Spinnerei Mainleus Das Ende der Industriebrache

MAINLEUS. Noch erinnern die Hallen an das Set für einen Gruselfilm. Die ehemalige Weberei steht jahrelang leer und niemand hat bislang die alten Einrichtungsgegenstände und Überbleibsel der Kulmbacher Spinnerei ausgeräumt. Doch schon bald soll die Industriebrache im Zentrum der Marktgemeinde Mainleus nicht wiederzuerkennen sein. "Wir legen kommende Woche los", verspricht Norbert Raps. Es brauche zuerst ein paar Handgriffe und einen kleinen fünfstelligen Betrag, dann läuft die Revitalisierung von 13.000 Quadratmetern Hallenfläche und 2000 Quadratmetern Außenbereich, sagt der Geschäftsführer von Perspektiva Solutions.  

Sein 2014 in Bad Berneck gegründetes Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Industriebrachen zu ertüchtigen. Eines der Projekte ist die ehemalige Porzellanfabrik in Arzberg. Dort sind heute unter anderem der Fahrradhersteller Cube und der Lebensmittelproduzent Houdek zu finden.

Auf den Mainleuser Gewerbeflächen, die der Kommune gehören, könnten schon am 1. November die ersten Unternehmen starten. Die Marktgemeinde hat am Donnerstag den Mietvertrag mit der Firma Perspektiva Solutions unterzeichnet. Die Zusammenarbeit ist für mindestens ein Jahr geplant.

Geschäftsführer Raps wird die insgesamt 15.000 Quadratmeter untervermieten. Die ersten Interessenten haben sich bereits gemeldet.

Perspektiven gesucht

"Wir sind immer auf der Suche nach Perspektiven", sagt Norbert Raps. Dank der Zusammenarbeit mit CSU-Landtagsabgeordnetem Martin Schöffel und dem Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch sei er auf das Spinnerei-Areal gestoßen. Es eigne sich hervorragend für eine Ertüchtigung.

Bei dem aktuellen Vorhaben handelt es sich um eine Zwischennutzung, die der Gemeinde Mieteinnahmen bringen wird, erklärt Robert Bosch. In den Hallen mit dem charakteristischen Sägezahndach im Nordwesten des Spinnereigeländes sollen in Zukunft außergewöhnliche Wohnungen entstehen. So sieht es der Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs vor. "Bis es soweit ist, wird es noch Zeit brauchen", sagt der Bürgermeister. Deshalb sei es eine hervorragende Idee, die Brache jetzt schon zu beleben und für die Vermietung an Firmen freizugeben.

Eine Menge Platz

"Wir freuen uns, dass wir die Fläche der heimischen Wirtschaft zur Verfügung stellen können", betont Bürgermeister Bosch. Logistik-Unternehmen und Firmen, die Kapazitäten für Ein- und Auslagerungen suchen oder Waren umverpacken müssen, finden in Mainleus eine Menge Platz und gute Voraussetzungen für ihren Betrieb.

"Es darf weiter gesponnen werden", sagt Norbert Raps. In Arzberg sei er damals am Anfang schon als Spinner bezeichnet worden. Passenderweise darf er jetzt die alte Spinnerei weiterentwickeln. Die geglückte Wiederbelebung der Arzberger Fabrikhallen diene durchaus als Blaupause und Vorbild für das Mainleuser Areal.

Die ebenerdige Zufahrt und die verkehrsgünstige Lage des Spinnerei-Geländes sei ideal. Die meisten Böden in den Hallen eignen sich für schwere Fahrzeuge. Mieter zu finden, sei nicht allzu schwierig. "Lagerflächen werden immer gesucht", sagt Norbert Raps.

Sensibler Ort

Gleichzeitig sucht der Markt Mainleus nach Investoren, die aus den Gebäuden nach Vorgaben des Ideenwettbewerbs eine Wohnanlage machen wollen. Einige Hallen sollen dafür grundlegend saniert, ein kleinerer Teil abgerissen werden. Bevor die Arbeiten anlaufen, werden sich die Gemeinde und die Firma Perspektiva Solutions absprechen. Die Zwischennutzung soll dem großen Ziel nicht im Wege stehen.

"Den späteren Umbau wird der Freistaat zu 90 Prozent fördern", sagt Martin Schöffel. "Es ist ein sensibler Ort mitten in der Gemeinde und es soll etwas Schönes daraus gemacht werden."

Die Gemeinde will das gesamte Areal schrittweise zu einem Kultur- und Gründerzentrum ausbauen. Neben Wohnbereichen, einem Park und begrünten Plätzen sind dort unter anderem Manufakturen, Nahversorger, Museen und Cafés geplant.

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