufgefordert. Das veranlasste die CSU-Räte Klaus Sowada und Christof Seidel zu mehreren kritischen Fragen zum Thema Burgeninformationszenrum.

Last für den Haushalt

Bekanntlich will sich die Stadt, ermuntert von der früheren Bauministerin Barbara Hendricks, mit dem Projekt Burgeninformationszentrum im früheren Stadtmuseum am Bundeswettbewerb „Nationale Projekte des Städtebaus“ beteiligen, bei dem eine hohe Förderung winkt. Einen entsprechenden Beschluss sollte der Stadtrat nun bekräftigen und wegen des nahen Einsendeschlusses den Bürgermeister dazu ermächtigen, nach der Ausschreibung den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie zu erteilen.

Sowada gab zu bedenken, ein solches Infozentrum würde den Haushalt der Stadt die nächsten Jahre schwer belasten, Seidel fragte, ob infolgedessen andere Projekte in der Priorität nach hinten rutschen würden, und forderte die Einbindung von Bürgern.

Harsche Reaktion

Mehrere Stadträte von Freien Wählern und SPD reagierten darauf ungehalten, da der Stadtrat den Grundsatzbeschluss für eine Teilnahme am Wettbewerb bereits vor einiger Zeit gefasst habe – und zwar einstimmig. „Ich bin überrascht, dass die CSU jetzt drauf kommt, dass wir klamm sind“, sagte Udo Sauerstein (SPD). „Es darf mit der jetzigen Entscheidung kein Automatismus entstehen,dass wir das Infozentrum mit der Bewerbung auch bauen“, forderte Sowada. Jetzt gehe es erst einmal darum, am Wettbewerb überhaupt teilzunehmen und in die zweite Runde zu kommen, befand Zinnert. Einstimmig billigte der Stadtrat den Programmaufruf. Die Ermächtigung des Bürgermeisters trugen Sowada und Seidel nicht mit.


Weiter aus dem Stadtrat:

Straße gesperrt: Die Ludwig-Richter-Straße ist wegen Bauarbeiten von Mittwoch, 17. Oktober, ab etwa 15 Uhr bis Freitagabend für den Verkehr gesperrt, auch Anlieger können nur noch zu Fuß passieren. Die Bauarbeiten sollen bis 26. Oktober abgeschlossen sein, teilte die Verwaltung mit.

Rathaussanierung: Einstimmig vergab der Stadtrat die noch fehlenden Aufträge zur Rathaussanierung: Den Zuschlag für Stahlbauarbeiten (26.000 Euro erhielt Metallbau Schmitt aus Harsdorf, der Fassadenbau (66.000 Euro) geht an Metallbau Huber Hof.

Ampeln: Klaus Greiner (SPD) beantragte, dass der Stadtrat demnächst darüber diskutiert, ob die Ampeln in der Stadt nach 22 Uhr abgeschaltet werden können. Bürgermeister Zinnert erinnerte daran, dass der Stadtrat dies vor einiger Zeit auf Anraten der Polizei mehrheitlich abgelehnt hatte.

Tempo 30: Klaus Greiner gab den Wunsch eines Bürgers weiter, die Tempobegrenzung auf 30 km/h durch Fahrbahnmarkierungen zu unterstreichen.

Querungshilfen: Katharina John (SPD) fragte, warum bei den Querungshilfen (Straßenübergängen) auf der B 303 nichts vorangeht. Antwort von Bürgermeister Zinnert: Das Wasserwirtschaftsamt hat noch Gesprächsbedarf angemeldet.

 

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