Stadionumbau wird zum Treppenwitz

Wie geht es im Hans-Walter-Wild-Stadion weiter? Foto: Ronald Wittek

So langsam entwickelt sich der Umbau des Hans-Walter-Wild-Stadions zu einem Treppenwitz, über den der einheimische Fußballfan im Allgemeinen und speziell jener, der es mit den Altstädtern hält, nicht mehr lachen kann.

Die geplante Überdachung der Tribüne auf der Gegengeraden steht plötzlich in Frage und das Flutlicht wird wohl erst zur Saison 2018/19 fertig – zwei Verbesserungen in der Infrastruktur der Sportstätte, die den SpVgg-Verantwortlichen eigentlich helfen sollten, um den Sponsoren neue Anreize und Vermarktungsmöglichkeiten zu bieten. So bleibt es, wie es sich derzeit darstellt, bis auf weiteres beim Status Quo.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Altstädter bei günstigem Witterungsverlauf nach Abschluss der für den Schulsport relevanten und offensichtlich Priorität besitzenden Neuerungen wenigstens Ende April, wie vom Hochbauamt der Stadt Bayreuth avisiert, wieder in ihre angestammte Spielstätte zurück kehren dürfen.

Waldstadion bei Fans ungeliebt

Denn bei allem Respekt für das Waldstadion in Weismain: Bei den eingefleischten Altstädter Fans bleibt die Arena im Kleinziegenfelder Tal ungeliebt, die Zuschauerentwicklung dort zeigt das deutlich.

Das prestigeträchtige Derby gegen den Regionalliga-Nachbarrivalen SpVgg Bayern Hof lockte – bei freilich widrigsten Verhältnissen – gerade einmal 752 Unentwegte an, in den Flutlichtspielen gegen die Topteams SpVgg Unterhaching und Wacker Burghausen waren es 421, beziehungsweise gerade einmal 400 Interessierte, die den Weg durch die Nacht nach Weismain fanden. Knapp 1500 Zuschauer in drei Begegnungen, die in Bayreuth sicherlich weit mehr Resonanz gefunden hätten – die Einnahmen daraus waren zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

Gönner lassen sich nicht erwärmen

Auch so manche Gönner des Traditionsvereins, mit Ausnahme des in Weismain ansässigen SpVgg-Aufsichtsrats Alois Dechant, lassen sich für eine Bandenwerbung oder ein weiteres Engagement im dortigen Stadionrund schwerlich erwärmen. Und ob diese sich noch länger hinhalten lassen, zumal ihre Werbebanner quasi unbeachtet im für die breite Öffentlichkeit gesperrten Hans-Walter-Wild-Stadion hängen? In der Weismainer Arena sucht man Bayreuther Bandenwerbung vergebens.

Die Existenz und auch die Zukunft der SpVgg Bayreuth stehen auf dem Spiel, finanziell noch mehr abspecken ist nicht möglich und dürfte das Ende aller sportlichen Ambitionen darstellen. Da spielt man dann doch lieber auf einer Baustelle mit der Aussicht auf Besserung, wann auch immer die sich einstellen mag.

Herbert.Steininger@nordbayerischer-kurier.de

 

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