SpVgg auf dem Boden der Tatsachen

Lange Gesichter gab es bei der SpVgg Bayreuth nach dem enttäuschenden 0:2 am Dienstag beim SV Seligenporten. Es war die zweite Niederlage in den jüngsten drei Partien. Foto: Peter Mularczyk

Es war der beste Saisonstart seit 31 Jahren. Doch nun scheint die SpVgg Bayreuth in der Regionalliga Bayern langsam wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen zu sein. Zwar sind die Altstädter noch Tabellensechster, nach drei Siegen in den ersten drei Spielen, sprang in den jüngsten drei Partien aber lediglich ein Punkt heraus.

In der vergangenen Saison stand der Bayreuther Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag fest. Und da der Start noch nie eine Paradedisziplin der SpVgg war, kamen die Erfolge zum Auftakt umso überraschender. Den Heimsiegen gegen den aktuellen Vierten FV Illertissen (2:0) und den FC Ingolstadt 04 II (3:1) folgte auswärts beim VfR Garching ein 4:2 und damit wie zuletzt in der Saison 1986/87 ein dritter Dreier in Serie.

Den ersten Dämpfer erhielten die bei den Fans geweckten Hoffnungen durch die 0:1-Niederlage gegen die erst über die Relegation in der Regionalliga verbliebene SpVgg Greuther Fürth II. Beim auf dem drittletzten Platz liegenden Aufsteiger FC Unterföhring kassierten die Altstädter dann in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleichstreffer. Negativer Höhepunkt war das 0:2 am Dienstag beim Angstgegner SV Seligenporten, der zuvor noch keinen einzigen Zähler auf dem Konto hatte. „Wir haben uns in den ersten Spielen gut entwickelt. Es war aber klar, dass wir jetzt nicht jedes gewinnen“, erklärt Trainer Marc Reinhardt. „Gegen Fürth war es knapp, und auch gegen Unterföhring haben wir ein gutes Spiel gemacht. Nur in Seligenporten lief nicht viel zusammen. Wir haben zu viele Fehler gemacht, waren nicht geschlossen, alle Mannschaftsteile haben schlecht verteidigt. Sie waren uns einfach überlegen.“

Fleischmann: Nicht alles enttäuschend

Ähnlich sieht es Mathias Fleischmann. „Man muss es differenziert beurteilen. Das Spiel in Seligenporten war eine Enttäuschung. Vorher war das nicht so. Gegen Unterföhring war es ein unglücklicher Spielverlauf, wobei der Torschütze zum Ausgleich auch noch im Abseits stand. Das Spiel gegen Fürth war offen und hätte auch anders ausgehen können“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Den kleinen Negativlauf macht er daran fest, dass Anton Makarenko gegen die Fürther Reserve mit einer Knieverletzung ausschied und sein Fehlen nur schwer zu kompensieren sei. Ausfälle hin oder her werde das Frankenderby gegen den Dritten FC Schweinfurt 05 am Samstag eine Standortbestimmung. Erst danach will Fleischmann eine erste Zwischenbilanz ziehen, auch wenn man mit den jüngsten Ergebnissen nicht zufrieden sein könne.

„Fürth oder Schweinfurt haben das drei- bis vierfache an finanziellen Mitteln und Profibedingungen“, betont Trainer Reinhardt. „Wir haben eine neu formierte Mannschaft mit vielen jungen Spielern, die Fußball und Studium oder Arbeit unter einen Hut bringen müssen. Denen merkt man in den englischen Wochen den Kräfteverschleiß an.“ Die Pleite beim Schlusslicht will er nun vernünftig auswerten und hofft gegen Schweinfurt wieder auf eine bessere Leistung.

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